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„Twitter-Gewitter“: Feuerwehren berichten aus dem Alltag – ein Kölner Tweet sammelt hunderte Likes

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Von: Stefanie Knupp

Ein Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr twittert live Einsätze
Am 11. Februar twittern die Feuerwehren zu ihren Einsätzen (Archivbild vom „Twitter-Gewitter“ bei der Feuerwehr Berlin). © Sven Braun/picture alliance/dpa

Am 11. Februar erobern die Feuerwehren die Twitter-Feeds. Am Europäischen Tag des Notrufs berichten die Einsatzkräfte den ganzen Tag aus ihrem Alltag. Das kann ganz schön lustig werden.

Update vom 12. Februar, 8 Uhr: 55 Berufsfeuerwehren und zahlreiche Freiwillige Feuerwehren haben sich am Europäischen Tag des Notrufs am „Twitter-Gewitter“ beteiligt. Zwölf Stunden lang dokumentierten die Wehren ihre Einsätze über den Kurznachrichtendienst. Wie üblich ging es bei einem Großteil der Notrufe um Rettungseinsätze, etwa wegen internistischer Notfälle oder Stürze. In vielen Städten waren die Einsatzkräfte weiterhin mit den Auswirkungen des Wintereinbruchs befasst.

Für viele Lacher sorgte der verbale Schlagabtausch im „Städteduell“ Köln gegen Düsseldorf. Ein Seitenhieb-Tweet der Kölner Feuerwehr sammelte bis zum Morgen 745 Likes. Das mussten sogar die Kameraden aus Düsseldorf anerkennen: „Der geht an auch @Feuerwehr_Koeln Chapeau“.

Feuerwehr twittert: In Düsseldorf deutlich weniger Einsätze zur Weiberfastnacht

Die Feuerwehr Köln verzeichnete am 11. Februar 243 Rettungseinsätze und 56 Brandschutzeinsätze. Die Feuerwehr Mönchengladbach rückte zu 46 Krankentransporten, 69 Rettungsdiensteinsätzen, zwei Brandschutzeinsätzen und zwölf technische Hilfeleistungen aus.

In der Düsseldorfer Leitstelle waren bis 19 Uhr 733 Anrufe eingegangen. Interessant auch ein Vergleich zur Weiberfastnacht 2020: Während es vergangenes zwischen 7 und 18 Uhr Jahr 573 Einsätze gab, waren es im gleichen Zeitraum 2021 nur 238.

In NRW gibt es 30 Berufsfeuerwehren mit mehr als 10.000 Feuerwehrleuten. 89.000 Einsatzkräfte gehörenr der Freiwilligen Feuerwehr an. (sk mit dpa)

„Twitter-Gewitter“: Feuerwehren aus Köln und Düsseldorf haben sich wieder lieb – „Ävver nit ze lang!!!“

Update vom 11. Februar, 18:05 Uhr: Seit zwei Stunden ist die Feuerwehr Köln im Kölner Ortsteil Vingst im Einsatz. Ein Brand in der zweiten Etage eines Mehrfamilienhauses beschäftigt die Einsatzkräfte. Vier Personen aus dem Haus musste die Feuerwehr mittels einer Fluchthaube retten. Für 13 weitere Personen wurde ein Mannschaftsbus angefordert, damit sie sich dort aufwärmen können. Das ist richtig ernst, umso schöner, dass die Feuerwehrleute zwischen all der Arbeit ihren Humor nicht verloren haben.

Update vom 11. Februar, 14:10 Uhr: Die Feuerwehr aus Mülheim an der Ruhr hat am Morgen noch einmal ein Video vom Einsatz in einem brennenden ehemaligen Real-Markt gepostet und sich bei den helfenden Einsatzkräften aus anderen Städten bedankt. „Immer gerne! In der Feuerwehrfamilie wird sich eben geholfen, wenn benötigt!“, heißt es dazu aus Mönchengladbach.

Update vom 11. Februar, 14:05 Uhr: In einigen Tweets berichten die Feuerwehren aus NRW auch von dicken Eiszapfen, die drohen, von Dächern oder Brücken zu brechen. „Besteht Gefahr durch herabstürzende Eiszapfen an Dachrinnen für Personen, könnt ihr gerne den Notruf 112 anrufen“, erklärt zum Beispiel die Feuerwehr Gelsenkirchen.

