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Zehntausende holen hunderte Tonnen Müll aus dem Rhein – vieles stammt von der Flut-Katastrophe

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Freiwillige Helfer räumen im Rahmen der Aktion «RhineCleanUp» das Rheinufer in Rüdesheim auf.
Am Wochenende halfen zehntausende bei der Aktion „RhineCleanUp“ und sammelten am Rhein und anderen Flüssen Müll. © Thomas Frey/dpa

Bei der Aktion „RhineCleanUp“ sammelten am Wochenende rund 40.000 Helfer tonnenweise Müll am Rhein und anderen Flüssen. Dabei machten sie auch ungewöhnliche Entdeckungen.

Düsseldorf/Köln – Weinfässer, Getränkekisten, Gartenmöbel und sogar ein Fernwärmerohr – Zehntausende Freiwillige haben nach Angaben der Organisatoren am Samstag europaweit am Rhein und anderen Flüssen massenweise Müll zusammengetragen. Allein in Köln sammelten Hunderte Menschen bei der Aktion „RhineCleanUp“ mehr als drei Tonnen Schwemmgut der Flutkatastrophe an einer Rhein-Stelle in Stammheim ein.

„RhineCleanUp“: Sogar 20 Meter langes Fernwärmerohr am Rhein gefunden

Der Initiator des Aktionstags „RhineCleanUp 2021“, Joachim Umbach, äußerte sich sehr zufrieden. Das selbst gesetzte Ziel – rund 40.000 Teilnehmer – sei wohl trotz wechselhaften Wetters erreicht worden. Viele der insgesamt 470 Gruppen hätten erst am Sonntag losgelegt, zum Beispiel in der Schweiz und in den Niederlanden. Auch entlang der Ruhr in Essen und am Flussufer von Main und Mosel wurde – etwa mit Sammelzangen und Plastiksäcken – Müll eingesammelt. „Uns ist es wieder gelungen, mit unserer Aktion ein beeindruckendes Zeichen zu setzen“, erklärte Umbach. Den Menschen müsse klargemacht werden, „dass Müll nicht in die Natur gehört“.

Das 20 Meter lange Fernwärmerohr, das bei Stammheim angeschwemmt wurde, wurde mit einer Metallsäge zersägt. „Das ist Schwemmgut aus dem Ahrtal“, sagte Christian Stock vom Verein Krake, der die Sammelaktion in Stammheim organisiert hatte. Er habe die großen Müllmengen im Rhein nach dem Hochwasser erwartet. „Nach der Flutkatastrophe musste dringend etwas getan werden.“

Müllsammeln am Rhein: 3000 Helfer allein in Düsseldorf

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet.

Müllsammel-Sieger wurden in diesem Jahr nach Angaben der Organisatoren Düsseldorf, Köln und Mainz. In der NRW-Landeshauptstadt suchten demnach rund 3000 Freiwillige Müll am Rhein, in Köln und Mainz jeweils rund 1000. Erfolgreich sei die Aktion auch an der Ruhr gewesen: Essen und Duisburg meldeten ebenfalls jeweils 1000 Helfer. Die Flussergebnisse im Einzelnen: Rhein (19.000 Teilnehmer), Mosel (7000), Ruhr (6000), Main (2000), Nahe (800), Lahn (200), Kinzig (Baden-Württemberg/200), Wiese (200), Neckar (50).

Rhein: Beim Müllsammeln auch Munition und Pistole gefunden

Die dieses Jahr gesammelte Müllmenge entspreche sicherlich in etwa derjenigen des vergangenen Jahres, sagte Umbach. Damals waren es an dem Aktionstag europaweit 320 Tonnen gewesen. Diesmal fielen die Rückmeldungen sehr unterschiedlich aus, wie er sagte. An Mosel und Mittelrhein etwa stieg die Müllmenge deutlich, was mit der Flutkatastrophe von Mitte Juli zusammenhängt. Auffällig sei zudem, dass größere Müllstücke eingesammelt wurden.

Erneut gab es laut Umbach auch besondere Fundstücke: großkalibrige Munition am Mainzer Rheinufer, vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg, und eine moderne Pistole samt Munition am Rheinufer von St. Goar schräg gegenüber dem berühmten Loreley-Felsen. Die alte Munition sei der Feuerwehr und die neuere Pistole der Polizei übergeben worden. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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