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Niederlande sind Corona-Risikogebiet – was bei Fahrten nach und von NRW aus gilt

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Das Grenzschild zur Niederlande an der deutsch-niederländischen Grenze
Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten die Niederlande seit Mitternacht aus deutscher Sicht als Hochinzidenzgebiet. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Die Niederlanden sind ab sofort Corona-Risikogebiet. Was Pendler und Reisende von und nach Nordrhein-Westfalen jetzt beachten müssen.

Düsseldorf – Unmittelbar nach Ende der Osterfeiertage werden die Niederlande wegen der vielen Corona-Infektionen zum Hochinzidenzgebiet. Damit sind am Dienstag ab Mitternacht Pflichten für Einreisende aus dem Nachbarland in Kraft getreten.

Auch in NRW sollen künftig schärfere Regelungen gelten, zumindest, wenn es nach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet geht. Laschet sorgte am Ostermontag mit seiner Forderung nach einem „Brückenlockdown“ für Irritationen. Bisher hatte Laschet immer betont, dass der Lockdown nicht der einzige Weg zur Lösung im Umgang mit der Coronakrise sein kann. Aktuell gelten in NRW diese Corona-Regeln.

Niederlande sind Corona-Risikogebiet: negativer Test darf maximal zwei Tage alt sein

Wer über die Grenze nach Nordrhein-Westfalen kommt, muss einen Testnachweis vorzeigen können, der höchstens 48 Stunden alt sein darf. Die Einhaltung der Testpflicht soll durch Bundes- und Landespolizei überprüft werden. Eine Sprecherin der Bundespolizei bestätigte, es seien stichprobenartige Kontrollen an der Grenze geplant. Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test zu befreien, bleibt unverändert. 

Als Tests werden laut einer Mitteilung der NRW-Staatskanzlei sowohl PCR-Tests als auch PoC-Schnelltests eines befugten medizinischen Dienstleisters sowie Selbsttests unter Aufsicht fachkundigen Personals akzeptiert. Der Testnachweis kann auf Papier oder in digitaler Form – zum Beispiel durch Vorzeigen eines Dokuments auf dem Mobiltelefon – erbracht werden. Der Testnachweis ist grundsätzlich bereits bei Einreise mitzuführen.

Fahrten von den Niederlanden nach NRW: für Pendler gelten andere Regelungen

NRW hat im Rheinland und im Münsterland eine 400 Kilometer lange Grenze mit dem Nachbarland. Für die Pendler, die auf dem Weg zu Ausbildung, Studium, Arbeit oder Wohnung regelmäßig die Grenze überqueren, gibt es Ausnahmeregeln. Für Pendler ist ein negativer Test 72 Stunden gültig. Sie sollen den Test nach der Einreise unverzüglich, sogar zum Beispiel nach der Ankunft am Arbeitsplatz, nachholen können.

Auch Personen, die mehrmals pro Woche enge Familienangehörige (Verwandte 1. Grades, Ehegatte, Lebenspartner, Lebensgefährte, Kinder aufgrund geteilten Sorgerechts oder Umgangsrechts) auf der anderen Seite der Grenze besuchen, müssen sich laut Staatskanzlei ebenfalls regelmäßig testen lassen. Analog zur Regelung für die Grenzpendler ist ein negativer Test ebenfalls 72 Stunden gültig, sodass innerhalb von sechs Tagen zwei Tests notwendig sind.

Niederlande sind Corona-Risikogebiet: Testpflicht und Anmeldepflicht gilt nicht für Durchreisende

Zusätzlich zur Testpflicht besteht zudem eine Anmeldepflicht für Einreisende aus den Niederlanden.  Ausgenommen von der Testpflicht und Anmeldepflicht sind demnach Durchreisende sowie Transporteure, die weniger als 72 Stunden in Deutschland bleiben. Auch Aufenthalte unter 24 Stunden müssen nicht angemeldet werden. Weitere Ausnahmen können beim zuständigen Gesundheitsamt beantragt werden.

Die geltenden Regelungen sind in der Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums NRW vom 4. April nachzulesen. 

Nach Tschechien, Polen und Frankreich sind die Niederlande das vierte Nachbarland, das als Hochinzidenzgebiet mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen eingestuft wird. (dpa/lsc)

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