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„Gaffer haben in den Krisengebieten nichts verloren!“

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Von: Stefanie Knupp

Absperrband der Polizei vor weiteren Einsatzfahrzuegen
Schaulustige halten sich oftmals nicht an Absperrungen (Symbolbild). © Fabian Geier/imago

Gaffer bringen sich selbst und andere in Gefahr. Auch in den von Hochwasser stark getroffenen Gebieten halten sich Schaulustige auf. Die Polizei hat eindeutige Hinweise.

Köln – Sie behindern Rettungskräfte bei der Arbeit und bringen sich selbst in Gefahr: Gaffer. Auch während der andauernden Hochwasser-Katastrophe in NRW hatte es die Polizei immer wieder mit Schaulustigen zu tun. Die machten sogar Fotos oder Videos. Die Polizei NRW richtet deshalb noch einmal einen eindringlichen Appell an Gaffer.

„Gilt auch heute noch!“, schreibt beispielsweise die Polizei Köln auf ihrer Facebook-Seite. „Gaffer haben in Katastrophengebieten nichts verloren!“, lautet die eindeutige Ansage der Einsatzkräfte mit Verweis auf die Internetseite der polizeilichen Kriminalprävention.

Gaffer in Katastrophengebieten drohen hohen Strafen

Dort steht nämlich auch, was Gaffer schlimmstenfalls erwartet – abgesehen davon, dass sie sich und andere gefährden. „Seit dem 1. Januar 2021 ist das Fotografieren und Filmen oder das Teilen von Bildaufnahmen, die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau stellen, an Dritte strafbar.“ Gaffer müssten mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Grundsätzlich gilt, Fahrten in Katastrophengebiete zu vermeiden und die Bereiche weiträumig zu umfahren. Auch solchen Menschen, die nicht in schaulustiger Absicht in die Katastrophengebiet wollen, etwa um nach Angehörigen zu suchen oder um ihr Eigentum zu sichern, wird dringend davon abgeraten. „Die Polizei ist vor Ort und schützt das Eigentum von evakuierten Menschen.“ Mit nur einigen einfachen Hinweisen macht die Polizei klar, wie man sich richtig verhält.

Katastrophengebiete: So verhalten Sie sich richtig

Katastrophentourismus: Gaffer behindern Rettungskräfte

Im besonders von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Rhein-Erft-Kreis meldete die Polizei Rhein-Erft am Freitagmorgen auf Facebook: „Immer noch haben wir regelmäßig mit Schaulustigen zu tun, die durch ihr Verhalten die Arbeiten der Rettungskräfte behindern und sich selbst in Gefahr bringen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schaulust.“ Am Samstag die nächste Meldung: „In Liblar werden die Einsatzkräfte derzeit durch parkende Autos immer wieder behindert und gelangen so nur unter erschwerten Bedingungen zu den Einsatzörtlichkeiten.“ Liblar ist ein Stadtteil der der vom Hochwasser getroffenen Stadt Erftstadt.

 „Bitte keinen Sensationstourismus!“, hieß es am Sonntag auch auf der Homepage von Erftstadt. Das Stadtgebiet solle nicht zum Ausflugziel gemacht werden – ob mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Am Sonntagabend (18. Juli) konnte die Polizei Rhein-Erft immerhin Gutes vermelden: „Aktuell liegen der Polizei Rhein-Erft erfreulicherweise keine Hinweise auf Hochwassertouristen oder Gaffer vor.“ Ebenfalls sei erfreulich, dass es bisher noch nicht zu Plünderungen gekommen sei. Anders in der Nähe von Aachen: In Stolberg ist es zu einzelnen Plünderungsversuchen gekommen. In Altena waren am Wochenende verdächtige Schrottsammler mit Transportern unterwegs und ließen Gegenstände mitgehen.

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