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Phantasialand: Hoffnung auf Erweiterung erneut geplatzt — wegen einer Kleingartenanlage

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Von: Lydia Mayer

Blick auf die Attraktion „Black Mamba“ im Phantasialand in Brühl.
Das Phantasialand kämpft seit 22 Jahren für eine Erweiterung und musste wieder einen Rückschlag einstecken. (Archivbild) © Jörg Carstensen/dpa

Neue Attraktionen würden mit einer Erweiterung des Phantasialand in Brühl einhergehen. Doch Stadt und Land erteilen den Plänen des Freizeitparks erneut eine Absage.

Brühl – Eine Erweiterung wird für das Phantasialand, das seit mehr als 20 Jahren dafür kämpft und darauf hinarbeitet, vorerst weiter ein Wunsch bleiben. Der Grund für die Absage: der Schutz einer Kleingartenanlage und der umliegenden Natur.

AdresseBerggeiststraße 31-41, 50321 Brühl
Fläche28 ha
Eröffnet30. April 1967
Besucher2,05 Millionen (2019)
Achterbahnen7

„Das Phantasialand bekommt ins Stammbuch geschrieben, dass, selbst wenn endlich das Land grünes Licht für die Erweiterung gäbe, unter rot-grün die nächsten fünf Jahre nichts passieren würde, mit dem die Stadt die Erweiterung ermöglichen würde“, fasst der Ortsverband der FDP in Brühl in einer Mitteilung auf ihrer Homepage zusammen, was im rot-grünen Koalitionsvertrag der Stadt Schwarz auf Weiß geschrieben steht.

Phantasialand darf immer noch nicht erweitern: wirtschaftlich nicht nachvollziehbar

Das Phantasialand schreibt in einem Statement, dass es die Entscheidung bedauere. „Wenn das Phantasialand als wichtiger Wirtschaftsfaktor und großer Arbeitgeber in der Region langfristig auf sicherem Fundament stehen soll, muss es sich zum Kurzurlaubsziel weiterentwickeln. Es braucht mehr Attraktionen, damit die Besucher mehrere Tage vor Ort bleiben, und dafür auch mehr Hotelkapazitäten. Das ist nur mit der Erweiterung im jetzt vorgesehenen Rahmen möglich“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Auch für die Brühler FDP ist die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht nicht im Geringsten nachvollziehbar. „Damit können 1000 Arbeitsplätze nicht entstehen und der für Brühl so wichtige Freizeitpark weiß wieder nicht, wie es weitergehen soll“, kritisiert der FDP-Fraktionsvorsitzende Jochem Pütz.

Herber Rückschlag für Erweiterungspläne: Phantasialand will „weitermachen“

Trotz des herben Rückschlags will das Phantasialand weiter für die Erweiterung kämpfen. „Wir machen weiter, auch im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Millionen Menschen, die in unserem Freizeitpark Freude und Erholung suchen und finden“, wird Parkdirektor Ralf-Richard Kenter im Statement des Freizeitparkes zitiert.

Diese Kampfansage macht auch mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie, an der Freizeitpark in Brühl massiv zu knabbern hat, Hoffnung. Das Phantasialand war im vergangenen Jahr wegen der verschiedenen Corona-Lockdowns nur wenige Monate offen, mussten seinen Betrieb einstellen. Ursprünglich wollte der Freizeitpark am 27. März wieder öffnen, ist aber von diesem konkreten Termin abgerückt und wartet auf ein Signal der Politik. Auch die anderen Freizeitparks in NRW haben zu kämpfen. So hat der Movie Park seinen Saisonstart wegen Corona verschoben und kritisierte: „Die Freizeitindustrie wird übergangen“

Phantasialand kämpft auch mit Corona-Einschränkungen: keine Öffnung in Sicht

In der aktuellen Corona-Verordnung werden Freizeitparks, aber auch Hotels und Gastronomie, die auf dem Gelände des Parks ebenfalls zu finden sind, nicht berücksichtigt. Eine Entscheidung wäre ehestens beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 22. März zu erwarten gewesen. Doch die Chancen, dass es dann für Freizeitparks wie das Phantasialand eine Öffnungsperspektive gibt, werden mit Blick auf wieder steigende Infektionszahlen und Sieben-Tage-Inzidenzen immer kleiner.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionen hat Nordrhein-Westfalen gerade erst angekündigt, zum 22. März keine weiteren Öffnungen zu ermöglichen.

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