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Trotz Starkregen: Rheinisch-Bergischer Kreis hat absichtlich keine Sirenen ausgelöst

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In Deutschland haben die Menschen vielerorts mit Überflutungen zu kämpfen. Besonders in Nordrhein-Westfalen und in der Eifel kam es zu Unwetter-Katastrophen.
Auch der Rheinisch-Bergischer Kreis war von Überschwemmungen betroffen. © Roberto Pfeil/dpa

Trotz massiven Starkregens hatte es im Rheinisch-Bergischer Kreis vergangene Woche keinen Siren-Alarm gegeben. Der Grund: Angst vor Panik.

Bergisch Gladbach – Der Rheinisch-Bergische Kreis hat während des Starkregens in der vergangenen Woche absichtlich keinen Sirenenalarm ausgelöst. Man habe befürchtet, dass der Notruf durch Anrufe von besorgten Bürgern dadurch überlastet worden wäre, teilte der zuständige Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden am Freitag mit.

Auch der Rheinisch-Bergische Kreis hatte vergangene Woche mit Überschwemmungen zu kämpfen. Dabei kam es im Zuge des Hochwassers teils auch zu Stromausfällen. Besonders Leichlingen war stark betroffen: Dort musste einige Ortschaften sogar evakuiert werden.

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Ein Sirenenalarm heißt auch, dass die Bürgerinnen und Bürger für weitere Hinweise Rundfunk und Fernsehen einschalten sollen, wie eine Sprecherin des Kreises mitteilte. Dort seien zum fraglichen Zeitpunkt aber keine Warnhinweise zum Starkregen gesendet worden. „Eine mediale Begleitung durch Rundfunk und Fernsehen war faktisch nicht gegeben, da es für regionale Warnungen praktisch keinen Raum gab!“, schrieb auch Weiden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Menschen wären dann durch die Sirenen beunruhigt worden, hätten aber keine weiteren Handlungsanweisungen durch die Medien erhalten.

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Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Bürger an das Sirenensignal für Warnungen nicht gewöhnt seien. Bei einem Sirenenalarm wählen laut Weiden Hunderte Bürger den Notruf an. Das sei bereits bei den angekündigten Warntagen der Fall. „Unsere Notrufabfrage wäre völlig untergegangen!“ Deshalb habe er sich gegen eine Auslösung der Sirenen entschieden. Die Leitstelle habe über Stunden hinweg viele Notrufe nicht annehmen können, obwohl alle elf Plätze besetzt gewesen seien.

Eine schnelle Schaltung von Bürgertelefonen sei auch nicht möglich gewesen, da die Telefonzentralen einzelner Kommunen „abgesoffen“ seien. Stattdessen sei im Rheinisch-Bergischen Kreis mehrfach über die Warn-App NINA gewarnt worden. Die örtlichen Feuerwehren hätten zusätzlich über die Sozialen Medien Warnungen herausgegeben und seien mit Lautsprecherfahrzeugen durch die Straßen gefahren. (dpa/lnw)

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