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Zeugnisse in NRW: Schülervertretung kritisiert Bewertung im Corona-Schuljahr

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Schülerin am Tisch im Distanzunterricht
Schüler in NRW haben den Großteil des Schuljahres im Distanzunterricht verbracht (Symbolbild). © Guido Kirchner/dpa

Nach dem Schuljahr unter Corona-Bedingungen gibt es in NRW am Freitag Zeugnisse. Die Landesschülervertretung bemängelt die Bewertungskriterien.

Düsseldorf – Die Vertretung der Schüler und Schülerinnen in Nordrhein-Westfalen hat die Zeugnis-Praxis nach dem Corona-Schuljahr als nicht aussagekräftig kritisiert. „Die Bewertungskriterien sind alle auf Präsenzunterricht ausgerichtet“, sagte Xueling Zhou, Mitglied im Landesvorstand der Landesschülervertretung (LSV), vor der Ausgabe der Zeugnisse zum Ende Schuljahres. Deren Bewertung liege aber der Distanzunterricht zugrunde, erläuterte die Kölner Gymnasiastin. Freitag ist der letzte Schultag. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer kündigte bereits an, dass die Schüler nach den Ferien in NRW im Präsenzunterricht weiter lernen sollen.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW in Dortmund erklärte, die Messung und Bewertung der Leistung sei stets eine der schwierigsten Aufgaben der Lehrkräfte und nach einem solchen Schuljahr eine besondere Herausforderung. Aber: „Auch im Distanz- und Wechselunterricht können Lern- und Leistungsfortschritte durch die Lehrkräfte beobachtet und bewertet werden“, sagte der VEB-Landesvorsitzende Stefan Behlau.

Schulen in NRW: „Folgen sozialer Ungleichheit vervielfacht“

Die außergewöhnlichen Leistungen der Kinder und Jugendlichen würden durch die Lehrer berücksichtigt, meinte der Chef des Lehrerverbandes. „Denn neben dem pädagogischen Personal in den Schulen waren es die Schülerinnen und Schüler, die besondere Leistungen in diesem Schuljahr gezeigt haben.“

Die LSV stellte hingegen fest, die Corona-Pandemie habe die Folgen sozialer Ungleichheit vervielfacht. Es gebe eine große Lücke zwischen sozial Starken und Schwachen. „Manche Schüler mussten sich ein digitales Endgerät beim Lernen zuhause mit fünf Geschwistern teilen, andere hatten mehrere Computer für sich alleine“, berichtete die Sprecherin. Die Ausstattung der Schulen mit Endgeräten habe wegen der damit verbundenen großen Bürokratie nicht geklappt.

Die LSV hält ohnehin nicht viel vom Notensystem. Eine individuelle Bewertung sei aussagekräftiger, erklärte die Vertreterin des Landesvorstands. Für Kinder und Jugendliche soll in NRW bis Ende 2022 ein millionenschweres Corona-Aufholprogramm bereitstehen. Der Großteil der Mittel wird wohl in die Schulen fließen. (dpa/lnw)

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