1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Münster: Was typisch ist für die Uni-Stadt in Westfalen

Erstellt:

Von: Peter Sieben

Historische Altstadt, Prinzipalmarkt, Giebelhäuser, St. Lamberti Kirche, Fahrradtstellplatz, in Münster, NRW, Deutschlan
Münster ist ganz klar Fahrradstadt - pro Einwohner gibt es 1,5 Fahrräder. Alle Sehenswürdigkeiten wie den berühmten Prinzipalmarkt lassen sich gut mit dem Rad erkunden. © Jochen Tack/imago

Münster ist berühmt für Giebelhäuser, die Uni und Fahrräder. Doch die Stadt mit ihrer wechselvollen Geschichte hat noch mehr zu bieten.

Münster verkörpert alles, was man sich vielleicht unter dem Begriff „Uni-Stadt“ vorstellt: Es gibt eine hohe Kneipendichte in der Altstadt, sehr viele Radfahrer, hohe Mietpreise für WGs. Nun – und natürlich eine große Uni. Doch die geschichtsträchtige Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet noch weitaus mehr. Sie steht für typisch westfälische Gemütlichkeit und ist dank der pittoresken Architektur Ziel von Touristen, weshalb es auch zahlreiche Hotels in Münster gibt.

StadtnameMünster
Offizielles Gründungsjahr793
Einwohner317.713
BundeslandNordrhein-Westfalen
KreisKreisfrei
StadtgliederungSechs Stadtbezirke, 45 Stadtteile
PLZ48143 bis 48167
Vorwahlen0251, 02501, 02506, 02533, 02534, 02536
OberbürgermeisterMarkus Lewe (CDU), seit 2009
Fluss in MünsterEms
HauptwahrzeichenPrinzipalmarkt, WWU, Rathaus, Dom

Wir geben einen Überblick zur Stadt, zur berühmten Universität, zur wechselvollen Geschichte und zur Frage: Was sollte man in Münster unbedingt unternehmen?

Münster: Wie gut ist die Uni in der westfälischen Stadt?

Klar, wenn es um Münster geht, steht als Erstes die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) auf der Liste. Hier studieren rund 44.430 Studierenden in 280 Studiengängen und 15 Fachbereichen. Damit ist die Uni Münster eine der größten deutschen Universitäten – und eine mit einer wechselvollen Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht.

Der Vorläufer der heutigen Uni war ein Jesuitenkolleg, das am Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Gründung einer echten Universität scheiterte in den Wirren des 30-jährigen Kriegs (1618 bis 1648) zunächst, erst 1780 wurde die Uni eingeweiht. Im Zuge der napoleonischen Kriege verlor die Einrichtung den Status als Universität und wurde als Akademie weitergeführt. 1902 kam es zur Neugründung, Namensgeber war der damalige preußische König Wilhelm II. Damit hatte Münster wieder eine echte Uni.

Das Fürstbischöfliche Schloss in Münster ist Hauptsitz der Universität
Das fürstbischöfliche Schloss ist heute das zentrale Gebäude der Uni Münster. © Hans Blossey/imago

Die WWU genießt international einen guten Ruf. Das Magazin Times Higher Education nahm die Uni Münster im Jahr 2022 gar in die Liste der weltweit 200 besten Hochschulen auf. Die Expertinnen und Experten bewerteten 1799 Hochschulen in 104 Ländern, die Uni Münster landete international auf Platz 185 und national auf Platz 19.

Was kann man an der Uni Münster studieren?

Insgesamt bietet die Uni Münster 280 Studiengänge in 15 Fachbereichen.  Besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin sowie in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften hat die Uni ein starkes Profil. So ging bereits die Neugründung 1902 mit der Schaffung der juristischen Fakultät einher. Weil die Uni sehr gezielt die Spitzenforschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs in diesen Fächern fördert, bietet sich hier ein Studium gut an.

Münster: Prinzipalmarkt im Zentrum der Altstadt

Der Prinzipalmarkt ist ein echtes Wahrzeichen der Stadt: Hier, wo schon vor Jahrhunderten Kaufmannsfamilien ihren Geschäften nachgegangen sind, gibt es zahlreiche mittelalterlich anmutende Giebelhäuser und Bogengänge. Anmutend deshalb, weil viele der historischen Gebäude und Fassaden nicht mehr im Originalzustand erhalten sind. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden sie in Anlehnung an das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder aufgebaut.

Was sollte man in Münster gemacht haben?

Der Stadtkern von Münster ist nicht allzu groß und kann gut zu Fuß oder noch besser mit dem allgegenwärtigen Fahrrad (es gibt hier deutlich mehr Räder als Einwohner) erkundet werden.

