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Wegen Weihnachten und Corona: Illegaler Welpenhandel boomt – so erkennen Sie Betrüger

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Von: Nina Büchs

Hundewelpen sitzen in einem Korb im Tierheim in Feucht bei Nürnberg (Archivbild).

Wegen Corona und Weihnachten nimmt der illegale Welpenhandel zu. © Daniel Karmann/dpa

Ein süßes Geschenk zu Weihnachten, eine flauschige Ablenkung gegen die Einsamkeit in der Corona-Zeit: Der illegale Handel mit Hundewelpen boomt. Dies gilt es daher zu beachten.

Köln – Es war eine Tat, die ganz Köln fassungslos machte: Eine Kölnerin hatte vier kleine Hundewelpen in einen Kühlschrank gestopft. Mit den Vierbeinern wollte die grausame Tierhändlerin illegale Geschäfte machen. Dass Fälle wie dieser keine Seltenheit sind, zeigt auch die Statistik – allein zwischen 2016 und 2018 gab es in NRW 417 aufgedeckte Fälle von illegalem Welpenhandel.

Weihnachten und Corona sorgen für Boom von illegalem Welpenhandel: Das sollten Käufer wissen

Wie der deutsche Tierschutzbund berichtet, ist die Nachfrage nach Hundewelpen während der Corona-Pandemie erheblich gestiegen. Und auch die bevorstehende Weihnachtszeit könnte den illegalen Tierhandelnoch weiter verstärken. Um die Notlage der Tiere zu verhindern, sollten Käufer daher auf einige Kriterien achten, wenn sie sich einen Hund anschaffen möchten. Das Tierheim Bonn veröffentlichte zu diesem Thema auf Facebook nun eine Infografik, die zeigt, worauf man beim Kauf eines Hundes achten sollte.

Auf der Suche nach einem Hund – Besser im Tierheim nachfragen

So wird zum Beispiel dringend davon abgeraten, Welpen von Straßenhändlern oder im Internet zu kaufen. Hundeliebhaber sollten sich stattdessen zunächst beraten lassen und bei ihrem Kauf lieber auf Hunde in einem Tierheim zurückgreifen. Hellhörig werden sollte man auch, wenn die Hunde zu Schnäppchenpreisen angeboten werden und fehlerhafte Papiere haben. Auch dies ist ein Indiz dafür, dass illegaler Handel mit den Welpen betrieben wird. Zudem werden die Welpen von illegalen Händlern auch viel zu jung angeboten. Sie sollten mindestens acht Wochen alt sein, bevor sie zum Kauf freigegeben werden. Häufig kommt es durch die frühe Trennung von der Mutter oder fehlende medizinische Impfungen auch vor, dass die Welpen, die die illegalen Tierhändler anbieten, krank und geschwächt sind. Bei Krankheitssymptomen, wie zum Beispiel Augen- und Nasenausfluss oder Husten sollten Käufer also stutzig werden.

Illegaler Welpenhandel: Diese Fälle aus NRW sind besonders herzzerreißend

Dass die süßen Vierbeiner durch den illegalen Handel häufig auch schlimmen Qualen ausgesetzt sind, zeigen einige Fälle aus NRW. Zum Beispiel befreite die Polizei im August 2020 Welpen in Gelsenkirchen aus einem heißen Transporter. Auf der über 1000 Kilometer langen Strecke von Frankreich nach Polen wären die Hunde um ein Haar an einem Hitzeschlag gestorben. In Siegen hatte die Polizei im September dieses Jahres elf Hundewelpen aus einem Kofferraum geholt, die in viel zu kleine Boxen gepfercht wurden. Die Hunde mussten nach Angaben der Polizei stundenlang in ihrem Kot und Urin sitzen. Darüber berichtete der WDR. (nb)

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