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Tierhasser versetzt seit Wochen Hundehalter mit Giftködern in Angst – ein Hund ist bereits tot

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Von: Lydia Mayer

Ein Zettel an einem Baum warnt Hundebesitzer in einem Park vor Giftködern
Ein Zettel warnt in einem Park vor Giftködern. Im Kreis Paderborn treibt seit Wochen ein Hundehasser sein Unwesen. (Symbolbild) © Florian Schuh/dpa

Im Kreis Paderborn terrorisiert seit Wochen ein Tierhasser Hundehalter. Immer wieder tauchen gespickte Köder auf.

Borchen – Schon wieder: In Borchen (Kreis Paderborn) sind erneut ausgelegte Hundeleckerli, die in diesem Fall mit Nägeln gespickt waren, gefunden worden. Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Seit Dezember treibt ein vermeintlicher Hundehasser sein Unwesen im Kreis Paderborn.

Bereits am 21. Dezember gab es einen ersten Fall in Büren: Dort wurden Hundeleckerli mit zerbröselten Tabletten vermischt ausgelegt. Auch in Delbrück und Hövelhof wurden vergiftete Hundeleckerli gefunden. Auch in Euskirchen sorgten Ende Dezember vergiftete Frikadellen unter Hundehaltern für Entsetzen.

Gespickte Köder im Kreis Paderborn: Tierhasser treibt seit Dezember Unwesen

In einem Dreieck zwischen Delbrück und Hövelhof (siehe Karte) ermittelt die Kripo bereits in zehn Fällen von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz – hauptsächlich wegen Giftködern. Außerdem gab es einen Fall von Tierquälerei.

Am Postdamm bei Delbrück-Lippling wurde am 31. Januar bei einem Shetland-Pony die Spitze eines Ohres abgeschnitten.  Am anderen Ohr waren die Haare gestutzt. Laut Angaben einer Tierärztin waren die Verletzungen zu diesem Zeitpunkt maximal 48 Stunden alt.

Ob hier tatsächlich ein Zusammenhang mit den anderen Fällen besteht, ist derzeit unklar, wie die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Paderborn auf 24RHEIN-Nachfrage informiert. Zudem sei aktuell ebenfalls offen, ob im Fall der ausgelegten vergifteten und gespickten Köder, nur ein Täter oder doch mehrere Täter am Werk sind.

Giftköder im Kreis Paderborn: Mehrere Hunde müssen in Klinik – einer stirbt

In Delbrück ereignete sich Mitte Januar ein Fall: Eine Hundebesitzerin musste ihre Hündin mit starken Vergiftungserscheinungen zum Tierarzt bringen, nachdem sie an der Wasserwerkstraße bei Delbrück-Ostenland spazieren war.

Verdächtiges war der Hundehalterin zwar nicht aufgefallen, aber auch hier waren vermutlich vergiftete Köder im Spiel. In diesem Fall ist es laut Pressestelle der Kreispolizeibehörde Paderborn nochmal gut gegangen.

In einem anderen Fall im Gebiet Ostenland hatte der Hund nicht so viel Glück und ist gestorben, weil er vermutlich einen Gift-Köder gefressen hat.

In den sozialen Medien wird laut Polizei ein weiterer Todesfall erwähnt, der der Polizei bisher aber nicht offiziell gemeldet wurde. Zudem wird in den Sozialen Medien über weitere Funde mutmaßlicher Köder werden „im Netz“ diskutiert, sind aber nicht angezeigt worden.

Ein rotes Dreieck auf einem Kartenausschnitt vom Kreis Paderborn markiert das Gebiet mit den Tatorten
In diesem Bereich im Kreis Paderborn sorgt seit Dezember einer – oder es sind mehrere Täter – mit gespickten Ködern für Angst unter Hundebesitzern. © Kreispolizeibehörde Paderborn/ TIM-Online NRW

Gespickte Köder in Borchen: Polizei stellt weitere Köder sicher

Ob es im aktuellen Fall vom Donnerstag in Borchen gut ausgegangen ist für den Hund, konnte die Kreispolizeibehörde Paderborn nicht sagen. Die 26-jährige Frau war gegen 14 Uhr mit ihrem Hund unterwegs als dieser hinter dem Parkplatz auf Höhe der Adresse „Auf der Schweiz 26“ plötzlich etwas zu fressen begann.

Die Hundehalterin bemerkte, dass es ein mit Nägeln gespickter Köder ist und konnte einen noch aus dem Maul ihres Hundes holen. Der Hund kam zur Beobachtung in eine Tierklinik.

Zwei weitere Köder wurden noch vor Ort aufgefunden und von der Polizei sichergestellt. Ob die Nagelpäckchen auch mit Gift oder ähnlichem versehen waren, steht bislang nicht fest. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Giftköder im Kreis Paderborn: Polizei mahnt Hundehalter und Eltern zur Vorsicht

Die Polizei wiederholt ihre Warnungen und rät Besitzern von Hunden zu besonderer Vorsicht. Sie sollten ihre Tier nicht unbeobachtet lassen. Da nicht bekannt ist, welche Substanzen in den Ködern enthalten sind, sollten auch Eltern ihre Kleinkinder im Auge behalten. Diese Warnung erging vor wenigen Tagen auch an Anwohner in Mühlheim an der Ruhr. Verstreute und vermutliche giftige gelbe und rote Kügelchen verunsicherten die Mühlheimer.

Giftköder im Kreis Paderborn: Polizei sucht Zeugen

Sollten Tiere unter Vergiftungserscheinungen sterben, werden die Besitzer gebeten, sich zu melden. Die Polizei sucht Zeugen.

Wer kann Hinweise zu den Straftaten geben? Wer hat verdächtige Personen beobachtet? Wer kann sonst Angaben dazu machen? Wer hat verdächtige Köder gefunden? Wessen Hund wurde verletzt oder ist gar gestorben? Hinweise nimmt die Polizei in Paderborn unter der Telefonnummer 05251 306-0 entgegen.

Auf Hinweise hofft aktuell auch die Kreispolizeibehörde in Viersen. Eine Gefangene der JVA Willich ist von einem Ausgang nicht zurückgekehrt und seither auf der Flucht. (ots/lsy)

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