Zwei Radfahrer sind am Aasee in Münster untewegs.
Radfahren ist Pflicht in Münster: Zum Beispiel am Aasee, dem Naherholungsgebiet der Münsteraner. © Rupert Oberhäuser/imago

Elf Tipps, was man in Münster unbedingt unternehmen sollte:

Was ist typisch für Münster?

Das Studentenleben, die besondere Architektur mit den Giebelhäusern, die im Münsteraner Platt „Giebelhüüskes“ heißen und die wechselvolle Geschichte haben wir schon behandelt. Daneben ist Münster vor allem für seine westfälische Gemütlichkeit und ziemlich deftiges Essen bekannt.

Pumpernickel mit Blutwurst
Deftig darf‘s in Münster gern sein: Pumpernickel mit Blutwurst ist ein Klassiker. © CSP_Jochen via www.imago-images.

Ganz typische Speisen in Münster:

Wie spricht man in Münster?

Im Abschnitt über tyisches Münsteraner Essen haben wir schon spezielle Vokabeln kennengelernt. Tatsächlich hat Münster einen eigenen Dialekt, das Münsterländer Platt (auf münsterländisch: mönsterlännsk Platt). Münsterländisch ist ein westfälischer Dialekt des Niederdeutschen und Niedersächsischen. Manche Wörter erinnern schon an norddeutsche Dialekte. wie man sie Hamburg oder Bremen erwarten würde.

Typisch für das Münsterländer Platt sind Diphtonge, also Doppelvokale wie zum Beispiel uo, üö, oder ao sowie die Verwendung von K-Lauten anstelle von „ch“. Ein Beispiel: Das hochdeutsche Wort brechen wird im Dialekt zu breaken.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhundert war Platt meist die erste erlernte Sprache, im Laufe der Zeit setzte sich wie in vielen Regionen das Hochdeutsch durch. Gerade viele ältere Menschen sprechen im Alltag aber immer noch Münsterländer Platt, denn: N ollen Baum löt sich laig ümpuorten. Klar, oder? Nein? Okay, dann die Übersetzung: Ein alter Baum lässt sich nicht verpflanzen.

Wer stilecht grüßen will, sollte sich diese Vokabeln merken: Gueten Dag! Wu Gait‘t di? (Guten Tag, wie geht es dir?)

Hat Münster einen Flughafen?

25 Kilometer nördlich von Münster liegt der Flughafen Münster/Osnabrück. Der IATA-Code lautet FMO. Von hier starten Flugzeuge vornehmlich in Richtung europäischer, nordafrikanischer und türkischer Urlaubsziele. Die meisten Flüge werden von der maltesischen Fluggesellschaft Corendon durchgeführt.

Der Flughafen ist international, im Vergleich zu anderen Airports in NRW wie dem Flughafen Düsseldorf oder dem Flughafen Köln/Bonn aber eher klein.

Welcher Bus fährt in Münster?

Straßenbahnen oder U-Bahnen gibt es in Münster nicht bzw. nicht mehr, ein Schienennetz wurde bereits in den 50er Jahren wieder abgebaut. Wer in entlegenere Stadtteile muss und nicht das Rad nehmen will, fährt mit dem Bus. Der Busverkerkehr liegt im Verbundgebiet des Westfalentarifs. Insgesamt gibt es in Münster 22 Stadtbuslinien.

Hier finden Sie die Buslinien mit der entsprechenden Linien-Nummer und den Streckenverlauf:

Überdies gibt es Nachtbusse, die werktags von 21 bis 1 Uhr und an den Wochenenden von 21 bis 8 Uhr im 30-Minuten-Takt durch die ganze Stadt und über den Hauptbahnhof fahren (nach 1 Uhr im Stundentakt).

Hotel in Münster: Wo kann man gut übernachten?

Münster hat genug für mindestens einen Wochenendtrip zu bieten, wer länger bleibt, kann mit dem Rad auch noch das Umland wie etwa die Rieselfelder erkunden, durch die lange Radwege führen. Für Übernachtungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in der Innenstadt oder zentrumsnah gibt es mehr als 60 Hotels, dazu kommen Pensionen und Ferienwohnungen.

Besonders hoch ist die Hoteldichte zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt von Münster, aber auch im Alstadtkern gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Auch am Aasee etwas außerhalb des Stadtkerns liegen Hotels.

Durchschnittlich zahlt man für ein Doppelzimmer in Münster pro Nacht zwischen 110 und 130 Euro – im Hostel geht es auch deutlich günstiger (ab etwa 45 Euro), je nach Lage und Ausstattung des Hotels natürlich auch deutlich teurer.

Auch interessant