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Polizei-Großeinsätze in Siegburg: „Alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Gefahr auszuschließen“

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Von: Benjamin Stroka

An einer Realschule und einem Berufskolleg in Siegburg wurden Gefahrenlagen gemeldet. Die Polizei war jeweils im Großeinsatz. Vernehmungen liefen ohne Erfolg.

Update vom 10. November, 13:56 Uhr: Die Polizei hat am Donnerstag zu einem stundenlangen Einsatz nach einem Amok-Alarm in Siegburg Stellung genommen. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat absolute Priorität für uns. Deshalb haben wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Gefahr auszuschließen“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes in Köln. „Dass die Meldung einer Schussabgabe nahe einer Schule und der unter einem Auto versteckte Rucksack nichts miteinander zu tun haben, stand erst am Nachmittag fest. Bis dahin haben wir alles getan, was man als Polizei auch im Ernstfall tun muss.“

Zeugen hatten am Mittwochvormittag einen Verdächtigen gemeldet, der an einer Realschule mit einer Langwaffe in die Luft geschossen haben soll. Außerdem hatte die Polizei Reste von Feuerwerkskörpern gefunden. Dies löste einen Großeinsatz an der Schule aus. Zusätzlich tauchten im Internet-Netzwerk Tiktok Videos auf. Sie zeigten einen Mann, der zunächst auf einem Teppich betete und dann einen Rucksack unter einem Auto zurückließ. Schüler der benachbarten Schule hatten den Mann gefilmt. Hier habe man den Verdacht ausräumen müssen, dass der Rucksack Sprengstoff enthielt, sagte Baldes. Letztlich habe sich der Rucksack als ungefährlich herausgestellt. Er sei zuvor in einem Zug gestohlen worden. Wer der Mann gewesen sei, der ihn zurückgelassen habe, habe die Polizei bisher nicht herausfinden können.

Während der Überprüfung war auch der Bahnhof Siegburg/Bonn mehrere Stunden gesperrt, was zu erheblichen Problemen im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn geführt hatte. „Anwohner, Geschäftsleute und Reisende mussten starke Einschränkungen hinnehmen, aber das ließ sich bei den Erkenntnissen, die wir hatten, nicht vermeiden“, sagte Baldes. „Nach unserem Dafürhalten gab es zu unserem Vorgehen keine Alternative, denn die öffentliche Sicherheit muss immer Vorrang haben. Man muss sich nur vorstellen, was los gewesen wäre, wenn der Rucksack tatsächlich Sprengstoff enthalten hätte.“ (jw/dpa)

Zwei Polizei-Großeinsätze in Siegburg – Verdächtige nach Vernehmung entlassen

Erstmeldung vom 9. November: Siegburg – In Siegburg bei Bonn gab es am heutigen Mittwoch (9. November) zwei Großeinsätze der Polizei an Schulen. Mittlerweile gibt es Entwarnung an beiden Orten. Zwei Verdächtige wurden nach Untersuchungen wieder entlassen. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gab, ist weiter unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Zwei Gefahrenlagen in Siegburg: Amokalarm ausgelöst und verdächtiger Rucksack entdeckt

Fahrzeuge und Einsatzkräfte der Polizei stehen vor einer Realschule in Siegburg.
Am Vormittag kam es zu einem großen Polizeieinsatz an der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Siegburg. © Henning Kaiser/dpa

Zunächst wurde an einer Realschule Amokalarm ausgelöst. Zeugen hatten dort angeblich eine verdächtige Person mit einer Waffe gesehen. Am Mittag wurde dann unter einem Fahrzeug an einem Berufskolleg in Siegburg ein verdächtiger Gegenstand entdeckt. Beide Schulen wurden geräumt. Die Stadt Siegburg hat aufgrund beider Einsätze inzwischen entschieden, den großen Martinszug abzusagen, der eigentlich heute um 17:30 Uhr beginnen sollte.

Siegburg: Amokalarm an Realschule – Zeugen berichten von Schüssen

Einsatz an der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Siegburg: Am Vormittag wurden die Einsatzkräfte zunächst zur Alexander-von-Humboldt-Realschule in Siegburg (Rhein-Sieg-Kreis) gerufen. Dort soll laut Zeugenberichten eine unbekannte vermummte Person mit einer Waffe auf dem Schulgelände gesehen worden sein. Eine Zeugin berichtete laut dpa-Angaben, dass der Verdächtige in die Luft geschossen habe. Die Polizei informierte gegen 11:15 Uhr auf Twitter über den Einsatz.

Andere Zeugen hatten Knallgeräusche gehört. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus, darunter auch Spezialkräfte aus Düsseldorf und Köln. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Das Schulgebäude wurde von Spezialkräften durchsucht, die aber weder verdächtige Personen noch verdächtige Gegenstände finden konnten. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zu der Zeit mit den Lehrkräften in den Klassenzimmern eingeschlossen.

