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„Jogginghosen nicht erlaubt“ – Café erklärt, was dahinter steckt

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Von: Nina Büchs

Ein Schild mit der Aufschrift „We say no to sweatpants - Thank you for your understanding“ hängt am 22.11.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) an der Eingangstür eines Cafes.
Im Café Leonardo in Mülheim an der Ruhr sind Jogginghosen verboten. Ein solches Verbot gab es auch schon in einem Café in Stuttgart. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Im Café Leonardo in Mülheim sind Gäste in Jogginghosen nicht willkommen – das löste nun einige Diskussionen aus. Doch für das Verbot gibt es eine Erklärung.

Mülheim an der Ruhr – Einen etwas ungewöhnlichen Aufruf hat ein Café in Mülheim an der Ruhr auf Facebook geteilt – und damit viele Diskussionen ausgelöst. „Verehrte Gäste, wir bitten Sie, unser Lokal nicht in Jogginghosen zu besuchen“, schreibt das Café Leonardo Mülheim Ruhr nun auf Facebook. Passend dazu gibt es Bild, das eine durchgestrichenes Exemplar der gemütlichen Hose zeigt. Darüber steht: „Jogginghosen nicht erlaubt“.

Café in Mülheim an der Ruhr: Jogginghose nicht erlaubt

„Absolut genial! Alle Daumen hoch! Sitze gerade hier und feiere den Hausherrn ab. Sein Laden, seine Entscheidung!“, schreibt ein Facebook-Nutzer unter den Aufruf. „Richtig so. Das ist kein Fitnessclub!“, lautet ein weiterer Kommentar. Doch bei den über 480 Kommentaren gibt es auch kritische Stimmen. „Danke, dann weiß ich schon mal, wo ich nicht hin muss. Oberflächlichkeit stinkt“, äußert sich eine weitere Nutzerin zu dem Jogginghosen-Verbot. Ein anderer Nutzer bemängelt, dass das Café nach eigenen Angaben wie „ein zweites Wohnzimmer“ für seine Gäste sein möchte. „Also ich weiß ja nicht, was ihr so anzieht in eurem Wohnzimmer?“, fügt er hinzu.

Manche erinnern in ihren Kommentaren scherzhaft an die Aussage des Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Er pflegte zu sagen: „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“.

Jogginghosen-Verbot im Café Leonardo in Mülheim an der Ruhr: Das steckt dahinter

Doch was steckt eigentlich hinter der Kleider-Regel im Café Leonardo? Und wie kam es zu dem Verbot? „Tatsächlich ist das Jogginghosen-Verbot gar nicht neu – wir haben bereits im Oktober 2019 dazu schon mal einen Aufruf dazu geteilt“, so Dirk Klingbiel, der für Markting, PR und Presse des Cafés zuständig ist. Nach dem langen Lockdown sei diese Regel allerdings in den Hintergrund gerückt – bis jetzt. „Wir haben gesehen, dass nach dem Lockdown wieder häufiger Leute in Jogginghosen in unser Café gekommen sind und haben uns deshalb dazu entschieden, nochmal darauf hinzuweisen“, sagt Klingbiel gegenüber 24RHEIN.

Bei dem Jogginghosen-Verbot gehe es aber nicht um einen Dresscode, den das Café den Gästen aufzwingen will. „Es ist vollkommen in Ordnung, in Jeans oder normalen Klamotten zu kommen“, so Klingbiel. Auch wenn Gäste nach dem Sport im Trainingsanzug vorbeikommen oder Radlerhosen tragen, weil sie von einer Fahrradtour kommen, sei dies natürlich unproblematisch.

„Was wir aber nicht wollen ist, dass Menschen mit typischer Schlabberhose und im Flodders-Look das Café besuchen“, so Klingbiel. Dies passe nicht zum niveauvollen Ambiente des Cafés, fügt er hinzu. Auf die Nachfrage, dass das Café nach eigenen Angaben ja wie ein „zweites Wohnzimmer“ sein möchte, antwortet er: „Es stimmt, dass das Café wie ein zweites Wohnzimmer sein soll – aber wenn ich als Gast jemanden besuche und in einem anderen Wohnzimmer Platz nehme, dann trage ich ja auch normale Klamotten und keine Schlabberhose“.

Jogginghosen-Verbot in Café sorgt für Kritik aus – doch die meisten Gäste sind dafür

Dass der Aufruf in den sozialen Netzwerken nun so viele Reaktionen hervorgerufen hatte, damit habe er nicht gerechnet, sagt Klingbiel. Vor zwei Jahren gab es diesbezüglich eher wenig Resonanz. Warum der Beitrag so viel Aufruhr verursacht hat, darüber könne er nur mutmaßen. „Zum einen könnte das damit zusammen hängen, dass unser Netzwerk während des Lockdowns und in der Zeit danach noch größer geworden ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass der Unmut in der Gesellschaft während Corona durch die vielen Verbote und Auflagen größer geworden ist“, so Klingbiel. So hätten Maßnahmen wie die 3G-Regel die Menschen eventuell empfindsamer gemacht.

Ob das Jogginghosen-Verbot nun positiv oder negativ ist, kann nur jeder selbst für sich beantworten. Fest steht: Bei vielen Stammgästen kommt die Kleider-Regel gut an. Umfragen hätten außerdem gezeigt, dass Dreiviertel der Teilnehmer ein Jogginghosen-Verbot in unserem Café befürworten – lediglich ein Viertel der Personen habe sich kritisch dazu geäußert, so Klingbiel. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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