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NRW: Arbeitslos oder frieren – was hinter den Schockaussagen der Industrie steckt

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Von: Dennis Liedschulte

Mit eiskalten Aussagen zum Thema Gasmangel im Zuge des Ukraine-Krieges sorgt die Industrie in NRW für einen Aufschrei.

Dortmund – In NRW macht sich der Frühling breit. Die Temperaturen steigen. Der Sommer kommt. Doch schon jetzt sorgt die Industrie mit heftigen Aussagen zum Thema Heizen und Gasmangel für Angst vor dem Winter, wie RUHR24 weiß.

BundeslandNRW
Verband/UnternehmenNRW-Unternehmerverband und Eon
ThemaGas-Lieferstopp aus Russland

NRW: Arbeitslos oder frieren – Unternehmerverband und EON stellen Privathaushalte vor Wahl

Im Falle eines Mangels an Gas sind Privathaushalte durch das Gesetz besonders geschützt. Denn zuerst wird der Industrie der Gashahn zugedreht. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Haushalte weiterhin heizen können im Winter, aber die Industrie nicht weiter arbeiten kann (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Das geht so nicht, meinen jedenfalls Vertreter der Industrie. Der NRW-Energiegigant EON, die NRW-Unternehmerverbände schlagen vor, die Industrie im Falle von Gasmangel zu priorisieren. Auf den Punkt gebracht, stellt die Industrie die Menschen vor die Wahl: Entweder ihr friert, oder verliert euren Job!

Arndt G. Kirchhoff, Chef der NRW-Unternehmerverbände, äußerte sich gegenüber der Bild: „Was hilft es, wenn die Arbeiter zu Hause sitzen im Warmen, und die Arbeitsplätze sind weg?“

Arbeitslos oder frieren im Winter: NRW-Unternehmerverband und EON bekommen Gegenwind

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, äußerte sich ebenfalls gegenüber der Bild. Man müsse darüber diskutieren. Ein uneingeschränkter Schutz für private Verbraucher sei schwer vermittelbar.

Arndt G. Kirchhoff
Arbeitslos oder frieren? NRW-Unternehmen schocken Privathaushalte! Im Bild: Arndt G. Kirchhoff vom NRW-Unternehmerverband. © unternehmer nrw; homas Trutschel/photothek.de/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

Allerdings ruderte er am Freitag (29. April) teilweise zurück, wie die Rheinische Post berichtet. Man solle die Gruppen nicht gegeneinander ausspielen. Man müsse zusammen durch diese Krise kommen. Die Industrie bereitet sich in jedem Fall, wie merkur.de berichtet, auf mögliche Szenarien vor.

Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, spricht sich gegen eine Priorisierung der Industrie aus. Eine Abschaltung Heizungen im Winter der Haushalte wäre mit Sicherheitsfragen verbunden. Es sei nicht so einfach möglich, so etwas sicher zu planen. Allerdings könne man überlegen, die Haushalte zum freiwilligen Einsparen mit Auslobung von Prämien zu bringen.

NRW: Arbeitslos oder frieren – Politik stellt sich auf Seite der Privathaushalte

Aus der Politik kommt bislang parteiübergreifend die Meinung, dass Privathaushalte weiterhin besonders geschützt werden müssen. Bei einem Gas-Lieferstopp aus Russland im Zuge des Ukraine-Krieges sind das große Herausforderungen – sowohl für Industrie als auch für Privathaushalte.

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