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Der Oberrhein – Landschaft und Agrikultur

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Teilnehmer des 38. Basler Rheinschwimmens schwimmen im Rhein durch die Stad
Das Baseler Rheinschwimmen ist am Oberrhein sehr populär © picture alliance/dpa | Georgios Kefalas

Entlang des Oberrheins zeugen historische Bauwerke von einer jahrhundertealten Geschichte. Hinzu kommen vielfältige Landschaften samt Wander- und Radwegen

Als Oberrhein wird der Teil des Rheins bezeichnet, der sich in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Basel und Bingen erstreckt. Dieser Abschnitt weist eine Länge von etwa 360 km auf. Seine Entstehung liegt 35 Millionen Jahre zurück. Es herrschten Zugspannungen sowohl in der Erdkruste als auch im Erdmantel, sodass eine Bruchzone entstand. Aufgrund der Sedimentation des Rheins füllte sich diese Bruchzone teilweise wieder und die Ränder erhoben sich. Diese sind heute als Schwarzwald, Pfälzerwald, Odenwald und Vogesen bekannt.

So verfügt der Oberrhein über vielfältige Landschaften, die mittlerweile unter anderem von zahlreichen Wander- und Radwegen durchzogen sind. Das macht die Region vor allem bei Aktivurlaubern sehr beliebt. Einer der wohl bekanntesten Radwege ist der Römer-Radweg, der unter anderem durch das Markgräflerland, den Kaiserstuhl und Ortenau führt.

Den wichtigsten Städte am Oberrhein entlang des Radweges

Die 200 km lange Strecke zeigt bedeutsame Plätze der römischen Vergangenheit der Region, denn der Rhein galt unter Caesars (55, † 44 v. Chr.) Herrschaft als Grenze des Römischen Reichs. Entlang des Weges zeugen Ruinen und Museen von dieser Zeit. Dort sind zahlreiche Originalfunde von Alltagsgegenständen der damaligen Bevölkerung zu betrachten. Eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten bieten vor allem die folgenden Städte:

Basel ist eine der geschichtsträchtigsten Städte am Oberrhein. In der Basler Altstadt ruhen 2000 Jahre Geschichte. Enge Gassen, romantische Brunnen und zahlreiche jahrhundertealte Gebäude zeugen bis heute davon. Als Symbol der Stadt gilt die Mittlere Brücke. Der 1226 eröffnete Rheinübergang gilt als einer der ältesten zwischen der Nordsee und dem Bodensee. Beginnend als Ort des lokalen Verkehrs wurde die Brücke im 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Rheinübergang für den Handel. Der Rhein bestimmt das Leben in der Stadt aber nicht nur im Hinblick auf Handel und Gesellschaft. Im Sommer schwimmen die Einwohner von Basel auch gern im Rhein.

Der Oberrhein und seine Metropolen

Mit der Einführung der elektrischen Straßenbahn musste die Brücke allerdings 1905 ausgetauscht werden. Man errichtete eine Nachbildung der alten Brückenkapelle, die bis heute an dessen ursprüngliche Form erinnert.

Freiburg gilt als Metropole des am Rhein gelegenen Schwarzwaldes und ist aufgrund des dort herrschenden milden Klimas ein beliebtes Ziel für Reisende aus aller Welt. Von 1945 bis 1952 war Freiburg die Hauptstadt des Landes Baden. Als südlichste Großstadt Deutschlands vereint sie Baukunst aus mehreren Jahrhunderten mit landschaftlicher Vielfalt.

Im historischen Kern der Stadt am Oberrhein ist unter anderem das Freiburger Münster zu betrachten, dessen Errichtung mehr als 300 Jahre dauerte. Allein der Prozess der Planung erstreckte sich über mehrere Generationen.

Historische Bauwerke am Oberrhein dienten als Vorbilder ganz Europa

Seit mehr als 800 Jahren steht das Freiburger Münster in der Altstadt und wird fast täglich restauriert. Es galt als Vorbild für zahlreiche europäische Kirchen, denn es verfügte als erstes gotisches Bauwerk über eine offene Turmspitze, die die Verbindung zum Himmel symbolisierte. Als Gegenstück galten die schweren Pfeiler, die das Bauwerk am Oberrhein auch symbolisch fest mit der Erde verbinden sollten.

Das Bild der Kurstadt Baden-Baden ist von Parks und Grünanlagen geprägt. Hinzu kommen original erhaltene historische Bauwerke, denn die Stadt am Rhein blieb im zweiten Weltkrieg verschont von Zerstörung. Als eines der Wahrzeichen gilt die Trinkhalle. Die 90 m lange Wandelhalle wird von 16 korinthischen Säulen stabilisiert. Sie beherbergt 14 Wandbilder, die sowohl regionale Mythen und Sagen als auch weitere Sehenswürdigkeiten zeigen.

Von Sophie Neumärker

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