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„Hells Angels“: Zerstückelte Leiche im Rhein – Hauptverdächtiger macht sich auf Instagram lustig

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Zwei gesuchte „Hells Angels“-Rocker
So sollen die beiden Verdächtigen aussehen. Links der 31-jährige Mustafa H. und rechts der 33-jähriger Ramin Y.. © Polizei NRW

Bei einer Aktion gegen Rocker-Kriminalität in NRW gab es mehrere Festnahmen. Zwei Verdächtige aus der Gruppe „Hells Angels“ sollen mit einem Mord und versuchtem Mord zu tun haben.

Duisburg/Mönchengladbach – Am Donnerstagmorgen (2. September) durchsuchte die Polizei in einer groß angelegten Aktion Gebäude der Rocker-Gruppierung „Hells Angels“. Gesucht wurde vor allem nach Verdächtigen, die in Verbindung zu einem Mord und einem versuchten Mord stehen. Zwei Haftbefehle wurden vollstreckt.

Konkret gehe es in den zwei Fällen aus den Jahren 2014 in Oberhausen und 2013 in Mönchengladbach um Mord, versuchten Mord und Strafvereitelung bezüglich eines Mordes. Am Donnerstag durchsuchte die Polizei, die mit insgesamt 900 Kräften und einem gepanzerten Fahrzeug im Einsatz war, 24 Objekte in mehreren Städten in NRW, darunter Wohnungen von Verdächtigen, Vereinsheime der „Hells Angels“ in Mönchengladbach und Bordellbetriebe in Duisburg. Zudem wurden eine Werkstatt, ein Restaurant und Hafträume in verschiedenen Gefängnissen durchsucht, teilen die Behörden mit.

Rocker-Razzia NRW: Zwei Haftbefehle vollstreckt

„Gegen zwei Angehörige der Gruppierung im Alter von 34 und 42 Jahren wurden Haftbefehle vollstreckt. Nach einem 31-Jährigen und einem 33-Jährigen wird international gefahndet“, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei geht davon aus, dass sich der 31-Jährige mutmaßlich in der Türkei aufhält, der 33-Jährige ebenfalls im Ausland. Fünf weitere Mitglieder der Hells Angels aus verschiedenen Städten wurden am Donnerstag zu Polizeidienststellen gebracht.

Am Donnerstagmittag äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul zu der Riesenrazzia: „Mit dem heutigen Einsatz haben wir den Rockern gezeigt, dass wir am Ende nach langer Zeit den längeren Atem haben.“ Der Einsatz basiere auf jahrelangen intensiven Ermittlungen in den abgeschotteten Strukturen der organisierten Rockerkriminalität.

Polizisten stehen vor einem abgesperrten Gebäude.
Bei einer Razzia gegen Rockerkriminalität hat die Polizei in mehreren Städten an Rhein und Ruhr Gebäude durchsucht. © Christoph Reichwein/dpa

„Hells Angels“ Razzia: Um diese Fälle geht es

Rocker-Mord: Hauptverdächtiger verhöhnt Fahnder auf Instagram

Der Hauptverdächtige in beiden Fällen ist Ramin Y. Er hält sich nach Erkenntnissen der Ermittler im Iran auf. Von dort aus hat der Rocker jetzt höhnische Botschaft via Instagram gesendet. Am Freitag, einen Tag nach der Großrazzia, lud Ramin Y. auf seinem Instagram-Account, der verifiziert ist, mehrere Bilder und Videos hoch, in denen er sich über seine Flucht und damit indirekt über die Ermittler lustig macht.

Eine Polizeisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag auf Anfrage, dass man den 33-Jährigen im Iran vermute. Er hat demnach auch die iranische Staatsbürgerschaft. Auch seine Social-Media-Kanäle verfolge man, so die Polizei. 

Sowohl für Ramin Y. als auch den zweiten Verdächtigen Mustafa H. haben die Staatsanwaltschaft und Polizei nun eine öffentliche Fahndung gestartet. Letzterer soll sich wohl in der Türkei aufhalten, wie die Polizei am Freitag bekannt gab.

„Hells Angels“: Haftbefehle gegen mutmaßliche Mittäter

Am Donnerstag wurde einem 34-Jährigen mutmaßlichen Mittäter ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes verkündet – in einem Gefängnis in Wuppertal, wo er derzeit eine Haftstrafe wegen einer anderen Tat verbüßt. Der 42-Jährige, der an der Entsorgung von Kai M.‘s Leiche beteiligt gewesen sein soll, wurde mit einem Haftbefehl wegen der Strafvereitelung zum Mord in Mönchengladbach festgenommen.

Bei der großangelegten Razzia gegen den Rockerclub stellten die Einsatzkräfte zudem eine scharfe Schusswaffe, eine Schreckschusswaffe, Datenträger und Betäubungsmittel sicher. Personen seien bei dem Einsatz nicht zu Schaden gekommen. (sk/ots/dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 3. September inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Öffentliche Fahndung mit Fotos.

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