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So erfahren Sie, ob bei Ihnen ein Einbruch droht: Polizei in NRW bietet jetzt Einbruchsradar per App an

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Von: Benjamin Stroka

Ein Mann schaut sich das sogenannte „Wohnungseinbruchsradar“ der Polizei Düsseldorf auf einem Monitor an.
Die Polizei arbeitet schon seit Jahren mit einem Einbruchsradar (Archivbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Mit einer neuen Software der Polizei sollen die Menschen in NRW ganz leicht erfahren können, wie wahrscheinlich Einbrüche in der eigenen Nachbarschaft sind.

Düsseldorf – Per Smartphone erfahren, wie wahrscheinlich ein Einbruch in der eigenen Nachbarschaft ist. Was noch vor wenigen Jahren nach Science-Fiction-Film geklungen hätte, wird für die Einwohner in Nordrhein-Westfalen nun zur Wirklichkeit.

„Von jetzt an informiert die nordrhein-westfälische Polizei die Bürgerinnen und Bürger per App über das Einbruchsgeschehen in ihrer Nachbarschaft“, gab das NRW-Innenministerium heute bekannt. Demnach werde die Anwendung Informationen zu früheren Einbrüchen liefern und auf Basis dieser Daten auch Prognosen zu Einbruchswahrscheinlichkeiten im jeweiligen Wohngebiet abgeben.

Für NRW: Erste Prognosen der Polizei bereits ab dem 30. November per Push-Nachricht

Diese Prognosen sollen immer montags als Push-Mitteilung für die vorab vom User in der App festgelegten Orte erscheinen, sofern temporär und regional eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit prognostiziert wurde. Die Prognosen sind dann für eine Woche gültig. Am 30. November sollen erstmalig Prognosen veröffentlicht werden.

Auf einer Stadtkarte erfolgt zudem die Darstellung der zurückliegenden Tatorte. „Die Darstellung beinhaltet jedoch nur die grobe Verteilung der Tatorte, sodass keine Rückschlüsse auf konkrete Adressen möglich sind“, betont das Innenministerium. Diese sogenannte „Heatmap“ der Polizei soll einmal im Monat aktualisiert werden.

Polizei in NRW: Der Service wird in zwei bereits bestehende Apps integriert

Eine eigene App muss man für den Service nicht herunterladen. Die Anwendung ist eine neue Funktion der bereits bestehenden „MehrWetter“-App. Außerdem sollen bestimmte Funktionen auch in die App „KATWARN“, die Gefahren- und Katastrophenwarnungen übermittelt, eingebunden werden.

Beide Apps gibt es kostenlos im Apple App Store und im Google Play Store. An der Entwicklung beteiligt waren die Provinzial-Versicherung und das „Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS“.

Polizei und NRW-Innenminister Reul: Bürger sollen sich über Risiko in ihrer Nachbarschaft informieren können

Darüber hinaus beinhalte die Anwendung „wichtige Präventionshinweise“. So sollen sich Nutzerinnen und Nutzer darüber informieren können, wie sie ihre Wohnungen besser vor Einbrechern schützen können. Zudem werde man über die App auch direkt an die regionalen Beratungsstellen der Polizei verwiesen.

„Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich über das Risiko in ihrer Nachbarschaft informieren können. Das schärft die Sinne und beugt vor. Nur wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich davor schützen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul.

Statistik der Polizei bestätigt: Wohnungseinbrüche in NRW seit Jahren rückläufig

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen sinkt in den letzten Jahren kontinuierlich. Laut Kriminalstatistik der Polizei 2019 zuletzt auf rund 27.000. Zum Vergleich: 2015 waren es noch über 62.000. Dennoch ist die Bekämpfung von Einbrüchen immer noch ein Schwerpunkt der Polizei. „Ein Einbruch ist für die Opfer oft ein sehr belastendes Erlebnis. Häufig ist ihr Sicherheitsgefühl erschüttert, mit gravierenden psychischen Folgen. Deshalb dürfen wir uns nicht auf den guten Zahlen ausruhen, sondern müssen weiter dranbleiben“, so Reul.

Zunächst sollen die Funktionen der App örtlich auf den Zuständigkeitsbereich der 16 Kriminalhauptstellen der nordrhein-westfälischen Polizei begrenzt sein. Dazu zählen die Polizeipräsidien Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Recklinghausen und Wuppertal. (bs)

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