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Razzia in Köln: Polizei kommt Corona-Betrügern auf die Spur – Fälscherwerkstatt in Bergheim ausgehoben!

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Von: Mick Oberbusch

Polizist aus NRW von hinten mit Uniform, auf Polizeiauto blickend
Die Polizei hat in Köln und Umgebung am Mittwochmorgen eine großflächige Razzia durchgeführt (Symbolbild). © picture alliance/Federico Gambarini

Seit Mittwochmorgen führt die Polizei NRW eine großflächige Razzia in Köln und Umgebung durch. Gesucht wurden vor allem Corona-Selbsthilfe-Betrüger.

Köln – Razzia in Köln und Umgebung: Wie die Polizei in einer Presseerklärung am Mittwoch mitteilte, wurden in den frühen Morgenstunden von Staatsanwaltschaft, Polizei und Zoll insgesamt 16 Durchsuchungsbeschlüsse und vier Haftbefehle gegen rumänische Staatsbürger im Alter zwischen 23 und 45 vollstreckt. Einer der vier Täter hielt sich zum Zeitpunkt der Razzia in Österreich auf. Laut Polizeiangaben besteht gegen diese Männer der dringende Verdacht der gewerbs- und bandenmäßigen Urkundenfälschung. 52 Beamte des Polizeipräsidiums Köln sowie 62 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren an dem Einsatz beteiligt.

Grund für Razzia: Betrüger erbeuten 1,2 Millionen Euro Subventionen durch Coronavirus

So sollen mehrere der Beschuldigten seit April dieses Jahres durch falsche Angaben Corona-Soforthilfen im Onlineverfahren der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten haben. Das Gesamtvolumen der Subventionen soll bei 1,2 Millionen Euro liegen, 800.000 Euro sollen bereits ausgezahlt worden sein. Zudem sollen die Tatverdächtigen laut Angaben der Polizei Köln auch aus Rumänien Familienmitglieder angeworben haben, um Hilfsleistungen im Zuge des Coronavirus über das Internet zu beantragen.

Dazu kommt der Vorwurf, die Männer hätten seit Mai 2013 unberechtigt Kindergeld vom Staat bezogen und mit selbst hergestellten, gefälschten Ausweisdokumenten immer wieder Anträge auf Verlängerung gestellt haben.

Razzia in Köln und Umgebung: Laptops, Handys und USB-Sticks gefunden

So wurden am Mittwoch 15 Wohnungen in Köln, Bergheim, Essen und Krefeld sowie Linz und Frankenmarkt (Österreich) durchsucht, ebenso eine Lagerhalle in Pulheim. Dort konnten die Einsatzkräfte Laptops, Mobiltelefone und USB-Sticks sicherstellen, bei einer Durchsuchung einer Wohnung in Bergheim stießen die Beamten zudem auf eine Fälscherwerkstatt, in der mutmaßlich die falschen Personalausweise und Führerscheine zur Beantragung der Soforthilfen und des Kindergeldes hergestellt worden sein sollen..

Die entstandene Schadenssumme soll sich auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro belaufen, die Ermittlungen gegen insgesamt 13 Beschuldigte dauern weiter an. (mo)

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