Die Schüler und Lehrer konnten anschließend aus dem Schulgebäude geleitet werden. Um kurz vor 15 Uhr teilte die Polizei mit, dass die Durchsuchungsmaßnahmen an der Realschule abgeschlossen wurden. Es gab Entwarnung. Die Kinder werden an ihre Eltern übergeben.

Alexander-von-Humboldt-Realschule in Siegburg

Adresse: Zeithstraße 72, 53721 Siegburg

► Die Alexander-von-Humboldt-Realschule ist Teil des Schulzentrums Neuenhof in Siegburg, in der Nähe von Bonn. Neben der Realschule befindet sich auch eine städtische Gesamtschule auf dem Gelände an der Zeithstraße.

► An der Realschule werden laut eigenen Angaben 540 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10 von 36 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Dazu kommen zwei Sonderpädagogen.

Amokalarm an Realschule in Siegburg: Polizei überprüfte verdächtigen Jugendlichen (14)

Außerhalb des Schulgeländes lief die Fahndung bis zum Nachmittag. „Es wurden mehrere Personen angetroffen, auf die die Täterbeschreibung passt. Sie werden von uns überprüft“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. „Von einer Festnahme kann man noch nicht sprechen.“ Zuvor hatte der General-Anzeiger vermeldet, dass eine jugendliche Person festgenommen worden sei.

Am Abend erklärte die Polizei derweil, dass ein 14-Jähriger angetroffen wurde, „auf den die Täterbeschreibung zutraf“. Er wurde danach zur Vernehmung mit zur Wache genommen. Nach der Überprüfung inklusive einer Durchsuchung seiner Wohnung bestehe aber gegen den Jugendlichen „keine Verdachtsmomente“. Die Polizei betonte, dass die Durchsuchung im Einverständnis mit den Eltern geschah.

Verdächtiger Gegenstand entdeckt: Großeinsatz an Berufskolleg in Siegburg

Einsatz an Berufskolleg in Siegburg: Kurze Zeit später kam es zu einem weiteren Großeinsatz, diesmal an einem Berufskolleg in Siegburg. Die Polizei informierte gegen 13:40 Uhr auf Twitter über den Einsatz. An dem Berufskolleg an der Hochstraße, etwa zwei Kilometer von der Alexander-von-Humboldt-Realschule entfernt, wurde ein verdächtiger Gegenstand unter einem Fahrzeug gefunden.

Wie die Polizei am Abend erklärte, sei gegen 12:45 Uhr ein Verdächtiger dabei gesichtet worden, wie er einen Rucksack unter ein geparktes Auto geschoben hatte. Anschließend ging er wohl in Richtung Bahnhof gegangen. „Erste Ermittlungen, dass der Mann in einen Zug gestiegen sei, bestätigten sich nicht“, sagte ein Polizei-Sprecher. Anschließend wurde ein 52-jähriger Mann überprüft, der auf die dortige Beschreibung passte. Jedoch entließ die Polizei ihn wenig später wieder, da er „als unverdächtig“ gilt.

Das Berufskolleg wurde nach dem Fund geräumt und der Bereich abgesperrt. Dafür wurde auch der Bahnhof Siegburg gesperrt und der Zugverkehr eingestellt. Zwischenzeitlich hieß es, dass ein Bereich im Umkreis von rund 400 Metern um den Parkplatz des Berufskollegs geräumt werden müsse. Das war aber doch nicht nötig. Ein Entschärfer des LKA hat den Rucksack danach untersucht und gab Entwarnung. Um kurz vor 18 Uhr wurden die Sperrungen wieder aufgehoben.

Berufskolleg des Rhein-Sieg Kreises in Siegburg

Adresse: Hochstraße 1-7, 53721 Siegburg

► Das Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg (nahe Bonn) ist eine berufsbildende Schule mit Schwerpunkt auf kaufmännische Tätigkeiten. Dort gibt es die Möglichkeit verschiedene allgemeinbildende Abschlüsse (Mittlerer Schulabschluss, Fachhochschulreife, Allgemeine Hochschulreife) zu erwerben.

►An dem 1969 gegründetem Berufskolleg werden rund 2700 Schülerinnen und Schüler von 130 Lehrkräften unterrichtet.

Rhein-Sieg-Kreis: Entwarnung nach Polizeieinsatz an Gesamtschule in Hennef

Schon am Dienstag gab es einen Polizeieinsatz an einer Schule im Rhein-Sieg-Kreis. In Hennef wurde gegen 10:40 Uhr eine mögliche Gefahrenlage an einer Gesamtschule gemeldet. Der Bereich wurde auch dort abgesperrt und die Schule evakuiert. Am frühen Nachmittag konnte die Polizei Entwarnung geben. Das Schulgelände wurde durchsucht, aber keine verdächtigen Gegenstände entdeckt. (bs/os mit dpa)

Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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