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Gezielte Aktion: Reifen von zwei Dutzend SUV zerstochen

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Von: Simon Stock

SUV sind massiv, verbrauchen viel Benzin - und sind Klimaaktivisten daher ein Dorn im Auge. Nun kam es in Essen zu einer Welle der Zerstörung.

Essen - Sie kamen in der Nacht und hatten es auf die Reifen von überwiegend teuren Autos abgesehen: Unbekannte haben in Essen (NRW) im Stadtteil Bredeney an etwa zwei Dutzend SUV die Reifen zerstochen und einen „Flyer“ hinterlassen, wie die Polizei es formuliert.

StadtEssen
Fläche210,3 km²
Bevölkerung583.109 (2019)

Essen/NRW: Reifen von zwei Dutzend SUV zerstochen 

„Bekennerschreiben“ trifft es vermutlich besser, denn es handelte sich laut WAZ offenbar um eine gezielte Aktion von Mitgliedern der „Tyre Extinguishers“, die sich den Kampf gegen die massiven Autos in Städten auf die Fahnen geschrieben haben.

Auf der Internetseite wird in englischer Sprache beschrieben, wie an einem Reifen fachgerecht die Luft an SUV („killer vehicles“) abgelassen werden kann, um den Eigentümern Unannehmlichkeiten zu bereiten, berichtet wa.de. Die Gruppe, die in der Nacht zu Mittwoch (9. November) in Essen-Bredeney unterwegs war, entschied sich jedoch für die brachiale Methode. Sie ließ die Luft ab, indem sie die Reifen zerstörte. Ziel der Attacke waren vor allem Autos von Audi, BMW und Mercedes. An manchen waren sogar alle vier Reifen zerstochen. 

Es war nicht die erste Tat dieser Art. Bereits im September hatte es in Essen-Heidhausen ähnliche Vorfälle gegeben. Auch damals hatten Unbekannte Reifen an SUV beschädigt oder einfach die Luft herausgelassen. Seinerzeit waren ebenfalls Flyer sichergestellt worden, hieß es. Zum Inhalt der Flugblätter machte die Polizei keine Angaben.

Essen: Staatschutz ermittelt wegen Zerstörung an SUV

Erst am vergangenen Wochenende sollen mutmaßliche Klimaaktivisten in Wuppertal die Luft aus den Reifen von mindestens 31 Autos - überwiegend SUV - gelassen haben. Auch dort gab es eine Art Bekennerschreiben, wie ein Polizeisprecher erklärt hatte.

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Da politisch motivierte Taten nicht auszuschließen seien, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

In einer Nacht standen in Mönchengladbach zwei Porsche in Flammen - gleichzeitig. An einem Audi-SUV gibt es weitere Zündel-Spuren. (mit dpa)

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