1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Mit „nora“ Notrufe vom Handy absetzen – und Standort automatisch mitschicken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Stroka

Die neue Notruf-App Nora ist auf dem Display eines Mobiltelefons zu sehen.
Die neue Notruf-App „nora“ steht ab heute zum Download bereit. © Rolf Vennenbernd/dpa

Ab Dienstag ist „nora“, die offizielle Notruf-App der Bundesländer, zum Download für Mobilgeräte verfügbar. Die wichtigsten Infos und Funktionen der neuen App im Überblick.

Düsseldorf – Wer sich in einer Notsituation befindet, wählt in Deutschland in den meisten Fällen die 110 oder 112, um den Notruf zu benachrichtigen. Nun kommt eine neue Alternative dazu – „nora“, eine App für das Smartphone und andere Mobilgeräte.

Neue App für Notfälle: „nora“ ist Ergänzung zu Notrufnummern 110 und 112

Die „nora“-App ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer in Deutschland und steht ab Dienstag (28. September) um 12 Uhr im Apple App Store für iOS und im Google Play Store für Android zum Download bereit. 15 Bundesländer machen von Beginn an mit. Nur Userinnen und User in Berlin müssen sich noch gedulden, da die Nutzung der App dort noch per Abstimmung genehmigt werden muss. Hinter der App steht das NRW-Innenministerium. Sie wurde am Dienstag in Düsseldorf von Innenminister Herbert Reul offiziell vorgestellt.

Die App gilt dabei als „Ergänzung zu den Notrufnummern 110 und 112 von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten und richtet sich vor allem an Menschen mit einer Hör- und Sprachbehinderung“, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums. Aber auch jeder andere kann im Notfall einen Notruf über die App absenden ohne sprechen zu müssen. „Den Menschen bieten wir damit so was wie ein großes Stück mehr Sicherheit und vor allem auch Selbstbestimmung“, sagte Reul. „Grundsätzlich ist ‚nora‘ eine App für alle Menschen in Deutschland.“

„nora“-App für Notrufe per Handy: Was benötige ich zum Download und zur Nutzung der App?

Um die App nutzen zu können wird ein Smartphone mit einem Mobilfunkvertrag oder einer Prepaid-SIM-Karte sowie eine Internetverbindung und die „nora“-App selbst benötigt. Nach dem Download ist eine Registrierung mit der Eingabe der eigenen Mobilnummer und des eigenen Namens nötig. Wer möchte, kann auch noch weitere persönliche Daten hinterlegen, damit es im Falle eines Notrufs schneller geht und die zuständige Einsatzstelle bereits alle wichtigen Informationen hat. Zu diesen Daten gehören beispielsweise Alter und Geschlecht, Vorerkrankungen oder mögliche Behinderungen.

Datenschutz bei der „nora“-App

Zu möglichen Datenschutzbedenken sagen die Betreiber: „Die Angaben werden zunächst ausschließlich lokal auf Ihrem Mobil-Gerät gespeichert. Erst in einer Notfallsituation werden sie an die Einsatzleitstellen und von dort gegebenenfalls an die Einsatzkräfte übermittelt. Beide erhalten grundsätzlich nur die Informationen, die zur Einschätzung des jeweiligen Notfalls erforderlich sind.“ Grundsätzlich seien aber mit Ausnahme der Mobil-Nummer und des Namens alle Angaben freiwillig.

Neue Handy-App für Notfälle: So sende ich einen Notruf mit „nora“

Ein Screenshot der Nora-App auf einem Smartphone.
Bei jedem Notruf über die „Nora“-App wird der Standort über das Smartphone vermittelt und an die zuständige Einsatzstelle gesendet. © Land NRW

Nach der Registrierung und Anmeldung wirbt die App damit, dass Notrufe in nur drei Schritten abgesetzt werden können. Sobald der oder die Betroffene einen Notruf startet, wird zunächst der Standort ermittelt. Dafür muss die entsprechende Standort-Ermittlung des Smartphones für die App erlaubt werden. „nora“ zeigt daraufhin eine Karte und die Adresse mit dem Standort des Nutzers an. Sollte dieser Standort nicht mit dem Notfall-Ort übereinstimmen, kann er auch manuell eingegeben werden.

Im nächsten Schritt wird ausgewählt, um welche Art Notfall es sich handelt. Zur Auswahl stehen „Polizei-Notfall“, „Unfall“, „Feuer“, „Medizinischer Notfall“ und „Unwetter/Person in Not/Sonstiges“. Es folgen maximal fünf Fragen, beispielsweise zur Art des Notfalls und der Anzahl der Beteiligten, die einfach durch Klicken auf dem Touchscreen beantwortet werden können. Wer sich bedroht fühlt, kann in diesem Schritt auch einen sogenannten „Stillen Notruf“ absetzen. „Das ist für Situationen hilfreich, in denen Ihr Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll“, so das Land NRW. Dann erfolgt die Kommunikation mit der Einsatzleitstelle nur per Chat-Funktion.

Notruf-App „nora“: Wer unsicher ist, probiert den Demo-Modus aus

Im dritten Schritt wird der Notruf per Knopfdruck abgesendet. Hier ist auch nochmal eine Zusammenfassung aller relevanten Informationen zum Notruf einsehbar. Danach öffnet sich ein Chatfenster und der oder die Betroffene werden so direkt mit der Einsatzleitstelle verbunden. Wichtig: Auch wenn im Chat nichts geschrieben wird oder geschrieben werden kann, soll Hilfe an den angegebenen Unfallort geschickt werden.

Wer unsicher ist, kann das Senden eines Notrufs über „nora“ in der App auch in einem Demo-Modus ausprobieren und von Anfang bis Ende den Ernstfall proben. „Dabei läuft alles wie im tatsächlichen Notruf ab – nur, ohne dass eine Einsatzleitstelle kontaktiert wird. So wissen Sie im Fall der Fälle bereits genau, wie es geht.“ (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde am 28. September um 11:43 Uhr aktualisiert. Neuerung: O-Töne von Innenminister Herbert Reul hinzugefügt.

Auch interessant