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Tödliches Autorennen in Moers: Vier Jahre Haft für 24-Jährigen

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Der Hauptangeklagte (2.v.l) wird von einem Justizbeamten am Mitangeklagten (r) vorbei zur Anklagebank gebracht.
Der Hauptangeklagte (2.v.l) wird von einem Justizbeamten am Mitangeklagten (r) vorbei zur Anklagebank gebracht. (Archivbild aus dem ersten Prozess) © Roland Weihrauch/dpa

Nach einem tödlichen Autorennen in Moers wurde ein junger Mann (24) in einem neu aufgerollten Prozess zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwaltschaft reicht das nicht.

Kleve – Im neu aufgerollten Prozess wegen eines tödlichen Autorennens in Moers am Niederrhein hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen die deutlich gemilderte Strafe von vier Jahren für einen 24-Jährigen eingelegt. Das sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft sei weiter der Meinung, dass der Angeklagte mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt habe. Zuständig ist nun der Bundesgerichtshof.

Tödliches Autorennen: Angeklagter raste mit 167 durch 50er-Zone

Der zur Tatzeit 22 Jahre alte Hauptangeklagte war am Ostermontagabend 2019 mit einem 600 PS starken Auto mit bis zu 167 Kilometern pro Stunde durch ein Tempo-50-Wohngebiet in Moers gerast. Eine 43 Jahre alte unbeteiligte Autofahrerin erlitt tödliche Verletzungen, als der hochmotorisierte Wagen des jungen Mannes gegen ihr Auto prallte.

Das Landgericht Kleve hatte den Mann im Februar 2020 zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben, weil die Bundesrichter nicht genügend Belege für einen Tatvorsatz gesehen hatten. Am Montag hatte eine andere Kammer des Landgerichts Kleve daraufhin ein deutlich milderes Urteil von vier Jahren wegen illegalen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge verhängt.

Milderes Urteil nach tödlichem Autorennen für Nebenkläger „schwer erträglich“

Da der Mann bereits gut zwei Jahre in Untersuchungshaft gesessen hatte, sei nach dem Urteil der Untersuchungshaftbefehl aufgehoben worden, berichtete der Anwalt der Angehörigen der Frau, die als Nebenkläger an dem Prozess teilgenommen hatten. Der 24-Jährige habe unter lautem Applaus einiger Bekannter den Gerichtssaal als bis zum Antritt der Reststrafe – vorerst – freier Mann verlassen. Das sei „schwer erträglich“, sagte der Anwalt.

Der zweite Angeklagte und Kontrahent des aus dem Kosovo stammenden Hauptangeklagten bei dem Autorennen hatte drei Jahre und neun Monate Haft bekommen. Diese Strafe war beim BGH bestätigt worden.

Immer wieder kommt es zu illegalen Autorennen in NRW – häufig mit schweren Folgen. Erst am vergangenen Wochenende endete ein solches in einer Hauswand in Dortmund. Vier Menschen wurden verletzt. (dpa)

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