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Kirchenaustritt per Mausklick – Polizei warnt

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Von: Mick Oberbusch

Eine Seite im Internet gaukelt vor, für nur 29,90 Euro online einen Kirchenaustritt durchführen zu können. Doch es gibt einen Haken.

Köln – Kirchenaustritte sind derzeit in aller Munde: Immer mehr Menschen wollen aktuell aus ihrer Glaubensgemeinschaft austreten, weshalb Termine dafür in NRW und beispielsweise auch in Köln heiß begehrt sind. In der Domstadt waren beispielsweise 2021 solche Termine zum Kirchenaustritt regelmäßig schnell vergriffen. Das machen sich laut der Kreispolizeibehörde Soest auch Internet-Betrüger zunutze. Demnach warnt die Polizei vor einem Besuch der Seite „www.kirchenaustritt24.de“, wo der Eindruck einer „offiziellen Website“ vorgegaukelt wird. Dahinter steckt jedoch eine Betrugs-Masche.

Kirchenaustritt im Internet: Polizei warnt

Besucht man die Seite, wird versprochen, den Kirchenaustritt in gerade einmal zwei Minuten durchführen zu können. Notwendig dafür seien lediglich das Ausfüllen eines Formulars und das Entrichten einer Servicegebühr von 29,90 Euro. Dadurch meinen viele, ihren Kirchenaustritt bereits bewerkstelligt zu haben. Das trifft jedoch nicht zu, wie die Kreispolizeibehörde Soest an einem Beispiel erläutert. „Tatsächlich erhielt der Geschädigte einige Tage später einen Brief mit dem Antrag. Mit diesem sollte er dann zum Amtsgericht gehen. Hier musste er ganz normal die Gebühr zum Kirchenaustritt bezahlen“, heißt es.

Kirchenaustritt – wie geht das, und wie viele Menschen treten aus?

Um aus der Kirche auszutreten, meldet man sich persönlich bei einem Notar oder beim Standesamt des Wohnortes mit dem Anliegen, aus der Kirche austreten zu wollen. In vielen Städten muss man vorab auch auf dem Stadt-Portal im Internet Termine beantragen, da aktuell sehr viele Menschen aus der Kirche austreten möchten. In der Regel ist eine Gebühr von 25 bis 35 Euro zu entrichten. Danach informiert die Stelle automatisch das zuständige Finanzamt.

Die Zahlen, wie viele Menschen in 2021 in Deutschland us der Kirche ausgetreten sind, werden erst im Sommer veröffentlicht. In 2020 waren es jedoch rund 440.000 Personen, den höchsten Wert erreichte das Jahr 2019 mit insgesamt rund 540.000 Kirchenaustritten in Deutschland.

Kirchenaustritt online: Polizei warnt vor Antrag für 29,90 Euro

Wer genau auf der Seite liest, kann dort folgenden Passus finden: „Für einmalig nur 29,90 EUR (inkl. MwSt. und zzgl. Behördengebühren) kann mit unserem Ausfüllservice ein schriftlicher Austrittsantrag online erstellt werden. ...“ Genau diese Leistung, „Erstellen eines Antrags“, wurde von der Firma, die hinter der Webseite steht, auch erbracht, einen konkreten Kirchenaustritt bedeutet dies jedoch nicht.

Wie viele Menschen diesen Weg bereits gegangen sind, ist nach Angaben der Polizei nicht bekannt. „Klar dürfte jedoch sein, dass keiner die erhoffte, sondern nur die versprochene Leistung erhalten hat“, heißt es von der Polizei. „Genau hinzuschauen lohnt sich!“, lautet der Rat der Polizei. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Deutschland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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