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Mönchengladbach: Schmerzhafter Biss zwischen den Beinen – Prozess eingestellt

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Das Gebäude des Amts- und Landgerichts Mönchengladbach.
Ein schmerzhafter Hundebiss wird nun vor dem Amtsgericht Mönchengladbach verhandelt (Symbolbild) © Marius Becker/dpa

Ein schmerzhafter Hundebiss führt am Montagmorgen zu einem Prozess in Mönchengladbach. Ein Mann wurde vom Nachbarshund gebissen. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt.

Mönchengladbach – Eine Bisswunde am Genital eines 58-Jährigen beschäftigte an diesem Montag, 6. September, das Amtsgericht Mönchengladbach. Der Mann hatte wegen einer zugestellten Garage bei seinem Nachbarn geklingelt, als dessen belgischer Schäferhund Rex ihn angefallen haben soll. Der Nachbar und Hundebesitzer, ein 45-Jähriger, war wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Nun wurde der Prozess jedoch eingestellt.

„Der Angeklagte kann wohl nicht für die Attacke seines Hundes verantwortlich gemacht werden“, räumte der Staatsanwalt am Montag ein. Dafür sei wohl vielmehr seine Mutter verantwortlich gewesen. Sie habe damals die Haustür geöffnet, sodass der belgische Schäferhund Rex das Opfer anfallen und beißen konnte.

Mönchengladbach: Mann klingelt bei Nachbarn – Hund beißt zwischen die Beine

Laut Anklage hatten Fahrräder am 24. November 2019 die Garage des 58-Jährigen blockiert, die dort offenbar von Besuchern des Angeklagten abgestellt worden waren. Als der Nachbar geklingelt hatte und sich die Haustür öffnete, soll der Schäferhund zugeschnappt haben.

„Ich war im Garten und habe das erst gar nicht mitbekommen“, erzählte der Hundehalter und fünffache Vater. „Ich habe mich dann direkt um den Nachbarn gekümmert und den Krankenwagen gerufen.“

Zu dem Zwischenfall sei es nur gekommen, weil „meine Mutter die Tür nach dem Klingeln geöffnet, aber nicht hinter sich zugezogen hatte.“ Rex habe aufgrund einer Ordnungsverfügung der Stadt die Wohnung nur mit Maulkorb und an kurzer Leine verlassen dürfen. „Der war Kettenhund, hat Angst vor allem und wollte mich um jeden Preis beschützen“, so der Hundehalter.

Hunde-Biss in Mönchengladbach: Opfer stellte keinen Strafantrag – Verfahren eingestellt

Das 58-jährige Bissopfer berichtete als Zeuge in der Verhandlung, dass er schon damals keinen Strafantrag gegen seinen Nachbarn stellen wollte. Der Angeklagte hatte dennoch den Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung erhalten. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Hundehalter einen Strafbefehl über 3000 Euro beantragt. Gegen diesen hat der Angeklagte Widerspruch eingelegt – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt

Das Bissopfer war mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht worden. Dort bekam er eine Spritze gegen Tetanus und Tollwut. Die Ärzte attestierten eine Verletzung am Genital. „Das war nach zwei bis drei Tagen alles wieder in Ordnung“, erklärte der Zeuge. Das Verfahren wurde daraufhin am Montag mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 6. September um 14:45 Uhr aktualisiert. Neuerung: Der Prozess wurde eingestellt. Das Opfer habe nie einen Strafantrag gegen den Hundehalter gestellt. Außerdem habe nicht der Angeklagte, sondern dessen Mutter die Tür geöffnet. Das Alter des Angeklagten und des Opfers wurde angepasst. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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