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Vermisstenfall entpuppt sich als Geiselnahme – 24-Jähriger verschleppt

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Das SEK der Polizei vor einem Einsatz.
Auch Spezialeinheiten der Polizei waren bei mehreren Durchsuchungen beteiligt (Symbolbild). © xcitepress/Imago

In NRW soll ein 24-jähriger Mann für mehrere Tage als Geisel gehalten und verletzt worden sein. Er galt zuvor als vermisst. Doch der Fall wirft Fragen auf.

Essen – Rätselhafter Kriminalfall in NRW: Im April wurde offenbar ein zunächst als vermisst geltender 24-jähriger Mann von sieben Männern verschleppt und als Geisel genommen. Der Mann soll sich fünf Tage in der Gewalt der Männer befunden haben und sei dabei mit unterschiedlichen Gegenständen verletzt worden. Er soll den Tätern Geld geschuldet haben. Allerdings wirft der Vorfall einige Fragen auf.

Mann aus Oberhausen soll von sieben Männern entführt worden sein

Der Fall zieht sich über mehrere Städte in NRW, wie die Kriminalpolizei aus Essen und die Staatsanwaltschaft aus Mönchengladbach am Freitagvormittag gemeinsam bekannt gaben. Ein 24-Jähriger, inzwischen 25 Jahre alt, galt Anfang April demnach zunächst als vermisst. Am 8. April meldete sich dann allerdings der 32-jährige Bruder des Vermissten bei der Polizei in Oberhausen. Dort gab er an, dass sein Bruder möglicherweise durch unbekannte Täter ins Ausland verschleppt worden sei.

Dabei ging es anscheinend um Geld, beziehungsweise nicht zurückgezahlte Schulden. Das Opfer soll sich von mehreren Personen teilweise vierstellige Beträge geliehen und diese nicht zurückgezahlt haben.

24-Jähriger für fünf Tage entführt? Spur führt nach Mönchengladbach und Jüchen

Den derzeitigen Ermittlungen der Polizei zufolge soll sich der 24-Jährige für insgesamt fünf Tage in der Gewalt der Geiselnehmer befunden haben, möglicherweise vom 7. bis zum 11. April. Bei den sieben Verdächtigen handelt es sich um Männer zwischen 20 und 33 Jahren. Sie sollen ihr Opfer in der Zeit in unterschiedliche Wohnungen in Mönchengladbach und Jüchen festgehalten haben. „Gegenstand der jetzigen Ermittlungen ist noch, ob er zusätzlich in ein angrenzendes Nachbarland verbracht worden ist“, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die Verdächtigen sollen dem 24-Jährigen gedroht haben, „ihm schwere gesundheitliche Schäden unterschiedlicher Art zuzufügen“, heißt es weiter. Danach forderten sie Lösegeld bei der Familie des Opfers. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben sie den 24-Jährigen „mittels unterschiedlicher Gegenstände“ verletzt.

Vermisster als Geisel gehalten? Polizei durchsucht 14 Wohnungen

Wie der 24-Jährige danach wieder frei kam, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mit. Aber zwischen dem 8. April und dem 23. Mai wurden insgesamt 14 Wohnungen und Häuser in Mönchengladbach, Jüchen und Linnich durchsucht. Zum Teil waren auch Spezialeinheiten der Polizei im Einsatz. Der 24-Jährige wird nach dpa-Informationen derzeit vernommen. Rätselhaft ist auch, dass Polizei und Staatsanwaltschaft ihn als „vermutlich Geschädigten“ bezeichnen.

Die Täter konnten dabei schnell ermittelt werden. Sie stammen alle aus dem persönlichen Umfeld des Opfers. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde gegen vier der insgesamt sieben Beschuldigten Haftbefehl erlassen. Inzwischen seien diese aber in drei Fällen außer Vollzug gesetzt und in einem Fall komplett aufgehoben worden. Die Ermittlungen laufen weiter. (bs/ots) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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