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Corona in NRW: Land will mit „Johnson & Johnson“ erst Obdachlose impfen – das ist der Grund

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Eine Ampulle und eine Verpackung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson steht auf einem Tisch.
Sobald der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson verimpft werden darf, will NRW damit zuerst Obdachlose impfen. © Mary Altaffer/dpa

Noch wird der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson nicht ausgeliefert. Doch, wenn es soweit ist, will das Land NRW damit zuerst Obdachlose impfen.

Düsseldorf – Den vorerst noch nicht ausgelieferten Impfstoff von Johnson & Johnson will das NRW-Gesundheitsministerium zuerst für Impfangebote in der Wohn- und Obdachlosenhilfe einsetzen. „Hier bestehen die größten Unsicherheiten, die Zweitimpfungen nach sechs beziehungsweise zwölf Wochen sicherzustellen“, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen an den Gesundheitsausschuss. Konkret wurde bei Johnson & Johnson nach einer besonderen Strategie gefragt, da hier offenkundig eine Impfung ausreichend sei.

Nur eine Impfung nötig: NRW will Impfstoff von Johnson & Johnson erst Obdachlosen anbieten

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wäre der vierte, der im Kampf gegen Corona in Deutschland auf den Markt kommt – nach denen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält den Auslieferungsstopp des Unternehmens nach Meldungen über Thrombose-Fälle für eine „nachvollziehbare Maßnahme“. Es habe alarmierend gewirkt, dass das Problem eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Problem habe, das im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgetreten sei, sagte er am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Wie bei Astrazeneca: Thrombosefälle nach Impfung mit Johnson & Johnson

Auch in Nordrhein-Westfalen gab es Fälle von Hirnvenenthrombosen nachdem die Personen mit dem Astrazeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft worden waren. In zwei Fällen starben die Betroffenen, darunter eine 47-Jährige aus dem Kreis Euskirchen und ein 36-jähriger aus Essen.

Aus diesem Grund hatte NRW Ende März die Impfungen mit Astrazeneca für alle unter 60-Jährigen vorerst gestoppt. Kurz darauf änderte auch die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung entsprechend, Bund und Länder folgten ihr. Anschließend wurde der Impfstoff für über 60-Jährige wieder freigegeben, was einen Run auf die Impftermine in NRW auslöste. (dpa/lys)

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