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NRW: Zu wenig Kita-Personal – „Defizite in allen Gruppenformen“

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Kinder in einer Kita, von hinten
In Kitas in NRW herrscht derzeit Personalmangel, der bis 2030 noch deutlich weiter ansteigen könnte (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

In Nordrhein-Westfalen gibt es zu wenig Personal in den Kitas. Mehr als drei von vier Kindern besuchten 2020 eine Kita mit einer nicht-kindgerechten Personalausstattung.

Gütersloh – Trotz starken Kitaplatz-Ausbaus ist die Personalausstattung in der Mehrheit der nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen einer Studie zufolge weiterhin nicht ausreichend. So besuchten mehr als drei von vier Kindern (77 Prozent) laut am Dienstag vorgelegten Daten der Bertelsmann-Stiftung 2020 eine Kita-Gruppe mit einer Personalausstattung, die nicht kindgerecht sei.

Kitas in NRW mit Personalmangel – bei altersgemischten Gruppen teilweise eine Erzieherin für acht Kinder

Defizite gibt es demnach in allen Gruppenformen: So kümmert sich etwa in altersgemischten Gruppen mit zweijährigen und älteren Kindern eine Erzieherin rechnerisch um 7,5 Kinder. Die Experten empfehlen einen Schlüssel von 1:4,9. Bei den Gruppen für unter Dreijährige kommt eine Fachkraft im Schnitt auf 3,7 Kinder. Bei den Jüngsten liegt die Empfehlung jedoch bei 3 Kindern pro Erzieherin. Sowohl in Krippen als auch in Kindergartengruppen ist die Personalausstattung damit ungünstiger als das Westniveau, aber deutlich besser als in den ostdeutschen Ländern.

Tatsächlich ist die Kita-Landschaft in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren enorm gewachsen - vor allem für jüngere Kinder. So hat sich die Zahl der unter Dreijährigen mit einem Kita- oder Kindertagespflegeplatz zwischen 2011 und 2020 auf knapp 152.000 mehr als verdoppelt. Allerdings liegt der Anteil der betreuten unter Dreijährigen mit 29 Prozent noch deutlich unter dem Wert der ostdeutschen Bundesländer. Hier hat mehr als jedes zweite Kind jünger als drei einen Betreuungsplatz. Die Fachleute, die auch den voraussichtlichen Personalbedarf für die kommenden Jahre unter die Lupe genommen haben, gehen davon aus, dass in Nordrhein-Westfalen das bestehende Betreuungsangebot noch nicht bedarfsdeckend ist.

Kitas in NRW: Bis 2030 10.000 Fachkräfte zu wenig?

Soll die Zahl der betreuten Kinder in diesem Jahrzehnt auf Ost-Niveau steigen, fehle es jedoch an Personal: So prognostizieren sie bis 2030 eine Lücke von 10.000 Fachkräften allein für den Ausbau der Plätze. Sollen die Personalschlüssel den wissenschaftlichen Empfehlungen gerecht werden, wachse der Bedarf auf mindestens 62.000 Erzieherinnen und Erzieher. Es brauche daher zusätzliche Anstrengungen, um durch mehr Berufsschullehrer auch die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Außerdem müsse der Beruf für Quereinsteiger oder Auszubildende attraktiver werden. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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