Ausstieg aus der Braunkohleverstromung

NRW: Strukturwandel im Rheinischen Revier – digitaler Festakt stößt auf Kritik

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Bis 2038 soll der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung abgeschlossen sein. (Symbolbild)
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Das Rheinische Revier mit den Braunkohletagebauten steht vor einem Strukturwandel. Diese Aufgabe wollen Land und Region nun in einem Vertrag besiegeln. Doch es gibt Kritik.

Düsseldorf – Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2038 wollen am Dienstag (17.15 Uhr) bei einem digitalen Festakt die NRW-Landesregierung und Vertreter der Region einen Zukunftsvertrag über die künftige Entwicklung schließen. Unterzeichnet wird der Vertrag von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sowie zwei Vertretern der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.

Strukturwandel in Braunkohlegebiet: 9000 Arbeitsplätze sind durch Umbau im Rheinischen Revier betroffen

Mit dem Festakt und einer Fachkonferenz soll der Strukturwandel in dem Braunkohlegebiet offiziell starten. Bei der digitalen Veranstaltung „Revier 2030“ soll bekräftigt werden, dass beide Partner den Strukturwandel gemeinsam bewältigen wollen und dafür konkrete Ziele und Maßnahmen vereinbaren.

Für den Umbau im Rheinischen Revier stehen fast 15 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Braunkohleabbau soll nach und nach aufhören. Von den direkt betroffenen etwa 9000 Arbeitsplätzen vor Ort wird ein Teil bereits in den kommenden Jahren verloren gehen.

NRW: Digitaler Festakt zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung – Initiativen üben Kritik

Bürgerinitiativen und Verbände aus dem Braunkohlegebiet kritisierten den digitalen Festakt im Vorfeld als „Show-Veranstaltung mit wenig Substanz“. Sie forderten eine transparente Auswahl der Strukturwandelprojekte. Bislang fehle eine klare Bewertung, die gewährleiste, dass nur umweltfreundliche und nachhaltige Vorhaben mit Steuergeldern unterstützt werden. Kritisiert wurde auch eine unzureichende Einbindung der Zivilgesellschaft in den Strukturwandelprozess.

„Solange keine abgestimmte Planung für die ökologische Revitalisierung der von der Braunkohle geschundenen Region vorgelegt wird, bleibt der Revierpakt 2030 lediglich ein Stück Papier“, kritisierte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bunds für Umwelt und Naturschutz BUND in NRW. In dem Bündnis vertreten sind vom Tagebau betroffene Anwohner, Kirchen, Initiativen und Verbände. (nb mit dpa)

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