Die Gelsenkirchener mussten bereits am Mittag ausrücken, um Eiszapfen von einer Brücke des Hauptbahnhofs zu entfernen. Das sollte nicht der letzte Einsatz dieser Art sein. „Die Besatzung der Drehleiter Altstadt weiß noch nix von ihrem Glück . Es liegt schon der nächste Zapfeneinsatz auf Halde.“ Wir sagen nix, pssst!

„Twitter-Gewitter“: Mülheim an der Ruhr schaltet sich als Vermittler ein

Update vom 11. Februar, 13:20 Uhr: Bei der Feuerwehr in Neuss ist gerade Mittag. Es gibt vegetarische Lasagne und zum Nachtisch Berliner. „Und danach: ein Mittagsschläfchen, ganz offiziell. Die Schicht ist schließlich noch lang und wir wollen ja fit sein.“

Update vom 11. Februar, 13:25 Uhr: Jetzt tritt die Feuerwehr aus Mülheim an der Ruhr als Vermittler auf den Plan. Die Kollegen posteten zunächst ein Foto einer Umarmung: Ein normal gekleideter Mann und eine Person im Vollschutzanzug umarmen sich innig. „Kuscheln trotz Corona“ nennen das die Mülheimer.

In dieser Montur würden Köln sogar Düsseldorf umarmen. „Wir helfen Euch da gerne. Hauptsache Ihr vertragt Euch“, twittert die Feuerwehr Mülheim.

Update vom 11. Februar, 12:30 Uhr: Die Feuerwehren in NRW haben es auch heute mit vielen ernsten internistischen Notfällen zu tun, wie die Twitter-Feeds zeigen. Die Feuerwehr Mönchengladbach kümmert sich aber auch um tierische Nöte. „Katze stürzt aus 3. Obergeschoss und verletzt sich dabei schwer. Wir schicken unser Kleineinsatzfahrzeug zur Hilfe der Kleinen.“

Derweil haben sich Düsseldorf und Köln wieder lieb – vorerst zumindest. Die Feuerwehr Düsseldorf postete ein Foto, auf dem ein Düsseldorfer und ein Kölner Feuerwehrmann (zu erkennen an den Aufschriften der Dienstbekleidungen) nebeneinander auf einem Boot stehen und schreibt dazu: „Beste Freunde im #Rheinland zusammen im #EinsatzfuerDuesseldorf. Regelmäßig hat die #FwDus Auszubildende von anderen Feuerwehren zu Gast.“

Das gefällt sogar den Rhein-Rivalen: „Echt Fründe ston och ens zesamme!!! Ävver nit ze lang!!!“

Feuerwehren twittern: Düsseldorf und Köln liefern sich witzigen Schlagabtausch

Update vom 11. Februar, 11:15 Uhr: Den bisher kuriosesten Einsatz hatte wohl die Kölner Feuerwache in Mülheim. Am Morgen rückte ein Rettungswagen nach Holweide aus, weil dort jemand eine Batterie und einen Kugelschreiber verschluckt hatte.

Natürlich nahm die Feuerwehr Düsseldorf den Ball auf, postete ein Meme von Superbastler MacGyver und schreib dazu: „Man kann nie wissen, wann sowas gebraucht wird.“

Update vom 11. Februar, 10:20 Uhr: Das rheinische Städteduell zwischen Köln und Düsseldorf macht auch vor der Feuerwehr nicht Halt. Beim „Twitter-Gewitter“ gab es schon am Morgen die ersten liebevollen Seitenhiebe der Rheinmetropolen.

FW Düsseldorf: Aus der @UniklinikDUS soll ein Patient nach @Koeln verlegt werden? Ob das eine gute Idee ist? Aktuell wehrt sich das Navi vom #KTW noch, der Ort ist unbekannt?!?!

FW Köln: Wir haben gerade „ALEXA“ gefragt!!! „Alexa, fahr zur Hölle“ - „Route nach Düsseldorf wird berechnet“. Demnach gute Entscheidung und Gute Besserung

User suchen bereits nach einem Extra-Hashtag für die Konversation der beiden Lieblingsrivalen. Der Vorschlag aus Köln: #KölnLiga1DüsseldorfLiga2. Am Ende geben die Kollegen aber zu: #EigentlichLiebenWirUns.

