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Monschau: Katholiken bekommen wegen Aschermittwochstradition Ausschlag – sie malten sich Aschekreuz auf Stirn

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Von: Lydia Mayer

Ein Mann sitzt mit einem Aschekreuz auf der Stirn in der Kirche
Ein Mann sitzt mit einem Aschekreuz auf der Stirn in der Kirche. Eine „Aschekreuz To-go“-Mischung hat jetzt in Monschau für Ausschlag bei den Benutzern gesorgt. (Symbolbild) © Henning Schoon/dpa

Die Tradition, sich ein Aschekreuz auf die Stirn zu malen, hat bei Gläubigen in Monschau zu Ausschlag geführt. Von sieben Kirchen wurde das Gemisch dafür verteilt.

Monschau – Ein Service wegen der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen sorgt für Juckreiz: Ein Gemisch aus Asche und Weihwasser ist in Monschau in Gefäße abgefüllt und von sieben Kirchen ausgegeben worden. Wer wollte, konnte sich das Gemisch in einem Tütchen für das „Aschenkreuz To-go“ mit nach Hause nehmen und sich zu Hause ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen – eine Tradition zu Beginn der Fastenzeit in der katholischen Kirche. Das Aschekreuz steht für Buße und Umkehr. Am Aschermittwoch ist der Karneval offiziell vorbei – so fällt die Karnevalsbilanz vom Kölner Karneval aus.

„Aschekreuz To-go“ in Monschau: 20 Personen klagen über Ausschlag

Schon bald aber meldeten sich nach Angaben von Gemeindereferentin Monika Breuer Gläubige und klagten über Hautreizungen; über Rötungen, Brennen und Pickelchen. „Wir haben sofort alle Tütchen aus den Kirchen entfernt“, sagte Breuer am Freitag. Zudem habe man auf allen Wegen versucht,die zu erreichen, von denen man wusste, dass sie sich ein Gläschen geholt hatten. Insgesamt seien ungefähr 20 Fälle mit Hautreaktionen festgestellt worden. Zwei davon hätten auch von „offenen Stellen“ berichtet.

Monschau: Gemisch für „Aschekreuz To-go“ soll untersucht werden

Eine genaue Erklärung für den Vorfall gibt es noch nicht. Eine Google-Recherche der Beteiligten ergab, dass es im Bistum Freiburg bereits ähnliche Fälle gegeben hatte. „Die haben damals eine große Untersuchung gemacht und führen es darauf zurück, dass Asche und Wasser chemisch reagieren“, sagte Breuer.

Juckreiz durch Aschekreuz: Asche aus Monschau wird untersucht

Die Polizei hatte damals mitgeteilt, dass eine „alkalische Mixtur“ entstanden sei, die Verätzungen verursache. „Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir die Asche trocken in die Gläschen getan.“ Nun sei geplant, auch die Asche aus Monschau untersuchen zu lassen.

Die Aktion sei gut gemeint gewesen, sagte die Gemeindereferentin betroffen. „Es ist natürlich schrecklich, dass sich Menschen mit dem verletzt haben, was wir an Gutem tun wollten.“

Das Ausschlag auch eine Möglichkeit sein kann, um möglicherweise einen Kriminellen zu finden, zeigt ein Betrugsfall aus Euskirchen, der auch Thema bei „Aktenzeichen XY“ gewesen ist. (dpa/lys)

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