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Neuss: Kirche wurde wegen Corona kreativ – so lief der Gottesdienst im Autokino an Karfreitag

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Pfarrerin Anna Berkholz (r) und Pfarrer Sebastian Appelfeller leiten auf dem Kirmesplatz im Stadtteil Gnadental einen KFZ-Gottesdienst.
In Neuss fand am Karfreitag ein Gottesdienst im Autokino statt. © Jonas Güttler/dpa

Bei der Gestaltung des Karfreitagsgottesdienstes während der Corona-Pandemie war eine Kirche in Neuss richtig kreativ. Dort fand die Predigt in einem Autokino statt.

Düsseldorf/Neuss – Zum zweiten Mal haben viele christliche Gemeinden Karfreitag unter Corona-Bedingungen gefeiert. So riefen der evangelische Pfarrer Sebastian Appelfeller und seine Kollegin Anna Berkholz etwa die Gemeinde Neuss-Süd auf den Kirmesplatz Gnadental, um einen Autokino-Gottesdienst mit großer Leinwand und Predigt über das Autoradio zu erleben. Üblicherweise werden hier Schützen-, Kirmes- und Kita-Feste gefeiert.

Gottesdienst im Autokino in Neuss: Schwarzbrot und Trauben statt der üblichen Hostie

Zu dem rund einstündigen Familien-Gottesdienst kamen über 60 Fahrzeuge angefahren – darunter der Gemeindebus mit Senioren aus dem Altenheim, wie Appelfeller der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf berichtete. Statt der üblichen Hostie seien Schwarzbrot-Kringel und Weintrauben verteilt worden, die Jugendliche mit Mundschutz und Handschuhen in kleinen Holzschiffchen durch die Autofenster reichten.

Er habe über Solidarität gesprochen und darüber, dass Sterben etwas sei, „das schnell im Abseits passiert“, sagte Appelfeller. Im besten Fall sei bei den Besuchern angekommen: „Wir sind nicht allein. Es geht weiter.“

Autokinogottesdienst in Neuss: Sogar ein kleines Hup-Konzert war erlaubt

Zum Abschluss wurde trotz des stillen Feiertags ein kleines Hup-Konzert erlaubt und die Gläubigen wurden von beiden Pfarrern aus dem Autokino gewunken. Beim nächsten Neusser Autokino-Gottesdienst am Ostersonntag sei dann alles erlaubt, „was das Auto hergibt“, mit Licht und Hupe und allen Möglichkeiten, kündigte der Pfarrer an.

Auch viele andere Kirchen in NRW mussten überlegen, wie sie die Gottesdienste am Karfreitag während der Corona-Pandemie gestalten. Es gab sowohl Präsenzgottesdienste mit Hygiene-Auflagen als auch Online-Gottesdienste. (bs/dpa/lnw)

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