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Aufräumarbeiten in NRW: Müll, Geröll, Geisterbahnhof – einen Monat nach der Flut

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Ein Mann sitzt in Bad Neuenahr hinter einem Stapel Holz.
Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe laufen weiter. Das Bild entstand in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz). © David Young/dpa

Nach der Flut in NRW schreiten die Aufräumarbeiten voran. Der Strom ist wieder weitestgehend hergestellt, Trinkwasser muss bis auf Ausnahmen nicht mehr abgekocht werden.

Düsseldorf – Einen Monat ist es her, dass die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen verheerende Schäden anrichtete: 47 Menschen kamen ums Leben, Straßen, Brücken und Häuser wurden überschwemmt und teilweise zerstört, Strom und Handynetze fielen aus: In vielen der besonders stark betroffenen NRW-Kommunen sind Tausende Menschen weiter mit dem großen Aufräumen beschäftigt.

Strom, Gas und das Telefonnetz sind inzwischen überwiegend wieder da. Auch das Abkochgebot für Trinkwasser mancherorts wurde - bis auf Einzelfälle wie in Ortsteilen von Bad Münstereifel - wieder aufgehoben.

Flut in NRW: „Geisterbahnhof“ in Euskirchen – keine Züge nach Köln, Bonn, Bad Münstereifel, Trier

„Der Bahnhof Euskirchen ist aktuell ein „Geisterbahnhof“, weil weder Züge nach Köln, Bonn, Bad Münstereifel und Trier fahren“, teilte der Sprecher mit. Der westlich von Bonn in der Eifel gelegene Kreis wurde mit seinen vielen kleinen Flüssen vom Hochwasser an manchen Orten geradezu verwüstet. Mehr als die Hälfte der in NRW bei der Katastrophe gestorbenen Menschen entfallen auf diesen Kreis.

Flut in Altena: Kommunaler Schaden liegt bei etwa 60 Millionen Euro – B236 bis Ende 2021 gesperrt

Die Stadt Altena im Märkischen Kreis war durch den Starkregen zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, weil Straßen stark überspült wurden. Ein Feuerwehrmann war bei einer Rettungsaktion dort ertrunken. Einen Monat später gehe man einer vorsichtigen Schätzung zufolge von einem kommunalen Schaden von rund 60 Millionen Euro aus, sagte der Stadtkämmerer Stefan Kemper am Donnerstag.

Material wie Geröll und Gesteinsmengen in den Bachläufen der Lenne bereiten derzeit beim Aufräumen Probleme. Es sei schwierig, den Schutt aus dem Wasser zu bergen, weil viele Bachläufe überbaut seien. „So in der Form hat es das noch nicht gegeben. Das war für uns außergewöhnlich“, sagte Kemper. Auch die große Bundesstraße 236 sei noch bis voraussichtlich Ende des Jahres gesperrt, weil dort eine Gasleitung freigelegt worden war.

Nach Flutkatastrophe in NRW: Schaden in Millionenhöhe – Infrastruktur in Hagen zerstört

In Hagen bezifferte eine Stadtsprecherin am Donnerstag den entstandenen Schaden an der öffentlichen Infrastruktur grob auf 200 Millionen Euro.  Die Polizei der Stadt zwischen Ruhrgebiet und Sauerland hatte in der Nacht zum 14. Juli von überschwemmten Straßen, vollgelaufenen Kellern und Hunderten verzweifelten Anrufen berichtet. Nun neige sich die Sperrmüllabfuhr langsam dem Ende zu, Geröll und Schotter werden laut einer Stadtsprecherin abgefahren. Dafür benötige man Lagerflächen.

Flutkatastrophe in NRW: „Es ist tatsächlcih unglaublich, wie weit Aufräumarbeiten vorangeschritten sind“

„Es ist tatsächlich teilweise unglaublich, wie weit die Aufräum- und Reparaturarbeiten angesichts der enormen Zerstörung schon vorangeschritten sind“, teilte ein Sprecher der hart getroffenen Stadt Stolberg bei Aachen mit. Die meisten Straßen und Bürgersteige könnten inzwischen zumindest provisorisch wieder benutzt werden. Einige Kitas seien durch das Hochwasser aber dermaßen zerstört worden, dass Kinder nun übergangsweise in Containern betreut würden.

Flut in Meckenheim/Rhein-Sieg-Kreis: Kitas, Grundschulen, Turnhallen müssen saniert werden

Auch in Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis müssten eine Kita, Grundschulen und Turnhallen saniert werden. Die Arbeiten dauern nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich noch bis ins Frühjahr 2022. „Erste umfangreichere Tätigkeiten laufen bereits, damit der Schulbetrieb mit Beginn des neuen Schuljahres starten kann.“ In Lohmar im Kreisgebiet belaufe sich der Schaden auf rund 2,8 Millionen Euro, wie ein Stadtsprecher mitteilte. Im Rhein-Sieg-Kreis gingen Mitte Juli allein in den ersten 24 Stunden mehr als 12 000 Notrufe aus dem Kreisgebiet ein. Mehrere Menschen kamen dort ums Leben.

Flutkatastrophe NRW: Die meisten Menschen haben nun wieder Strom

Durch das Hochwasser hatten im Netzgebiet der Eon-Tochter Westnetz in NRW und Rheinland-Pfalz rund 200 000 Menschen keinen Strom. Mittlerweile seien mehr als 199 000 Kunden wieder versorgt, teilte ein Westnetz-Sprecher am Donnerstag mit. Besonders betroffen seien momentan noch Bad Münstereifel und der Kreis Euskirchen. In Nordrhein-Westfalen belaufen sich die Schäden durch das Unwetter laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach ersten Schätzungen auf mehr als 13 Milliarden Euro.(dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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