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Nach Tornado in Paderborn: Gaffer und Plünderer stören Aufräumarbeiten

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Von: Mick Oberbusch

Nach dem Tornado in Paderborn wollen offenbar Menschen aus dem Leid der Betroffenen Profit schlagen. Die Polizei geht gegen Gaffer und Plünderer vor.

Paderborn – Es waren teils erschreckende Szenen, die sich am Freitag der vergangenen Woche in Paderborn abspielten: Ein Tornado traf die Region mit voller Kraft, Einsatzkräfte müssen seither große Schäden im Stadtgebiet in NRW beseitigen. Und das zieht aktuell Schaulustige an, wie die Polizei Paderborn nun mitteilt. „Unbelehrbare Schaulustige haben am Sonntag für zahlreiche Einsätze der Polizei und Hilferufe von Geschädigten des Tornados gesorgt. Die Einsatzkräfte sprachen von regelrechtem Sensationstourismus“, erklärt die Behörde.

Nach Tornado in Paderborn: Polizei mit dutzenden Platzverweisen gegen Gaffer

Demnach habe es infolgedessen dutzende Platzverweise gegen Gaffer gegeben. Im Riemekepark, im Paderquellgebiet und in anderen Schadenbereichen hielten sich viele Passanten nicht an die Absperrungen. Flatterbänder wurden abgerissen oder einfach „unterwandert“. Zudem ermittelt die Polizei wegen des Verdachts einer Plünderung, nachdem die Besitzerin eines Textilgeschäfts an der Westernmauer am Samstag Anzeige erstattet hat.

Unwetter in Paderborn: Plünderer räumen Geschäft aus – und machen mehrere tausend Euro Beute

Zerstörung nach Tornado in Paderborn, Gaffer mit Handy im Vordergrund (Montage).
In Paderborn kommt es aktuell zu „Sensationstourismus“ durch Gaffer und Plünderungen (IDZRW-Montage). © Deutzmann/Imago & Bernd März/Imago

Die Geschäftsfrau hatte ihren Laden am Freitag gegen 16 Uhr geschlossen. Unmittelbar nachdem der Tornado durchgezogen war, meldete sich eine Geschäftsnachbarin, die mitteilte, dass die Ladentür durch den Sturm aufgedrückt wurde und im Laden alles durcheinander läge. Die Besitzerin begab sich sofort wieder zu ihrem Geschäft und stellte fest, dass Kleidung im Wert von mehreren tausend Euro entwendet worden war. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

Nach Unwetter in Paderborn – Hausbesitzer und Handwerker klagen über Schaulustige

Auch Handwerker und geschädigte Hausbesitzer beschwerten sich mehrfach über Schaulustige, die Aufräum- und Reparaturarbeiten behinderten. Dabei liefen die Arbeiten zur Beseitigung der Sturmschäden auch am Montag (23. Mai) noch auf Hochtouren. „An vielen Stellen unterstützt die Polizei mit kurzfristigen Sperrungen von Straßen oder Absicherungen von Gefahrenstellen. Immer noch gibt es lebensgefährliche Bereiche. Auch auf Privatgrundstücken müssen Bewohner vorsichtig sein, denn viele beschädigte Dächer sind noch nicht abgesichert“, so die Behörde.

Tornado traf Paderborn: Illegale Spendenaufrufe aufgetaucht

Unwetter in Paderborn – wo erhalte ich Hilfe?

„Wer aufgrund der Schäden durch den Tornado vom Freitag noch Hilfe bei den Aufräumarbeiten, beispielsweise im eigenen Garten, benötigt, der kann sich auch heute noch bei der Stadt Paderborn melden. Bevorzugt telefonisch über die Hotline 05251-880 nimmt die Stadt Paderborn weiter Hilfsgesuche für einfache Aufräumtätigkeiten entgegen und koordiniert ehrenamtliche Hilfseinsätze von privat zu privat“, erklärt die Stadt. Quelle: paderborn.de

Zudem gab es am Montag (23. Mai) erste Hinweise über illegale Spendenaufrufe. Auf Internetplattformen wurde angegeben, im Auftrag der Stadt Paderborn Spenden für die Opfer des Tornados zu sammeln. Die Stadt Paderborn betont ausdrücklich, dass sie weder online noch analog zu Spendensammlungen aufgerufen hat. In diesem Fall hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges aufgenommen. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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