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Neue Streiks an Unikliniken: Köln, Düsseldorf und Bonn betroffen

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Von: Stefanie Knupp

Streikende stehen vor dem Eingang der Uniklinik Düsseldorf und schwenken Fahnen.
An den Universitätskliniken in Essen, Düsseldorf und Köln wird an diesem Dienstag gestreikt. © Mona Wenisch/dpa

Es wurden neue Streiks an mehreren Unikliniken in NRW angekündigt. Diesmal sind sogar sechs Krankenhäuser betroffen, auch in Köln, Düsseldorf und Bonn.

Update vom 12. November, 14:25 Uhr: Es gibt neue Streiks an den Unikliniken in NRW. Nach den Streiks am 9. und 10. November in Köln, Düsseldorf, Essen, Bonn und Münster, wird die Arbeit in der kommenden Woche sogar an sechs Kliniken niedergelegt. Diesmal kommt auch noch die Uniklinik in Aachen dazu. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, soll am Dienstag (16. November) ganztägig gestreikt werden. Es soll erneut ein Notfallprogramm in den Krankenhäusern geben. Bei den Streiks in dieser Woche mussten Operationen verschoben werden.

„Die Arbeitgeber zwingen uns mit ihrer Blockadehaltung zu einer Reaktion. Die haben ihnen die Beschäftigten in den vergangenen Tagen deutlich gezeigt. Wer auch in der zweiten Runde mauert, statt Wertschätzung zu zeigen und Verbesserungen vorzulegen, darf sich nicht über Streiks wundern“, sagt ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Die Gewerkschaft sei an keiner weiteren Eskalation interessiert, könne aber „auch nicht akzeptieren, dass die Arbeitgeber ihre Gesprächsbereitschaft von massiven Herabgruppierungen im Eingruppierungssystem abhängig machen“.

Neben den Unikliniken sollen unter anderem auch mehrere Universitäten, Hochschulen, Staatsanwaltschaften, Bezirksregierungen und Amtsgerichte bestreikt werden. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fünf Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Streiks an Unikliniken: Köln und Düsseldorf betroffen – „Notfallprogramm“ in Krankenhäusern

Update vom 9. November, 10:56 Uhr: Am Dienstagmorgen sind die Streiks an den Unikliniken in Köln, Düsseldorf und Essen gestartet. Insgesamt kamen laut Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 1300 Menschen zusammen, alleine 700 davon in Köln. In allen drei Kliniken läuft am Dienstag nur ein „Notfallprogramm“ mit weniger Operationen, als üblich. Die Streikenden versammelten sich mit Trillerpfeifen, Ratschen und Pappschildern. Sie fordern mehr Lohn im Tarifstreit mit den Ländern. Am Mittwoch folgen Streiks in Bonn und Münster.

Erstmeldung vom 8. November:

Streiks an Unikliniken: Köln und Düsseldorf betroffen – Notdienste im Einsatz

Düsseldorf/Köln – Die Gewerkschaft Verdi hat an verschiedenen Unikliniken in NRW für Dienstag und Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Beschäftigte werden dann teils ganztägig ihre Arbeit niederlegen. Um die Versorgung der Patienten sicherzustellen, wurde eine Notdienstvereinbarung getroffen.

Betroffen sind unter anderem die Unikliniken in Köln und Düsseldorf, wo, ebenso wie in Essen, am Dienstag gestreikt wird. Tags darauf treten auch Beschäftigte der Unikliniken in Bonn und Münster in den Streik. Der Streik soll einen Tag lang dauern. Verdi rechnet an den fünf Standorten mit insgesamt 1500 Teilnehmern.

NRW: An diesen Unikliniken wird gestreikt

Streik an Uniklinik Köln, Essen und Düsseldorf: Demonstrationszüge geplant

In Köln wollen sich die Streikenden bis 9 Uhr vor dem Haupteingang treffen und in einem Demonstrationszug zum Albertus-Magnus-Platz im Stadtteil Lindenthal ziehen, wo gegen 10 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet. In Düsseldorf ist eine Kundgebung vor dem Haupteingang der Klinik von 8 Uhr an mit anschließendem Demonstrationszug über das Klinikgelände geplant. In Essen findet die Kundgebung am Haupteingang von 8:30 Uhr an statt, danach ziehen die Streikenden zum Essener Landgericht und durch das Stadtviertel.

Streiks an Unikliniken: Gewerkschaften fordern mehr Geld für Beschäftigte

Grund für den Arbeitsausstand der Beschäftigten ist nach Angaben von Verdi die zweite ergebnislose Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern. „Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber macht die Beschäftigten zu Recht wütend. Uns kein Angebot vorzulegen und zeitgleich alle unsere Forderungen mit einem bloßen ‚Nein‘ vom Tisch zu wischen, zeugt von fehlender Wertschätzung“, erklärt Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt in einer Mitteilung. „Auch und besonders im Gesundheitswesen leisten alle Bereiche nicht erst seit Pandemiebeginn jeden Tag Unglaubliches.“

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr erhalten, die Ausbildungsvergütungen laut Verdi um 100 Euro angehoben werden.

Streik: Unikliniken Köln und Essen rechnen mit erheblichen Einschränkungen

Die Uniklinik Köln erwartet für den Streiktag am 9. November massive Einschränkungen in der Patientenversorgung. Um die Versorgung von Notfällen uneingeschränkt sicherstellen zu können, habe man mit den Verantwortlichen der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung verhandelt, heißt es auf der Internetseite der Klinik. „Das OP-Programm wird bereits am Montag erheblich reduziert werden müssen, da die Intensivstationen voraussichtlich deutlich vom Warnstreik betroffen sein werden“, schreibt die Kölner Uniklinik. Ebenso werde es bei Terminen und ambulanten Behandlungen zu Einschränkungen und Verzögerungen kommen.

In Essen rechnet die Uniklinik ebenfalls mit erheblichen Einschränkungen. Durch die Notdienstvereinbarung könnten bereits stationär aufgenommene Patienten versorgt werden. „Die Wahrnehmung der Versorgung externer Notfälle ist nicht sichergestellt“, heißt es dagegen auf der Internetseite des Krankenhauses.

Streik an Unikliniken: Klinikchef kritisiert Zeitpunkt – „mitten in der Pandemie“

Kritik gibt es vom Ärztlichen Direktor der Uniklinik Essen. Er könne „nicht nachvollziehen, dass zur Durchsetzung von Tarifforderungen ausgerechnet Universitätskliniken bestreikt werden, die gerade jetzt mitten in der Pandemie eine besonders wichtige Rolle spielen“, sagte Professor Jochen A. Werner der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Durch den Warnstreik drohe eine „massive Gefährdung unserer Patientinnen und Patienten und eine hohe Belastung für das medizinische Personal“, betonte Werner. (sk mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. 

Dieser Artikel wurde am 9. November aktualisiert. Neuerung: Letzter Absatz mit Kritik vom Essener Klinikchef Jochen A. Werner ergänzt.

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