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Noch vor dem 49-Euro-Ticket: Straßenbahn in Neuss bald kostenlos

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Von: Peter Sieben

Die Straßenbahn 709 fährt zwischen Neuss und Düsseldorf
Sieben Haltestellen kann man ab Januar mit der Straßenbahn 709 in Neuss kostenlos befahren. (Archivbild) © Fabian Strauch/dpa

Die Straßenbahnlinie 709 zwischen Neuss und Düsseldorf ist bald auf einem Streckenabschnitt kostenlos nutzbar. Für Autofahrer hat das allerdings einen erheblichen Nachteil.

Neuss – In Monheim am Rhein ist es schon ein alter Hut: In der Gemeinde, die einst Schlagzeilen machte, weil sie durch einen Gewerbesteuertrick unfassbar reich geworden ist, kann jeder umsonst mit dem Bus fahren. Die Stadt Neuss startet bald eine ähnliche Aktion – ganz unabhängig von den bundesweiten Diskussionen zum 49-Euro-Ticket: Die Straßenbahnlinie 709, die zwischen Neuss und Düsseldorf verkehrt, können Fahrgäste zumindest auf einem Teil der Strecke kostenlos nutzen.

Straßenbahnlinie709
Anzahl Haltestellen33
Start- und EndpunktNeuss: Theodor-Heuss-Platz - Düsseldorf: Gerresheim Krankenhaus

Straßenbahnlinie 709 in Neuss ab Januar kostenlos

Einen entsprechenden Vorschlag von Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) hat der Stadtrat inzwischen beschlossen, auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stimmte zu. „Wir müssen etwas für den Klimaschutz tun und wollen Bus und Bahn als attraktive Alternative zum PKW stärken“, so Breuer. Das Pilotprojekt startet am 1. Januar 2023 und gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2023. Die Linie 709 kann dann jeder an sieben Haltestellen kostenfrei nutzen:

Bus und Bahn sollen so attraktiver werden. Sollten vermehrt Menschen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen, könne das Angebot dauerhaft umgesetzt und ausgebaut werden, heißt es bei der Stadt.

Parken wird in Neuss deutlich teurer

Haken an der Sache für Autofahrer: Das 226.000 Euro teure Projekt wird unter anderem durch Mehreinnahmen aus Parkgebühren finanziert. Die werden nun kräftig erhöht: Statt 30 Euro pro Jahr kostet der Anwohnerparkausweis künftig zehn Euro pro Monat. Und für 30 Minuten Parkzeit zahlen Autofahrer statt einem Euro bald 1,50 Euro.

Die Aktion ist Teil eines neuen Mobilitätskonzepts für die Neusser Innenstadt. Schon jetzt gibt es eine verkehrsberuhigte Fahrradachse von der Preußenstraße im Stadionviertel bis zum Glockhammer, die künftig auch an den Radschnellweg NRW angebunden werden soll.  

Mehr Mobilstationen in der Neusser Innenstadt

Auch Mobilstationen, an denen Autos oder Elektrofahrräder geliehen werden können, sollen ausgebaut werden. „Mit diesen Maßnahmen wollen wir den Neusserinnen und Neussern den Umstieg auf Bus, Bahn und Fahrrad erleichtern“, so Juliana Conti, mobilitätspolitische Sprecherin der SPD Neuss. 

Die Geschäftstraße zwischen Hauptbahnhof und Landestehater droht indes, an Attraktivität einzubüßen: Zuletzt verabschiedete sich mit Bayer Moden ein weiteres Traditionsgeschäft nach 66 Jahren aus der Neusser Innenstadt. (pen) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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