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NRW stellt 24 „Rentner-Cops“ ein – sie sollen in Cold Cases ermitteln

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Andreas Müller (l-r), Leiter Operative Fallanalyse, LKA, erklärt Innenminister Herbert Reul (CDU) eine Infotafel mit „Cold-Case“-Statistik. Rechts im Bild Ingo Wünsch, Direktor Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.
Bereits im Juli hatte Innenminister Herbert Reul (M.) angekündigt, pensionierte Ermittler zur Bearbeitung von Cold Cases einzustellen. © David Young/dpa

Pensionierte Ermittler sollen in NRW bei der Aufklärung alter Verbrechen, sogenannter Cold Cases, helfen. Jetzt wurden die ersten 24 „Rentner-Cops“ eingestellt.

Düsseldorf – 24 pensionierte und jetzt reaktivierte Ermittler sollen künftig in Nordrhein-Westfalen ungeklärte Mordfälle lösen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach am Montag von „1000 Jahren Erfahrung“. Die Ermittler im Unruhestand sollen ab sofort die Cold-Cases-Einheit des Landeskriminalamts verstärken.

Cold Cases in NRW: Pensionierte Polizisten ermitteln

Im Juli hatte das LKA begonnen, nach pensionierten Polizisten zu suchen, um die Ermittlungen von ungeklärten Tötungsdelikten zu verstärken. 24 der 28 Stellen seien nun vergeben, teilte das NRW-Innenministerium mit.

Die „Neulinge“ im fortgeschrittenen Alter mussten eine vom LKA konzipierte Auffrischungswoche durchlaufen, in der sie über neue Ermittlungsmethoden unterrichtet und in die Bearbeitungsstruktur eingewiesen wurden. Die Altfall-Ermittler seien zwischen 62 und 65 Jahre alt.

Unter den „Rentner-Cops“ seien ehemalige Todesermittler, Kommissariatsleiter, Vermisstensachbearbeiter und Experten aus der Kriminaltechnik. Sie sollen Akten digitalisieren, Asservate begutachten, Aufklärungschancen erkennen und Ermittlungskonzepte erarbeiten.

Cold Cases in NRW: 1160 Fälle seit 1970

Seit 2017 baut das LKA eine Datenbank für ungeklärte Tötungsdelikte auf. In diese Cold-Cases-Datenbank sollen alle ungelösten Fälle aus den vergangenen 50 Jahren aufgenommen werden. Dies seien seit 1970 insgesamt 1160 Fälle, die digital erfasst und anschließend von Fallanalytikern und den Cold-Case-Ermittlern analysiert werden.

Bislang seien 261 Fälle in die Datenbank aufgenommen und 23 neu aufgerollt worden. Erst Anfang November sei ein 30 Jahre alter Fall aus Bochum nach einer Analyse von Fallanalytikern des LKA und anschließenden Ermittlungen der Kriminalpolizei Bochum gelöst worden. Dank neuer kriminaltechnischer Möglichkeiten sei ein 55 Jahre alter Verdächtiger wegen eines versuchten Mordes in einer Spielhalle festgenommen worden. (bs/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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