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Osterfeuer können zur Todesfalle werden – Gefahr für Fuchs, Igel und Hase

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Von: Sofia Popovidi

Für viele gehört das Osterfeuer in der Osternacht dazu. Wer dabei aber häufig vergessen wird: Füchse, Igel und Hasen, die jedes Jahr in den Flammen ums Leben kommen.

Köln – Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und wird in ganz NRW und Deutschland groß gefeiert. Was für viele Menschen neben Eier bemalen und Osterhasen verschenken dazu gehört, ist das traditionelle Osterfeuer. Das Osterfeuer wird in der Osternacht, meist auf einem großen Feld, entfacht und damit die Auferstehung Jesus gefeiert. Besonders für Kinder ist das ein spektakuläres Erlebnis. Doch neben der Freude wird eines oft nicht bedacht. Denn vor allem Wildtiere aus dem Wald werden durch die Feuer in eine schlimme Situation gebracht. Laut dem Deutschen Tierschutzbund sterben jährlich zahlreiche Tiere durch die Flammen der Osterfeuer.

Osterfeuer: Todesfalle für Wildtiere – Brennholz wird als Unterschlupf verwechselt

Ein Fuchs, daneben ein Osterfeuer auf einem Feld.
Das Osterfeuer wird für Füchse und andere Wildtiere zum Verhängnis. Viele Tiere geraten in die tödlichen Flammen (IDZRNRW-Montage) © imagebroker/imago & Kay-Helge Hercher

Das Problem beim Osterfeuer: Das Brennmaterial, das oft schon Wochen vor dem eigentlichen Feuer aufgeschichtet wird, nutzen laut Tierschutzbund viele Igel, Hasen und auch Vögel als Unterschlupf – ohne zu ahnen, wofür es später gebraucht wird. Igel zum Beispiel besitzen keinen Fluchtreflex, weswegen sie den Flammen nicht entkommen können. Der Bund berichtet von einer vier Wochen alten Füchsin, die 2022 in Hamburg nur um ein Haar mit Verbrennungen und einer Rauchvergiftung davon gekommen ist.

Viele Tiere befinden sich in der Osterzeit noch im Winterschlaf oder Aufwachzeit und bekommen meist zu spät mit, was passiert. „Sobald das Holz in Brand gesteckt wird, führt dies für viele dieser Tiere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum qualvollen Tod durch Verbrennen, da sie dem Feuer nicht schnell genug entfliehen können“, sagt Katrin Pichl, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund.

Todesfalle durch Osterfeuer: Tierschützer mit wichtigen Hinweisen

Deshalb raten Tierschützer: „Bitte schichtet das Brennmaterial für Osterfeuer unbedingt um oder baut es erst unmittelbar vor dem Anzünden auf. Es reicht nicht aus, etwas Lärm zu machen, um die Wildtiere zu verscheuchen. Viele Arten und vor allem Jungtiere ducken sich bei Gefahr und rollen sich ein. Sie verharren also in der Todesfalle“, appelliert der Tierschutzbund auf Facebook. Ebenso helfe es, einzelne Äste und nicht den gesamten Haufen auf einmal ins Feuer zu werfen.

Was ist das Osterfeuer?

Zum Beginn des Gottesdienstes der Osternacht in der katholischen Kirche wird ein kleines Feuer entfacht – das Osterfeuer. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Feuer die Osterkerze, die nach der Weihe als Licht in die dunkle Kirche getragen wird.

Das Osterfeuer findet in der Regel in der Osternacht statt, entweder an Karsamstag nach Einbruch der Dunkelheit oder am Ostersonntag vor der Morgendämmerung. Aus christlicher Sicht symbolisiert das Osterfeuer den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Es gilt als Symbol für die Lichtwerdung durch die Auferstehung Christi. Es steht für das neue Leben, das mit Jesus in die Welt gekommen ist.

Wer an Ostern ein ausgiebiges Frühstück oder einen Brunch plant, sollte die Öffnungszeiten der Bäcker an den Osterfeiertagen beachten. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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