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Gericht verhandelt Bergung von Weltkriegsflugzeug – Arbeitsgruppe will Leiche von totem Bordfunker bergen

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Ein Briefkasten am 13.01.2015 vor dem Verwaltungsgericht in Münster (Nordrhein-Westfalen
Das Verwaltungsgericht in Münster verhandelt am Donnerstag, dem 18. März einen Streit um die Bergung eines Weltkriegsfliegers. © Rolf Vennenbernd/dpa

Im März 1942 wurde ein Flugzeug über dem Münsterland bei Stadtlohn von den Briten abgeschossen. Nun will eine Arbeitsgruppe für Vermisstenforschung den toten Flieger bergen.

Update vom 18. März, 16:38 Uhr: Im Streit um die Bergung eines Flugzeugwracks aus dem Zweiten Weltkrieg und möglicherweise sterblichen Überresten eines Soldaten im westlichen Münsterland hat das Verwaltungsgericht Münster am Donnerstag einen Kompromiss vorgeschlagen. Die Kammer hatte in der mündlichen Verhandlung signalisiert, dass sie der Klage der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung um eine Ausgrabungsgenehmigung wohl keine Chance einräumt. Rechtlich sei der Bereich bei Südlohn im Kreis Borken als Bodendenkmal eingetragen und damit geschützt.

Leichnam von Bordfunker kann nicht geborgen werden – es jedoch eine Erinnerungsstätte eingerichtet

„Die Absturzstelle ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Region“, hatte der Vorsitzende Richter Andreas Middeke in einem Hinweis gesagt. Middeke schlug vor, dass am Abschussort eine Gedenktafel in Erinnerung an den Luftkampf im Zweiten Weltkrieg errichtet werden soll. Darauf solle auch an das Schicksal des getöteten Bordfunkers erinnert werden. Kläger Uwe Benkel erklärte sich einverstanden und den Rechtsstreit damit für erledigt. Auch das Land NRW, vertreten durch den Kreis Borken, stimmte dem Kompromiss zu. Zusammen mit Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippen und einem Museum vor Ort soll Benkel an der Erinnerungsstätte mitwirken.

Münster/NRW: Gericht verhandelt Bergung von Weltkriegsflugzeug

Erstmeldung vom 17. März:

Münster/Stadtlohn – Das Verwaltungsgericht in Münster verhandelt am Donnerstag um 9.00 Uhr einen Streit um die Bergung eines Flugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg im westlichen Münsterland bei Stadtlohn. Die Arbeitsgruppe Vermisstenforschung aus Rheinland-Pfalz will 80 Jahre nach dem Absturz das Wracks und möglicherweise auch eine Leiche tief aus dem Boden bergen und klagt auf eine Erlaubnis. Die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe haben Bedenken, bevor eine denkmalrechtliche Genehmigung erteilt wird. Bei diesem Ort ist das Flugzeug damals abgestürzt:

Der Ort Stadtlohn befindet sich etwa 150 Kilometer von Köln und etwa 110 Kilometer von Düsseldorf entfernt.

März 1942: Flugzeug stürzte über dem Münsterland ab – Pilot konnte sich retten, doch Bordfunker stürzte ab

Augenzeugen zufolge hatte sich der Pilot bei dem Abschuss am 26. März 1942 mit dem Falschschirm retten können. Der Bordfunker sei dagegen beim Luftkampf mit britischen Verbänden abgestürzt. Die Trümmerteile liegen laut geophysikalische Untersuchungen mehrere Meter tief in der Erde. An der Absturzstelle steht ein Grabstein zur Erinnerung an den Flieger. (dpa)

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