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Dortmund: Razzia in Moschee – „Gewächshaus des Islamismus“

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Ein gepixelter Polizist während einer Durchsung eines Wohnhauses.
In Dortmund wurden mehrere Wohnungen und eine Moschee durchsucht (Symbolbild) © Markus Klümper/dpa

In Dortmund wurden am Donnerstag mehrere Wohnungen und eine Moschee durchsucht. Das NRW-Innenministerium verbietet den Verein „Islamischer Kulturverein Nuralislam“.

Düsseldorf/Dortmund – Mit einer Razzia hat die Polizei das Verbot des als islamistisch eingestuften Moscheevereins „Islamischer Kulturverein Nural-Islam“ in Dortmund durchgesetzt. „Was wir heute geschlossen haben, war ein Gewächshaus des Islamismus“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag, 10. März.

NRW verbietet „Islamischer Kulturverein Nuralislam“ – Durchsuchungen in Dortmund

Rund 150 Polizisten seien am frühen Morgen im Einsatz gewesen, um die Moscheeräume und die Wohnungen der Vereinsfunktionäre zu durchsuchen. Mobiltelefone, Laptops, Datenspeicher, ein Auto und Kontoguthaben in Höhe von 54.000 Euro seien beschlagnahmt worden. In der Nähe einer Dortmunder Moschee standen am Donnerstagvormittag etliche Einsatzfahrzeuge der Polizei. Bei dem Gebäude handele es sich um ein Haus mit mehreren Etagen. Es seien auch Beamte mit Hunden im Einsatz.

Funktionäre des Moscheevereins seien Vertreter der radikal-salafistischen Ideologie und stünden ideologisch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nahe, sagte Reul. Dieses menschenfeindliche Gedankengut hätten sie an Mitglieder und Moscheebesucher, darunter auch Kinder, weitergegeben. In Predigten sei wiederholt gegen Andersgläubige gehetzt worden, so der Innenminister.

Der Verein sei zudem Rekrutierungszentrum für das IS-nahe Abu-Walaa-Netzwerk gewesen, das die Ausreise von mindestens sieben jungen Männern in die Kampfgebiete des IS organisiert habe. Auf die Frage, warum der Verein erst jetzt verboten wurde, sagte Reul: „Manchmal muss man Geduld haben. Bei Verbotsverfügungen, die später vor Gericht landen, muss man ganz sicher sein.“

In der Moschee sei auch der inzwischen vom Oberlandesgericht Celle als IS-Unterstützer zu acht Jahren Haft verurteilte Boban S. ein- und ausgegangen, der direkten Kontakt zum IS-Attentäter Anis Amri gehabt habe. Ein europaweit bekannter Salafisten-Prediger sei mehrfach in die Moschee eingeladen gewesen.

NRW verbietet „Islamischer Kulturverein Nuralislam“ – Risiko terroristischer Anschläge laut Reul gesenkt

Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen hat den Verein „Islamischer Kulturverein Nuralislam“ verboten. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag, 10. März. Der Verein richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung, heißt es in der Bekanntmachung des Landes NRW im Bundesanzeiger.

Laut der Bekanntmachung wird der Verein aufgelöst. Ihm ist demnach jede Tätigkeit untersagt. Es ist zudem verboten, Ersatzorganisationen zu bilden oder bestehende Organisationen als Ersatzorganisationen fortzuführen. Auch mehrere Internetauftritte werden laut der Bekanntmachung verboten.

Das Verbot sei unabdingbar für die Sicherheit im Land, aber auch weltweit, betonte Reul. Damit werde das Risiko terroristischer Anschläge gesenkt. Trotz des Ukraine-Kriegs und des Rechts-Terrorismus sei die abstrakte Gefahr durch den Islamismus unverändert hoch (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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