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Verzweifelter Hilferuf: Freizeitparks in NRW fordern Öffnungsperspektive

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Besucher fahren im Moviepark in Bottrop mit der Achterbahn „Star Trek: Operation Enterprise“.

Freizeitparks wie der Movie Park in Bottrop fordern eine schnelle Öffnungsperspektive in NRW (Archivbild). © Henning Kaiser/dpa

In NRW gibt es immer mehr Corona-Lockerungen. Keine Perspektive haben bislang die Freizeitparks. In einem Hilferuf fordern Phantasialand, Movie Park und Co. zügige Öffnungen.

NRW – Seit Monaten kämpfen die Freizeitparks in NRW mit den Folgen der Corona-Pandemie. Auch nach monatelangen Schließungen sucht man eine Öffnungsperspektive vergebens. Während beispielsweise der Freizeitpark Efteling in den Niederlanden wieder Besucher empfängt und auch in anderen Bundesländern die Parks wieder öffnen, können das Phantasialand bei Brühl, der Movie Park in Bottrop oder das Fort Fun im Hochsauerland weiterhin nur offen, dass sich bald etwas ändert.

Freizeitparks in NRW fordern Öffnung: Phantasialand spricht von „Ungleichbehandlung“

Doch das wollen sich die NRW-Freizeitparks nicht länger gefallen lassen. Gemeinsam fordern sie mit dem Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) eine zügige Öffnungsperspektive. In einem wörtlich so formulierten „Hilferuf“ werfen sie der NRW-Landesregierung vor, „stoisch an einer epidemiologisch und sachlich unbegründeten Schließung“ festzuhalten.

Betroffen seien laut der VDFU-Mitteilung vor allem „Familien und sozial schwache Bevölkerungsgruppen, die heute den Großteil der Freizeitparkbesucher stellen“. Sie würden um soziale Begegnung, gemeinsame Erlebnisse und eine Auszeit vom Alltag in der Pandemie gebracht. Das Phantasialand in Brühl bei Köln sprach am Donnerstag von einer „nicht nachvollziehbaren Ungleichbehandlung“.

NRW-Freizeitparks: Phantasialand, Movie Park und Fort Fun fordern Öffnungsperspektive

Besonders, dass Zoos in NRW seit April unter Auflagen wieder geöffnet haben, Freizeitparks aber nicht, stößt dem Verband sauer auf. „Freizeitparks sind im Hinblick auf Verkehrsfläche, Organisationsstruktur und Besuchergruppen vergleichbar mit zoologischen Gärten“, heißt es in der Mitteilung. Warum das Infektionsrisiko in Zoos geringer sein sollte, als in Freizeitparks, habe die Düsseldorfer Staatskanzlei noch nicht erklären können, klagen die Betreiber.

Nach der Coronaschutzverordnung vom 12. Mai ist der Betrieb von Freizeit- und Vergnügungsstätten in NRW derzeit untersagt. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, wie Freibäder, Minigolfanlagen, Kletterparks oder auch Hochseilgärten. Diese dürfen unter Einschränkungen und Auflagen, wie einem negativen Corona-Schnelltest, bereits wieder öffnen. Der Movie Park in Bottrop kritisierte, dass man Freizeitparks hierbei ausschließe. Das Phantasialand fand gegenüber der Deutschen Presse-Agentur deutliche Worte und sprach von einer „grundlosen Benachteiligung, die wir nicht akzeptieren können“. Das Fort Fun spricht von „mehreren vergeblichen Versuchen, in einen Dialog mit der Landespolitik NRW zu treten“*, berichtet wa.de*.

Verband warnt vor endgültigen Schließungen von Freizeitparks in NRW

Sollte sich der Betriebsstart weiter verzögern, drohe das Aus für viele Freizeitparks – und damit eine Lücke in der touristischen Infrastruktur, mahnte der Verband, der rund 100 Parks und 120.000 Beschäftigte vertritt. „Die meisten NRW-Parks werden bereits seit Generationen betrieben. Neugründungen finden nicht statt. Es ist davon auszugehen, dass bei Geschäftsaufgabe kein neuer Park entstehen würde“, so der VDFU. (bs mit dpa) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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