1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Wasserski gilt nicht mehr als „Sport“: Anlage in Langenfeld muss schließen – und übt Kritik

Erstellt:

Von: Nina Büchs

David Bittner fährt am 17.06.2013 in einer Wasserskianlage in Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) Wakeboard.
Auf Wakeboarden und Wasserskifahren müssen Sportler in NRW nun vorerst verzichten. (Archivbild) © Federico Gambarini/dpa

Wakeboarden und Wasserskifahren wird nicht mehr als Sport gewertet. Deshalb müssen Anlagen jetzt schließen – Betreiber und Sportler sind wütend.

Langenfeld – Nach dem langen Winter endlich wieder eine Runde mit dem Wakeboard über das Wasser flitzen – danach sehnen sich viele Wassersportfans. Eigentlich hätten die Anlagen jetzt meist im März und April wieder geöffnet. Doch nun, nach einem neuen Beschluss ist das Wellenreiten ab sofort tabu. Die Wasserskianlage in Langenfeld übte nun in einem Facebook-Post Kritik – und fand dabei zahlreiche Unterstützer.

Wasserskianlage Langenfeld muss schließen – Wakeboard und Wasserski wird nicht als „Sport“ angesehen

Auf Facebook haben die Betreiber der Wasserskianlage Langenfeld ihrem Ärger nun Luft gemacht. Sie schreiben: „Für uns überraschend hat uns heute ein Schreiben des hiesigen Ordnungsamtes erreicht: Wasserskianlagen werden nach einer Neubewertung der Bezirksregierung nun als Freizeiteinrichtungen eingeschätzt und wir sind gezwungen unseren Betrieb ab sofort bis auf Weiters zu schließen. In der Coronaverordnung fallen wir nicht mehr unter „Sport“. Aus unserer Sicht und der Sicht der Langenfelder Behörden ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar.“

Tatsächlich war Wakeboarden an der Seilbahn nämlich eine olympische Präsentationssportart für Tokio, heißt es in dem Post. Zudem gilt Surfen als olympische Individualsportart. Hinnehmen möchte die Wassersportanlage in Langenfeld ihre Betriebsschließung nicht. Es werde bereits an einer konkreten Einordnung unseres „Individual-Sports“ gearbeitet, heißt es. Aktuell bleibt aber nur die Hoffnung, dass die Regierung die „Entscheidung noch mal überdenkt.“

Wegen Corona: Wassersportanlage in Langenfeld muss Betrieb einstellen – Community ist wütend

Auch bei der Wassersport-Community ist der Schmerz und die Wut über die Schließung der Wassersportanlage Langenfeld, die zwischen Leverkusen und Düsseldorf liegt, groß. Bislang wurde der Facebook-Post über 80-mal kommentiert und 30-mal geteilt. So schreibt zum Beispiel ein User: „Wirklich traurig, dass diese Entscheidungen Beamte treffen, die von der Sportart keine Ahnung haben. Wakeboarding ist eine individuelle, kontaktlose Outdoorsportart. Freizeiteinrichtungen sind zum Beispiel die Kirmes. Punkt.“ Eine weitere Nutzerin kommentiert: „Und dabei hattet ihr es mit doppeltem Abstand und zusätzlichem Sicherheitspersonal auf einen sehr guten Weg gebracht.“ Ein anderer Nutzer schlägt scherzhaft vor, nun auf Golf umzusteigen, da die Golfplätze weiterhin gut besucht seien.

Wassersport in und um Köln: Hier kann man Wakeboard und Wasserski fahren

Mit dem Wakeboard oder auf Wasserskiern über die Wellen flitzen, kann man (eigentlich) an so einigen Orten rund um Köln. Welche Anlagen es in der Region gibt, finden Sie in unserer Liste.

Coronavirus: Wassersportanlagen müssen schließen – diese Unternehmungen sind aktuell noch erlaubt

Wegen der hohen Inzidenz in NRW gibt es nun immer weitere Einschränkungen. Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung gilt aktuell in einigen Städten in NRW bereits die Notbremse. Viele Landkreise oder kreisfreien Städte wollen jedoch ihre Lockerungen weiterhin beibehalten. Dies ist aktuell möglich, wenn genug Testkapazitäten zur Verfügung stehen. Damit ist zum Beispiel der Besuch im Zoo oder Museum und das Einkaufen per „Click and Meet“ in zahlreichen Geschäften weiterhin mit negativem Corona-Schnelltest erlaubt. (nb)

Auch interessant