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Landrat von Ahrweiler tritt zurück – „Vertrauen nicht mehr gegeben“

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Von: Mick Oberbusch

Landrat Jürgen Pföhler (Ahrweiler)
Der Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler, ist nach der Flutkatastrophe zurückgetreten. © Thomas Frey/dpa

Der Landrat von Ahrweiler, Dr. Jürgen Pföhler (CDU) ist rund einen Monat nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz zurückgetreten.

Köln – Der im Zuge der Flutkatastrophe vom 14. Juli in die Kritik geratene Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), legt sein Amt nieder. Dies erklärte die CDU-Fraktion Ahrweiler am Abend des 16. August. Demnach kann der Landrat sein Amt krankheitsbedingt nicht mehr ausüben. Ohnehin sei jedoch auch das Vertrauen in seine Arbeit geschwächt, heißt es in der Mitteilung. „Der Schritt von Landrat Dr. Jürgen Pföhler, sein Amt nicht mehr wahrzunehmen, war daher notwendig und unausweichlich. Das Vertrauen der Menschen im Kreis Ahrweiler ist nicht mehr gegeben. Die nun aber zwingend erforderliche entschlossene und zupackende Führung des Amtes ist in einer solchen Ausnahmesituation nicht mehr möglich.“

Hochwasser-Katastrophe: Landrat von Ahrweiler tritt zurück

133 Menschen haben im Zuge des Hochwassers ihr Leben verloren, andere werden noch vermisst. „Die Katastrophe, die über unsere Heimat gekommen ist, hat uns alle überrascht und geht auf Wetterphänomene zurück, die in unserer Region und in Deutschland in dieser Form erstmalig auftraten und beispiellos waren“, heißt es in der Mitteilung, die sich allerdings auch kritisch zu den vergangenen Ereignissen äußert.

„Erkennbar wird, dass es in der Vergangenheit und am Tag der Katastrophe Versäumnisse und Fehler gab. In der Rückschau bleibt einiges aufzuarbeiten. Hieraus gilt es die notwendigen Schlüsse zu ziehen, um für die Zukunft besser gewappnet zu sein und den Schutz der Bevölkerung an der Ahr auch bei Katastrophen dieser Art sicherzustellen.“ Daher sei es auch nur folgerichtig, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen zu den Fragen der Verantwortung für die Einsatzleitung am Katastrophenabend eingeleitet habe und ob dabei „im rechtlichen Sinne schuldhaft“ gehandelt wurde.

Nach Flutkatastrophe: „personeller Neuanfang“

Auch, weil diese strafrechtlichen Ermittlungen nun liefen, könne Pföhler sein Amt nach Ansicht der Fraktion nicht mehr ausüben. „Der Kreis Ahrweiler benötigt in der aktuellen Situation in seiner Führung einen unbelasteten, personellen Neuanfang, denn die Herausforderungen der kommenden Jahre werden viel Kraft und Einsatz fordern. Dies setzt Vertrauen der Bevölkerung in die politisch Verantwortlichen voraus“, heißt es weiter. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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