1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Viele Kinder in NRW derzeit erkältet – welchen Einfluss hat Corona daran?

Erstellt: Aktualisiert:

Ein Kind mit Mütze putzt sich die Nase
Oft erwischt Kinder die Erkältungswelle erst in den kalten Monaten. Dieses Jahr ist es anders (Symbolbild). © Jana Mänz/Imago

Eine Erkältungswelle rollt derzeit durch NRW und sorgt für Schnupfnasen bei Kindern. Ein Experte spricht von einem „vorgezogenen Herbst und Winter“.

Düsseldorf – Das Rotznäschen trieft, der nächste Hustenanfall kündigt sich an und irgendwie ist das Kind einfach schlapp. Viele Eltern kennen diese Szenen aus den kalten Monaten. Doch in diesem Jahr suchen Erkältungen viele Kinder schon früher als gewohnt heim. Oder ist es etwa Corona? Experten erklären, warum es die Kleinen schon jetzt trifft und was am besten zu tun ist. Übrigens: Auch vor Erwachsenen macht die Erkältungswelle nicht Halt – und Corona ist daran nicht unschuldig.

Auffällig viele Kinder in Nordrhein-Westfalen haben derzeit verfrüht mit Erkältungen zu kämpfen. „Wir haben in der Ruhrgebietsschiene und der Rheinlandsschiene eine gewisse Erkältungswelle“, berichtete Klaus Bremen, Landesvorsitzender des Deutschen Kitaverbandes in NRW, am Montag. Zwar seien Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen in Übergangsphasen wie etwa zwischen Sommer und Herbst nicht ungewöhnlich.

Erkältungswelle NRW: Kinder sollten 24 Stunden zuhause bleiben

Durch die Corona-Pandemie könne eine Schnupfnase aber nicht immer eindeutig zugeordnet werden, so dass man vorsichtig sein sollte, sagte Bremen. Eltern sollten ihre Kinder bei Erkältungssymptomen deshalb zunächst 24 Stunden zuhause lassen, beobachten und im besten Fall einen Schnelltest machen, bevor sie wieder in die Kita kommen.

„Das ist ein vorgezogener Herbst und Winter“, erklärte Axel Gerschlauer, Sprecher des Berufsverbands Kinder- und Jugendärzte Nordrhein. Demnach gab es etwa durch die Kontaktbeschränkungen, den Lockdown und die Corona-Regeln eine „künstliche Ruhe an der Infektionsfront, so dass die Kinder nun alle verpassten Infektionen geballt nachholen müssen“. Das Immunsystem reagiere empfindlicher auf Viren.

Erkältungswelle: Kinder können bei „banalem Infekt“ in die Kita gehen

An einem Samstag in der Notfallpraxis habe der Kinderarzt zum Beispiel 70 Patienten mit Erkältungssymptomen behandelt – was deutlich untypisch für die Jahreszeit sei. Solange das Kind aber fieberfrei und in einem guten Allgemeinzustand sei, könne es bei einem „banalen Infekt“ in die Kita gehen.

Apotheker und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein rieten vor allem älteren und immungeschwächten Menschen, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. „Wir merken in den Apotheken schon, dass wir vermehrt Patienten haben, die Erkältungssymptome zeigen“, berichtete Thomas Preis, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein. Besonders im Notdienst meldeten sich auch viele Eltern für ihre Kinder.

Weitgehend ist die Grippewelle 2020/21 in NRW ausgefallen. In der gesamten Saison 2020/2021 sind dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen bisher April nur 88 entsprechende Meldungen nach dem Infektionsschutzgesetz übermittelt worden. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres seien es im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 26.000 Grippe-Fälle gewesen. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant