Razzia gegen Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet – mehrere Objekte durchsucht

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Von: Jonah Reule

Im Ruhrgebiet hat die Polizei bei einer Razzia gegen Clan-Kriminalität am Freitag mehrere Objekte durchsucht. Eine Person wurde festgenommen.

Castrop-Rauxel – Am Freitagabend (26. April) hat es in NRW einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Dabei wurden im Rahmen von Kontrollen im Kampf gegen Clankriminalität mehrere Objekte in Castrop-Rauxel und in Marl im Ruhrgebiet unter die Lupe genommen. Darunter befanden sich laut Polizei ein Saunaclub, Spielhallen und Cafés. An dem Einsatz waren laut Angaben des NRW-Innenministeriums 150 Polizeibeamte beteiligt, die von weiteren Kräften von Zoll, Steuerfahndung und kommunalen Aufsichtsbehörden unterstützt wurden.

Bei den Kontrollen wurden zahlreiche Verstöße festgestellt. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte sich vor Ort ein Bild.

Polizei führt Razzia gegen Clankriminalität in NRW durch – neun Objekte wurden durchsucht

Polizisten sichern einen Saunaclub
Die Polizei kontrollierte auch einen Saunaclub in Castrop-Rauxel. © Henning Kaiser/dpa

Im Rahmen des Einsatzes wurden laut der Polizei insgesamt neun Objekte durchsucht, davon vier in Castrop-Rauxel und fünf in Marl. Bei den Kontrollen überprüften die Beamten insgesamt über 270 Personen und 75 Fahrzeuge. „Überprüft wurden unter anderem steuerrechtliche, ordnungsrechtliche und strafrechtliche Aspekte wie beispielsweise Steuerverstöße, Jugendschutzverstöße oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz“, so die Polizei. Dabei wurden laut den Ermittlern folgende Verstöße festgestellt:

  • Zwei Strafanzeigen wegen illegalem Glücksspiel
  • Fünf Sicherstellungen von illegalen Glücksspielautomaten
  • Eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM)
  • Eine Sicherstellung Betäubungsmitteln
  • Eine Sicherstellung von Bargeld
  • Eine Vollstreckung eines Haftbefehls
  • Drei Verwarngelder in Bezug auf Verkehrsverstöße
  • Eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige (OWI) Verkehr
  • Drei Strafanzeigen wegen Verkehrsverstößen
  • Eine Sicherstellung eines Autos, das keine Betriebserlaubnis mehr hatte

Darüber hinaus stellten die Behörden bei ihren Kontrollen auch noch Verstöße gegen sogenannte Netzwerkpartner fest. Dabei stellten die Ermittler laut eigenen Angaben unter anderem Anzeigen wegen illegalem Glücksspiel und Steuerhehlerei.

Innenminister Reul will jeden Verstoß ahnden: „Bei uns gelten Recht und Gesetz“

Herbert Reul bei einer Razzia gegen Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet
NRW-Innenminister Herbert Reul machte sich vor Ort selbst ein Bild. © Henning Kaiser/dpa

Innenminister Reul sagte im Rahmen der Razzia, man wolle mit den Kontrollen an mehreren Stellen für Unruhe sorgen und Strukturen aufhellen. Dabei gehe es darum, jeden noch so kleinen Verstoß zu ahnden. „Sind hier Leute, die keine Aufenthaltsgenehmigung haben, werden Steuern ordentlich abgeführt oder gibt es hier Geldspielautomaten, die nicht zugelassen oder manipuliert sind“, nannte Reul als Beispiele für Verstöße, die durch die Kontrollen aufgedeckt werden sollen. „Hier bei uns gelten Recht und Gesetz“, so Reul deutlich.

Die Razzia in Castrop-Rauxel ist nicht die erste, die die Behörden in NRW in den letzten Monaten durchgeführt haben. Bereits im Januar gab es in Hamm eine Razzia im Kampf gegen illegales Glücksspiel. Im Dezember 2023 gab es zudem in Gelsenkirchen und Duisburg eine Clan-Razzia nach einer Geiselnahme. (jr mit dpa und ots)

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