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Pflegeheime in NRW die teuersten in ganz Deutschland – Reform soll entlasten

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Eine Pflegereform soll die Kosten in Zukunft senken, doch Verbände sind skeptisch. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Die Kosten für Plätze in Pflegeheimen werden immer teurer, in NRW sind sie sogar bundesweit am höchsten. Schuld ist auch ein hoher Eigenanteil. Das soll sich nun ändern.

Berlin/Düsseldorf – Die Pflegeheimplätze in Nordrhein-Westfalen bleiben mit durchschnittlich 2496 Euro im Monat die teuersten im Bundesvergleich. Das geht aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Pflege in NRW: Heime im Westen fast 1000 Euro teurer als in Sachsen-Anhalt – Eigenanteil großer Posten

Im bundesweiten Schnitt stiegen die von den Pflegebedürftigen und ihren Familien selbst zu zahlenden Anteile weiter auf nun 2125 Euro pro Monat. Das sind 57 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 110 Euro mehr als Mitte vergangenen Jahres. Es gibt aber weiter erhebliche regionale Unterschiede. Am niedrigsten ist demnach die Belastung für Heimbewohner in Sachsen-Anhalt mit 1539 Euro im Monat.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 873 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2021 noch 831 Euro gewesen waren.

Pflege in NRW: Reform soll Eigenanteil langfristig deutlich senken – Kassenverband übt Kritik

Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die Koalition noch beschlossen hat. Heimbewohner bekommen demnach ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll damit im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, diese „kleine Pflegereform“ reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung.

Doch die Pflege in Deutschland und NRW hat nicht nur ein Problem mit zu hohen Kosten für Heimplätze, sondern vor allem auch beim Personal. Immer wieder fordern die Pflegekräfte mehr Geld und auch Personalunterstützung. Bei Demos in Düsseldorf und Recklinghausen haben Pflegekräfte im Juli mit Rollatoren auf die schwierige Lage aufmerksam gemacht. (dpa/lnw)

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