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NRW: Im Kampf gegen Kindergeldbetrug – Land will digitale Schulbescheinigungen einführen

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Antrag auf Kindergeld (und Schulbescheinigung) an die Familienkasse
Das Archivbild zeigt einen Antrag auf Kindergeld und eine Schulbescheinigung aus dem Jahr 2012. © IMAGO / Rüdiger Wölk

In einem neuen Modellversuch testet das Land NRW digitalisierte Schulbescheinigungen in drei Kommunen. Damit soll Kindergeldbetrug verhindert werden.

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen erprobt in drei Modellkommunen, ob mit digitalisierten Schulbescheinigungen Kindergeldbetrug ausgeschlossen werden kann. Gefälschte Schulbescheinigungen würden missbraucht, „um Kindergeld zu ergaunern“, stellte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Montag in Düsseldorf fest.

NRW: Diese drei Kommunen sollen im Modellversuch die neuen Schulbescheinigungen testen

Abhilfe sollen Schulbescheinigungen mit analogen und digitalen Sicherheitsmerkmalen schaffen, die den Familienkassen über einen QR-Code verschlüsselte Informationen über die Echtheit der Bescheinigung liefern. In einem sechsmonatigen Modellversuch in den drei Kommunen Gelsenkirchen, Düren und Horn-Bad Meinberg soll erprobt werden, ob die digitalen Bescheinigungen fälschungssicher sind.

Land NRW: Durch Sozialbetrug entsteht erheblicher Schaden

Belastbare Zahlen über das Ausmaß des Leistungsmissbrauchs in NRW liegen nach Angaben der Landesregierung nicht vor. Im vergangenen Jahr habe aber das NRW-Projekt „Missimo“ für die Städte Krefeld und Gelsenkirchen gezeigt, dass Sozialbetrug oftmals System habe, erläuterte Scharrenbach. Allein für Krefeld sei ein Schaden von rund 1,7 Millionen Euro hochgerechnet worden, wenn zu Unrecht gewährtes Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr ohne strenge Prüfungsmaßstäbe weitergezahlt werde, erklärte der Leiter der Familienkasse NRW West, Sören Haack.

Im Zuge der Corona-Pandemie sollen Eltern auch in diesem Jahr einen sogenannten Kinderbonus, zusätzlich zum Kindergeld erhalten. (bs/dpa/lnw)

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