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NRW: Viele Städte kämpfen mit Gänse-Problem

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Eine Kanadagans und ihr Nachwuchs fressen Gras am Ufer des Decksteiner Weiher in Köln.
Kanadagänse am Decksteiner Weiher in Köln. Die Tiere breiten sich in NRW zunehmend aus. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Kanada- und Nielgänse sind in NRW nicht gerne gesehen, jedoch nimmt ihr Bestand jedes Jahr weiter zu. Die Städte Essen und Düsseldorf haben dagegen etwas unternommen.

Düsseldorf –   Sie watscheln durch die Parks, legen ihre Eier auf Inseln in Baggerseen und Grünanlagen und lassen sich von Spaziergängern füttern: Kanadagänse und Nilgänse machen es sich in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen gemütlich. Doch mit den Gänsen kommen auch Dreck und Lärm in die Städte. Sie hinterlassen ihren Kot in Parks und Liegewiesen, beißen Blumen ab und schnattern lautstark um die Wette. Und es werden immer mehr.

Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) zählt die Gänse seit zehn Jahren jeden Sommer. Das Ergebnis: Pro Jahr wächst der Bestand der Kanadagänse in NRW um rund drei Prozent, der Bestand der Nilgänse steigt jährlich etwa um sieben Prozent. „Diese Zunahme hält weiter an“, sagte Kees Koffijberg, Gänse-Experte der NWO. Städte seien für die Gänse so interessant, weil sie eine perfekte Kombination aus sicheren Brutgebieten auf Inseln in Stadtparks und Nahrung auf den gepflegten Grünstreifen seien.

NRW: Köln und Dortmund klagen über Gänse-Problem – Dreck und Lärm bis in die Morgenstunden

Das ist auch in Dortmund der Fall. Hier seien vor allem die Kanadagänse auf dem Vormarsch. „Mit der Park- und Wiesenkultur, die sich seit den späten 1980er Jahren in unseren Städten entwickelt hat, haben wir geradezu perfekte Ersatzlebensräume für diese Gänsearten geschaffen“, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. „Das Problem äußert sich in einer starken Verschmutzung von Grün- und Parkflächen.“ Die Reinigungen seien mit hohem Aufwand verbunden.

Auch andere Städte berichten von Problemen mit den Gänsen. „Die einen beklagen sich über die Verkotung der Liegewiesen und Wege sowie über die Lautstärke des Geschnatters, besonders in den Morgenstunden“, heißt es aus Köln. Andere aber empfänden die Anwesenheit der Tiere und besonders die Jungtiere als Bereicherung. In Münster verschmutzen die Tiere vor allem die Ränder der Gewässer, die Stege und die angrenzenden Wiesen, wie die Stadt mitteilte. „Die Population der Wildgänse wird größer, insofern nehmen auch die Verunreinigungen zu.“

Gänse-Plage in NRW: Das kann man gegen dagegen tun

Eine einfache Lösung für das Kot-Problem existiert nach Ansicht des Gänse-Experten Koffijberg nicht. „Man muss einfach vor Ort überlegen, wie sich der Konflikt entschärfen lässt“, sagt er. Die Gänse nicht zu füttern, bestimmte Bereiche abzuzäunen oder den Zugang zu Brutinseln zu versperren, seien Optionen. In Essen ist das bei einigen Inseln bereits geschehen. „Dadurch ist es gelungen, insbesondere die Bruttätigkeit im innerstädtischen Bereich zurückzuführen, was letztlich dort auch zu geringeren Tierzahlen geführt hat2, teilte die Stadt mit.

Auch einzelne Eier aus dem Gelege der Gänse zu entnehmen, könne erfolgreich sein, sagte Koffijberg. In Düsseldorf wird das seit 2018 umgesetzt - mit Erfolg, wie es scheint. Verdreifachte sich die Zahl der Kanadagänse in den Parks der Stadt von 2009 bis 2017 noch, konnte der Anstieg 2020 gestoppt werden.

In Köln wird ebenfalls über ein solches Gänsemanagement nachgedacht, in Dortmund sieht man solch ein Vorgehen als die effektivste Methode zum Eindämmen der Population. Vor allem aber das Verhalten der Menschen sei für die Stadt weiterhin ein großes Problem. „Das größte Hindernis der Effektivität der Maßnahmen sind die Menschen, die die Tiere füttern“, schrieb die Stadt. „Deren Verhalten vergrößert das Problem permanent. Hier ist weiterhin noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.“

Nielgäse und Kandadagänse werden in NRW zur Plage – ein kurzer „Tier-Steckbrief“:

GänseartWissenschaftlicher NameLängeLebenserwartung
Nielgans(Alopochem aegyptiaca)circa 70 cmcirca 15 Jahre
Kanadagans(Branta canadensis)75 bis 110 cm10-24 Jahre
Nilgänse am Mainufer.
Auch die Nielgänse breiten sich in Nordrhein-Westfalen weiter aus. © Lennart Stock/dpa

Lästige Tiere in NRW? Auch „Nutrias“ sind meist nicht gern gesehen

Aber nicht nur die Gänse, sondern auch die sogenannten „Nutrias“ werden des Öfteren als Problem bezeichnet. Denn manchmal richten sie auch großen Schaden durch gegrabene Uferhöhlen in Dämmen, Deichen und Uferbefestigungsanlagen an. Im Kreis Kleve zerstörten die Tiere zum Beispiel einen Röhricht-Bestand. In Lippstadt tötete eines der Tiere sogar einen Hund, um seinen Nachwuchs zu verteidigen.

Auch in Köln wurden übrigens einige der Tiere, die den Biberratten gleichen und eigentlich aus Südamerika kommen, gesichtet. So wurden zwei von ihnen in Sürth und östlich des Ebertplatzes entdeckt. (nb mit dpa/lnw)

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Dieser Artikel wurde am 28. Juni um 08:35 aktualisiert. Neuerung: Weitere Informationen zum Thema Gänse-Plage in NRW eingefügt.

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