Idee sorgt für Kritik

Giffey will Kitas mit Ampel-Modell öffnen: NRW sieht Vorschlag kritisch – „völliges Chaos“ möglich

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Werden die Kitas in NRW bald wieder öffnen? (Archivfoto).

Bundesfamilienministerin Giffey möchte im Kampf gegen Corona ein Ampel-Modell für die Öffnung von Kitas einführen. Die NRW-Landesregierung sieht den Vorschlag kritisch.

  • Wegen der aktuellen Corona-Entwicklung gelten in NRW derzeit strenge Regeln
  • Davon betroffen sind unter anderem auch Kitas in Köln, Düsseldorf und Bonn
  • Mit dem Ampel-Modell von Franziska Giffey soll eine Kita-Öffnung jedoch bald wieder möglich sein

Düsseldorf – Seit Ausbruch des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen gelten auch im bevölkerungsreichsten Bundesland strenge Regeln. Unter anderem wurde der Betrieb der Kindertagesstätten stark eingeschränkt. Kurz vor dem vorläufigen Ende des zweiten Lockdowns steht nun die Frage im Raum, wann Kitas wieder öffnen dürfen. Dies beschäftigt wohl vor allem viele Eltern, die ihre Kinder aufgrund von Corona oft von zu Hause aus neben der Arbeit betreuen. Wenn es nach Bundesfamilienministerin Giffey geht, steht mit einem Ampel-Modell einer Öffnung der Kitas nichts mehr im Wege. Die Landesregierung in NRW ist skeptisch.

Coronavirus in NRW: Landesregierung lehnt Giffeys Ampel-Modell ab

Das Ampel-Modell für eine flexible Kita-Öffnung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stößt in der NRW-Landesregierung jedoch auf Ablehnung. „So richtig es ist, auch in anderen Bundesländern Kitas wieder zu öffnen, so ist der Verfahrensvorschlag von Frau Giffey praxisfremd und völlig naiv“, sagt NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) dem Kölner Stadt-Anzeiger. Auch gegenüber dem WDR hatte Stamp seine Kritik bekundet.

Coronavirus in Deutschland: So soll das Ampel-Modell in den Kitas funktionieren

Ampel-FarbeGesundheitszustand Kinder und PersonalKitabetrieb
grünkeine infizierte Person, unter 10 Prozent in QuarantäneKita normal geöffnet
gelbeine infizierte Person, bis zu einem Viertel in Quarantäneeingeschränkter Regelbetrieb
rotmind. zwei Infizierte, mehrere Personen in QuarantäneKita geschlossen, Notbetreuung

Nach Giffeys Modell soll sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß eine Kita geöffnet hat, künftig daran messen, wie viele Kinder und Erzieher infiziert oder in Quarantäne sind: Ist niemand infiziert und liegt der Quarantäne-Anteil unter zehn Prozent, so zeigt die Ampel gewissermaßen auf „grün“ und die Kita ist ganz normal geöffnet.

Ist eine Person infiziert und ist eine Kindergartengruppe oder bis zu einem Viertel des Personals in Quarantäne, wäre es nur „gelb“ und es gäbe einen eingeschränkten Regelbetrieb, etwa mit weniger Stunden. „Rot“ wäre es bei zwei oder mehr Infizierten und sehr vielen Personen in Quarantäne - dann würde die Kita geschlossen und nur die Notbetreuung würde angeboten, so das Giffey-Modell.

Landespolitiker Stamp (FDP): Ampel-Modell führt zu Chaos – dieses Vorgehen plant NRW

So ein flexibles Modell, das sich an der aktuellen Lage der Kita orientiert, führt beim Landespolitiker Stamp zu Kopfschütteln. „Das würde zu einem völligen Chaos für Kita-Personal, Eltern und Träger führen“, sagte der Minister. „Wir setzen den eingeschränkten Pandemiebetrieb mit festen Gruppen und Stundenreduzierung fort und appellieren an die Eltern, nach Möglichkeit bis zum 14. Februar die Kinder selbst zu betreuen“, sagte Stamp weiter. „Wie es ab dem 15. Februar weitergeht, werden wir unter Berücksichtigung der Pandemie-Entwicklung mit Trägern, Eltern und Gewerkschaften in der kommenden Woche beraten.“

Coronavirus in Kitas: Stadt Köln bietet kostenlose Rachenspültests vor Ort an

Zuletzt häuften sich auch einige Meldungen zu Ausbrüchen von Corona-Mutationen in Kitas in NRW. Betroffen waren unter anderem auch vier Kölner Kindertagesstätten. Um die Corona-Infektionen in den Kitas einzudämmen, bietet die Stadt Köln nun kostenlose Rachenspültests vor Ort an. Das Personal könne damit testen, ob es mit dem Coronavirus infiziert ist, oder nicht. Schon bald sollen die Tests auch für Kinder angeboten werden. (nb mit dpa)

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