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Missbrauch von Münster: Verurteilte legen Revision ein

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Urteile im Prozess um Kindesmissbrauchskomplex Münster
Der Hauptangeklagte im Missbrauchskomplex von Münster kam mit einer Akte vor dem Gesicht in den Gerichtssaal. © Guido Kirchner/dpa/dpa pool

Die Angeklagten im Missbrauchskomplex Münster wurden im Juli zu langen Haftstrafen verurteilt. Nun wollen sie gegen das Urteil vorgehen.

Münster (dpa) - Nach den fünf Urteilen im Hauptprozess um den Missbrauchskomplex Münster haben alle Verurteilten Revision eingelegt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Die Frist laufe in der Nacht zu Mittwoch ab. Die Große Strafkammer hat noch bis etwa Anfang November Zeit für die schriftliche Urteilsbegründung. Mit der Zustellung haben die Anwälte der Verurteilten dann vier Wochen Zeit für die schriftliche Begründung der Revision. Bei diesem Rechtsmittel prüft der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die Entscheidung des Landgerichts auf Rechtsfehler.

Missbrauchskomplex Münster: Verurteile legen Revision ein – Drahtzieher soll 14 Jahre ins Gefängnis

Das Gericht hatte am 6. Juli vier Männer und eine Frau verurteilt. Der Drahtzieher, ein 28-jähriger IT-Techniker aus Münster, muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Bei ihm sieht das Landgericht Münster 29 Taten, darunter zahlreiche Vergewaltigungen in einer Gartenlaube im Norden von Münster (Nordrhein-Westfalen), als erwiesen an. Der Deutsche gilt als Schlüsselfigur.

Missbrauchsfälle Münster: Andere Männer und Mutter des Drahtziehers erhalten ebenfalls hohe Haftstrafen

Die anderen Männer im Alter zwischen 31 und 43 Jahren aus Hannover (Niedersachsen), Schorfheide in Brandenburg und Staufenberg in Hessen wurden zu Haftstrafen zwischen 10 und 12 Jahren und wegen Wiederholungsgefahr ebenfalls zu anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Wegen Beihilfe soll die Mutter (46) des IT-Technikers für 5 Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 6 Jahre plädiert.

Kinderpornographie-Razzia in NRW: Polizei durchsucht mehrere Objekte – auch in Köln und Bonn

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist in den letzten Jahren mehrmals wegen Missbrauchsfällen berichtet worden. Erst Anfang des Jahres durchsuchten Ermittler zudem in ganz NRW Objekte nach kinderpornographischem Material. Die Razzien wurden unter anderem in Köln, Aachen, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Gelsenkirchen durchgeführt. Die Durchsuchungen hatte die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) in Köln veranlasst. Auf die Verdächtigen aufmerksam wurden die Ermittler durch Informationen des US-Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC). (nb mit dpa)

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