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Wissenslücken wegen Corona: Wird es im neuen Schuljahr mehr Unterrichtsstunden geben?

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In einem Klassenzimmer stehen die leeren Stühle auf den Tischen, keine Schüler sind anwesend.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind im Schuljahr 2020/21 Wissenslücken bei Schülern entstanden. © Sven Hoppe/dpa

Die Corona-Pandemie hatte große Auswirkungen auf das laufende Schuljahr in NRW. Um Wissenslücken aufzuholen will die SPD im kommenden Jahr mehr Schulstunden.

Düsseldorf – Im kommenden Schuljahr sollten Schüler in Nordrhein-Westfalen einem SPD-Konzept zufolge zwei zusätzliche Unterrichtsstunden pro Woche erhalten, um coronabedingte Lücken aufzuholen. Die Vorbereitungen für einen solchen Nachhilfe-Unterricht in Kleinstgruppen unter dem Schuldach müssten schon jetzt anlaufen, forderte die oppositionelle SPD-Landtagsfraktion am Donnerstag. Dazu sollten Fachlehrer in den Schwerpunktfächern Deutsch, Mathe und Fremdsprachen individuelle Förderpläne für ihre Schüler erarbeiten.

Um das aktuelle Schuljahr noch retten zu können fordert SPD-Politiker Karl Lauterbach derweil komplett in den Distanzunterricht zu wechseln.

NRW-Schuljahr 21/22: SPD will insgesamt 80 zusätzliche Unterrichtsstunden pro Schüler

Um das zusätzlich erforderliche Personal zu gewinnen, schlug SPD-Schulexperte Jochen Ott ein „Programm studentische Hilfskräfte“ vor. Für das Schuljahr 2021/22 würden nach seiner Berechnung insgesamt 80 zusätzliche Schulstunden pro Schüler anfallen. Lehramt-Studierende und angehende Erziehungswissenschaftler könnten unterstützend an den Schulen tätig werden. Besonders für die Grundschulen seien FSJ-Helfer im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres denkbar. Ein ähnliches Modell habe Hamburg bereits auf den Weg gebracht.

Im aktuellen Schuljahr hatte es ein stetiges Hin und Her zwischen Präsenz- und Distanzunterricht gegeben, durch welches bei vielen Schülern Wissenslücken entstanden sind.

Corona-Pandemie hat für Probleme bei Schülern gesorgt – Ferienprogramme als Gegenmaßnahme denkbar

Fraktionsvize Ott betonte in Düsseldorf: „Aufholen nach Corona – darauf kommt es jetzt an.“ Das Pandemiejahr habe kognitive und emotionale Schwierigkeiten bei vielen Schülern verursacht. Vor Beginn der Sommerferien am 5. Juli brauche es ein gegensteuerndes Förderkonzept. Zudem seien Ferienprogramme sinnvoll, um vor allem „sozial-emotionale Verwerfungen“ bei vielen Kindern aufzufangen. (dpa/lnw) 

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