NRW – Hatten wir nicht schon genug schlechtes Wetter in den vergangenen Tagen? Jetzt zieht auch noch ein Gewitter auf. Das Phänomen bricht jedes Jahr am gleichen Tag über Deutschland herein – am 11.2., dem Europäischen Tag des Notrufs.

Den Aktionstag gibt es seit 2009, und wird jedes Jahr am 11. Februar wegen der im Datum enthaltenen Nummer begangen. Damit soll die Gültigkeit der 112 in ganz Europa bekannter gemacht werden. Die Feuerwehren in Deutschland berichten dann in einem „Twitter-Gewitter“ dann den ganzen Tag über den Kurznachrichtendienst von ihren Einsätzen.

„Twitter-Gewitter“ 2021: Feuerwehr Köln hat extra die Schreibtische aufgeräumt

In diesem Jahr beteiligen sich etwa 55 Berufsfeuerwehren am „Twitter-Gewitter“. Darunter die Feuerwehr Köln, die sich schon auf die Aktion vorbereitet hat: „Wir haben schon mal die Monitore geputzt und die Schreibtische aufgeräumt, so dass am Donnerstag die Finger blitzschnell über die Tasten fliegen können“, schreiben die Kölner auf ihrem Twitter-Kanal. Auch die Kollegen aus Düsseldorf sind dabei: „Wie aus Kreisen der #Berufsfeuerwehren zu hören ist, soll es morgen zu einem #Twittergewitter kommen. Die Wolken über @Duesseldorf nehmen bereits zu!“.

Wer das „Twitter-Gewitter“ verfolgen möchte, folgt entweder dem allgemeinen Hashtag #112live oder dem Hashtag der gewünschten Stadt, zum Beispiel #köln112 oder #duesseldorf112. Die lustigsten, kuriosesten und spannendsten Tweets fasst 24RHEIN hier zusammen.

Feuerwehr twittert: Feuerwehr Bremen findet in Köln #echtefründe

Teils entwickeln sich neben aller Ernsthaftigkeit des Themas auch witzige Gespräche zwischen den Leitstellen. Die Feuerwehr Köln hat sich bereits mit den Kollegen aus Bremen ausgetauscht. Auf die geputzten Kölner Monitore antworteten die Bremer: „Sieht ja stark aus bei Euch! Wir müssen noch etwas aufrüsten bis morgen.“ Die Feuerwehr Köln bot daraufhin Hilfe bei der Technik an. „Danke! Ihr seid #echtefründe“, befanden die Kollegen aus Bremen.

Vorgeschmack gefällig? Welche kuriosen Gespräche sich entwickeln können, zeigt zum Beispiel ein Schlagabtausch zwischen den Wehren aus Köln und Leverkusen beim Aktionstag 2019. „Zur Aufgabe der #Feuerwehr #Leverkusen gehört auch der Brandsicherheitswachdienst im Stadion bei @bayer04fussball. Der Leiter des #BSW , ist erster Verbindungsmann zur #Leitstelle. @Feuerwehr_Koeln habt Ihr auch einen Fussballclub da drüben?“, hieß es aus Leverkusen. Die Kölner konterten schlagfertig: „Meint ihr den Fussballclub, der alle 14 Tage trotz zweiter Liga über 50.000 Menschen in seinen Bann zieht ??? (Anmerkung der Redaktion: Das sind regelmäßig doppelt so viele wie bei eurem Turn- und Sportverein 04) Leeven Jrooß us #Kölle.“

„Twitter-Gewitter“ 2021: Diese Feuerwehren aus NRW sind beim Twitter-Marathon dabei

Der Europäische Tag des Notrufs bringt in NRW jedes Jahr ein spannendes, lustiges Gewitter über NRW, hat aber einen ernsten Hintergrund. Der 11.2. soll darauf aufmerksam machen, dass die Notruf-Nummer 112 in der gesamten Europäischen Union (sowie in Andorra, auf den Färöer-Inseln, in Island, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, in der Schweiz, Türkei, Vatikanstadt, in Bosnien und Herzegowina und Russland) gilt. Außerdem bekommen die Twitter-User Einblicke in den Arbeitsalltag der Rettungskräfte, die jeden Tag für die Menschen im Einsatz sind. (sk)

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