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Missbrauch in der katholischen Kirche: NRW-AfD fordert Lagebild von der Landesregierung

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Eine Plenarsitzung im NRW-Landtag in Düsseldorf.
Die AfD fordert von der Landesregierung in NRW ein staatlich erstelltes Lagebild zum Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche (Symbolbild). © IMAGO / Sven Simon

Das Erzbistum Köln steht weiterhin wegen des Gutachtens zum Umgang der Kirche mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern unter Druck. Jetzt fordert die AfD-Fraktion in NRW ein staatlich erstelltes Lagebild.

Düsseldorf – Die AfD fordert von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ein Lagebild zu Missbrauchsfällen im Einflussbereich der katholischen Kirche erstellen zu lassen. Eine Antwort auf eine AfD-Anfrage zur „Verschleierung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln“ habe lediglich „Desinteresse oder Überforderung des Justizministeriums offenbart“, kritisierte der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Andreas Keith.

Nach AfD-Forderung: Justizministerium will der Kölner Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hält seit einem Jahr ein Gutachten unter Verschluss, das den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern untersucht. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Nächsten Donnerstag soll ein neues Gutachten vorgestellt werden.

Auf die AfD-Frage nach Konsequenzen aus dem Gutachten antwortete Justizminister Peter Biesenbach (CDU) in seiner der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entgegnung, die Landesregierung werde der Prüfung der Staatsanwaltschaft in Köln nicht vorgreifen. Die erbetenen Zahlen zu einschlägigen Ermittlungen gegen Mitarbeiter oder Angehörige der katholischen Kirche beziehungsweise Verjährungen lägen der Landesregierung nicht vor und könnten von der Staatsanwaltschaft auch nicht mit „vertretbarem Verwaltungsaufwand“ ermittelt werden.

AfD fordert Aufklärung: Es geht um besonders verwerfliche Fälle

„Die AfD-Fraktion ist nicht bereit, die Landesregierung aus ihrer Verantwortung zu entlassen, und erwartet, dass sie jede Anstrengung unternimmt, zur Aufklärung der Missbrauchsfälle im kirchlichen Umfeld beizutragen“, forderte Keith. Schließlich gehe es um besonders verwerfliche Fälle, wenn „die Kirche ihre Sonderstellung dazu benutzt, um die Täter der Gerichtsbarkeit zu entziehen“. (bs/dpa/lnw)

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