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Lippstadt: Nutria tötet Hund, um Nachwuchs zu verteidigen – auch für Kinder besteht Gefahr

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Von: Stefanie Knupp

Ein Nutria sitzt an einem Graben und putzt sich
Nutrias können mit ihren orangenen Nagezähnen kräftig zubeißen. © Sina Schuldt/picture alliance/dpa

Ein Hundebesitzer aus Lippstadt musste mit ansehen, wie eine Nutria seinen Hund tötete. Laut Hegering Lippstadt ist nicht ausgeschlossen, dass Nutrias auch Kinder attackieren.

Update vom 2. März, 13:49 Uhr: Der tödliche Angriff eines Nutrias auf einen Terrier in Lippstadt hat die Bevölkerung aufgeschreckt. Der Hegering Lippstadt (Kreisjägerschaft Soest) schließt nicht aus, dass Nutrias auch Kinder attackieren könnten, wenn sie ihren Nachwuchs verteidigen wollen. Besonders, wenn Kinder Nutria streicheln oder füttern wollten, besteht aus Sicht des Jägers aus Lippstadt das Risiko, dass kleine Kinder möglicherweise angegriffen werden.

Attacke in Lippstadt: Biberratte Nutria tötete Hund, weil sie wohl ihren Nachwuchs verteidigen wollte

Update vom 26. Februar, 13:40 Uhr: Nach dem tödlichen Angriff einer Nutria auf einen Terrier im Naturschutzgebiet Lippeaue hat ein Jäger und ein Tierarzt die Situation eingeschätzt. André Kösterkamp vom Hegering Lippstadt erklärt gegenüber der Rheinischen Post: „Wir gehen nach den Schilderungen des Hundebesitzers davon aus, dass die Nutria ein Muttertier gewesen sein muss. Die verteidigen ihre Nachkommen bis aufs Blut.“ Normalerweise seien Nutrias nicht angriffslustig.

Dass ein Genickbruch tatsächlich die Todesursache des kleinen Hundes gewesen ist, hält der Kölner Tierarzt Ralf Unna für unwahrscheinlich. „Aber eine Nutria kann ganz übel beißen, vielleicht hat sie ein Gefäß oder einen entscheidenden Nerv erwischt, dann stirbt man ganz schnell“, sagte er der RP.

Nutria beißt Hund – innerhalb weniger Sekunden war Terrier Enno tot

Erstmeldung vom 25. Februar, 13:35 Uhr: Lippstadt – Eine Nutria hat in Lippstadt einen Hund getötet. Beim Spaziergang in der Lippeaue stürzte sich eine Biberratte auf den kleinen Terrier namens Enno und brach ihm schließlich das Genick.

Wissenschaftlicher NameMyocastor coypus
Gewicht6,4 Kilogramm
Länge52 Zentimeter
Höhere KlassifizierungMyocastor

Sein Besitzer beschrieb dem WDR den furchtbaren Vorfall so: „Der Hund ging hier den Bach runter und dann merkten wir nur, wie eine Nutria sich auf den Hund stürzte und ihn so schüttelte, beutelte, dass er innerhalb von zehn Sekunden einen Genickbruch hatte und der Hund war tot.“ Anschließend musste er seinen toten Hund nach Hause tragen. Für Aufsehen unter Hundehaltern sorgen aktuell in NRW auch immer wieder Giftköder, ein Hund ist bereits gestorben.

Nutrias in NRW: Sie sind auch in Städten im Rheinland heimisch

Naturschützerin Margret Bunzel-Drüke sagte dem WDR: „Wir haben noch nie so etwas beobachtet.“ Ungefährlich seien Nutrias aber nicht. „Wenn die in die Ecke getrieben werden, dann können die schon sehr plötzlich angreifen.“ Die Stadt Bonn beispielsweise hat deshalb ein Fütterungsverbot erlassen. In der Rheinaue sei es bereits zu Bissverletzungen durch Nutrias gekommen. Eigentlich greifen Nutrias nicht von sich aus aktiv an*, berichtet Ruhr24*.

In Bonn sind die Tiere seit Jahren heimisch. Auch dem Hundebesitzer aus Lippstadt sind sie bekannt. „Nutrias sind ja in Lippstadt bekannt. Es sind ja hunderte, man sieht sie überall.“ Er habe zwar schon mal gehört, dass sie beißen und „ein Hund mal ein Loch im Ohr“ hatte, dass Nutrias aber innerhalb von Sekunden einen kleinen Hund töten können, das habe er nicht gedacht.

Nutrias in NRW: Biberratten jetzt auch in Köln gesichtet

Zu schlimmeren Zwischenfällen mit Nutrias ist es in Köln noch nicht gekommen. Kürzlich tauchte jeweils eine Nutria am Ebertplatz sowie in Sürth auf. Gegen die pelzigen Tiere vorgehen kann man nur in bestimmten Fällen. Denn Nutrias unterliegen dem allgemeinen Schutz wildlebender Tiere. Nur bei Vorliegen eines vernünftigen Grundes dürfen Nutrias gefangen oder getötet werden, geht aus einer Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW aus dem Jahr 2008 hervor. (sk) *Ruhr24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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