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Fahrgast bespuckt Busfahrer in Neuss: „Hier hast du Corona!“ - Reaktion der Fahrgäste macht fassungslos

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Von: Nina Büchs

In Neuss bespuckte ein Fahrgast einen Busfahrer, als dieser ihn auffordert, eine Maske zu tragen. Auf Facebook machte der Fahrer seinem Ärger mit emotionalen Worten Luft.

Ein Mann steigt in eine Rheinbahn ein (Symbolbild).

Ein Fahrgast bespuckte am Donnerstag, 19. November einen Busfahrer, nachdem dieser in aufforderte, eine Maske zu tragen. © Caroline Seidel/dpa

Neuss – Eskalation am Hauptbahnhof Neuss: Dort musste ein Busfahrer der Linie 830 eine Spuck-Attacke über sich ergehen lassen. Auslöser war, dass der Fahrer den Fahrgast darauf hinwies, einen Mundschutz zu tragen oder aus dem Bus auszusteigen. Als der Fahrgast den Bus schließlich verließ, bespuckte er den Busfahrer mit den Worten „Hier hast du Corona!“. In einem Facebook-Post machte der Busfahrer seinem Ärger nun Luft.

Fahrgast bespuckt Busfahrer in Neuss: So schamlos reagierten Fahrgäste auf die Coronavirus-Attacke

„Ein einziger Fahrgast war in der Lage, mir als Zeuge zur Verfügung zu stehen und mir zu helfen! Vielen Dank!“ schreibt der Betroffene nun in einem Post in der Facebook-Gruppe „Rheinbahn Watch“. Zugleich schildert er auch die Reaktion der anderen Fahrgäste - die nämlich vor allem eines taten: Nichts. Stattdessen fragten sie nur, wann es weitergeht, so der Busfahrer.

Ekel-Vorfall am Hauptbahnhof Neuss: Nun wendet der Busfahrer sich in einem Facebook-Post an den „Spucker“

Zugleich findet er deutliche Worte an den „Spucker“: „Zur Info, lieber Fahrgast. Dein Bild ist mir bekannt, der Bus war videoüberwacht und ich konnte ein Handybild machen, welches der Polizei vorliegt.“ Den Vorfall bestätigte auch die Polizei, die in einer Pressemitteilung eine Beschreibung zum Täter veröffentlichte. Demnach soll es sich um einen etwa 180 Zentimeter großen Mann handeln, der 90 Kilogramm wiegt. Außerdem hat er schwarze Haare, einen schwarzen Bart und trug eine schwarze Jacke. Auch eine hellblaue Mund-Nasen-Bedeckung soll er bei sich getragen haben.

NRW/Neuss: Trauriger Busfahrer darf wegen des Tests auf Coronavirus seinen kleinen Sohn nicht sehen

Wie sich zeigt, zieht die Spuck-Attacke nun enorme Folgen nach sich. So muss nun unter anderem geprüft werden, ob der Busfahrer dadurch mit dem Coronavirus infiziert* wurde. Der Busfahrer befindet sich deshalb in Quarantäne. Tragisch ist auch, dass der Betroffene nun deshalb seinen Sohn längere Zeit nicht sehen kann. So schreibt er: „Des Weiteren hast du meinem kleinen Sohn (6 Jahre) die Möglichkeit genommen, seinen Papa an diesem Wochenende zu sehen, den er nur alle 14 Tage sieht, da ich in Quarantäne bin.“

Ob das Corona-Testergebnis des Busfahrers nun positiv oder negativ ist, ist bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall, der sich gegen 17.30 Uhr ereignete, hat das Kriminalkommissariat der Polizei Rhein-Kreis Neuss aufgenommen. (nb) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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